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Zur NeuigkeitDas Stipendienprogramm des Bistums Regenburg für Laien aus Myanmar
Seit 2001 fördert das Bistum Regensburg ein Stipendienprogramm, das katholischen Laien ein Studium in Thailand ermöglicht. 2026 wird mit einer Begegnung in Regensburg das 25-jährige Jubiläum gefeiert.
Ausgangslage für das Stipendienprogramm
Katholiken stellen mit rund 700.000 Gläubigen bei über 50 Millionen Einwohnern nur gut ein Prozent der Bevölkerung Myanmars; Christen insgesamt etwa fünf Prozent. Viele leben in abgelegenen, von Bürgerkriegen geprägten Bergregionen mit schlechten Bildungsbedingungen oder seit Jahren in Flüchtlingslagern. Zudem waren Universitäten wegen politischer Unruhen oft jahrelang geschlossen, Abschlüsse wurden international nicht anerkannt und Armut zwang viele trotz Qualifikation zur Arbeit in der Landwirtschaft.
2011 erfolgte eine vorsichtige Öffnung und 2016 mit der Wahl der Partei von Aung San Suu Kyi eine gesellschaftliche Entwicklung, die der Kirche und der Zivilgesellschaft neue Arbeitsfelder eröffnet hat. Das hat auch den früheren Stipendiaten neue Möglichkeiten gegeben.
Mit dem Militärputsch von 2021 und dem bis heute andauernden Bürgerkrieg hat sich die Lage radikal verändert. Die Studienbedingungen im Land haben sich drastisch verschlechtert. Ein Studium im Ausland ist oft die einzige Möglichkeit für einen qualifizierten Abschluss, aber für die meisten nicht finanzierbar. Auch die Angst vor der Zwangsrekrutierung durch das Militär an den Universitäten hält viele vom Studium in Myanmar ab.
Kooperationsmodell
Vor diesem Hintergrund startete das Bistum Regensburg 2001 gemeinsam mit Bistümern in Myanmar, der kirchlichen Assumption-Universität in Bangkok und dem Katholischen Akademischen Austauschdienst (KAAD) ein Stipendienprogramm. Es ermöglicht katholischen Laien ein Studium in Thailand: Studiengebühren werden von der Universität erlassen, Lebenshaltungskosten vom Bistum Regensburg übernommen und die Studierenden erhalten eine professionelle Begleitung durch den KAAD.
Ziele des Projekts
Neben besseren Lebensperspektiven für die Stipendiaten stärkt das Programm die Ortskirchen durch qualifizierte Fachkräfte und fördert gesellschaftliches Engagement. Nach dem Studium verpflichten sich die Teilnehmenden zu zwei Jahren Dienst in ihren Diözesen, etwa in Bildung, IT, Management oder Caritasarbeit. Mit der politischen Öffnung Myanmars eröffneten sich ihnen zunehmend Möglichkeiten, sich aktiv in Gesellschaft und Wirtschaft einzubringen.
Der Militärputsch von 2021 hat die Ziele des Projektes, qualifizierte Fachkräfte auszubilden nicht verändert, wohl aber die Schwerpunkte der kirchlichen Arbeit und den Einsatz der Stipendiatinnen und Stipendiaten. So sind zum Beispiel Ausbildungen zur Traumabehandlung oder Pädagogikstudien zum Aufbau eines neuen Bildungssystems in Gegenden, in denen die Militärregierung nicht das Sagen hat, stärker in den Vordergrund gerückt.
Die Kirche steht in ihrer Sorge für die Millionen Flüchtlinge im Land und an der thailändischen Grenze vor großen Herausforderungen. Neue Schulen in Flüchtlingslagern oder Katastrophenhilfe sind nur einige Arbeitsfelder, in denen die vom Programm unterstützen Studierenden verstärkt aktiv sind.
Statistik
Bisher haben 70 Studierende das Studium mit dem Bachelor- oder Masterabschluss beendet, sechs studieren derzeit in Bangkok. Von den insgesamt 76 Studierenden sind 43 weiblich und 33 männlich.
Berichte über das Stipendienprogramm für Myanmar/Birma
Mission – Entwicklung – Frieden: Fachstelle Weltkirche
Aufgabe der Fachstelle Weltkirche ist die Bildung des weltkirchlichen Bewusstseins in der Diözese Regensburg sowie deren Vernetzung in der katholischen Kirche als einer weltweiten Lern-, Gebets- und Solidargemeinschaft.
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