News Bild Workshop Hungertuch – Acrylbilder zeigen Hoffnungen und Träume

Workshop Hungertuch – Acrylbilder zeigen Hoffnungen und Träume

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Eine riesige Spirale, die sich aus verschiedenen Farben zusammensetzt, zeigt, dass man versuchen sollte seine positive "Ja-Haltung" beizubehalten, selbst dann, wenn sich die Dinge sozusagen einrollen - künstlerische Kreationen auf Leinwänden in leuchtenden Acrylfarben  sind das Ergebnis vom Workshop Hungertuch im W1.

 

Kunstwerke drücken Wünsche aus

In Zusammenarbeit mit Campus-Asyl und der KHG, gab es am Mittwochnachmittag, 20. März, den ersten offenen Hungertuch-Workshop. Unter der Leitung des Künstlers Uwe Appold hat die zwölfköpfige Gruppe innerhalb von sechs Stunden ihre eigene Interpretation zum Motto "Mensch, wo bist du?" geschaffen. Mit eben dieser Frage sucht Gott im Paradies die ersten Menschen. Heute aber soll die Fragestellung zum Nachdenken animieren: "Wo stehst du? Wer bist du? Wofür stehst du auf?" Die Teilnehmer konnten Erdreich, das sie von einem Ort mitbrachten, der ihnen wichtig ist, mit Kleber vermengen und in ihre Bilder einarbeiten. Auf diese Weise drücken sie ihre Träume, Hoffnungen und Wünsche für die Zukunft aus: Eine Taube fliegt über einen Stacheldrahtzaun und findet die Freiheit; zwei Augen schweben über den Bergen während am Rand eine Wirbelsäule zu erkennen ist, was darauf anspielt, dass man auf seinem Rückgrat viel Belastung trägt und auf seinen Schultern große Lasten tragen muss für eine bessere Zukunft; explosionsartig wirkende geometrische Formen in Grün stellen das Alte dar, das sich ablöst und so Platz für Neues schafft.

Arbeit macht Mut zur Hoffnung

Grund für den Workshop ist die Hungertuch-Tradition. Wie Appold erklärt, sei die Tradition zur Fastenzeit ein Hungertuch anzufertigen über 1000 Jahre alt. Im Rahmen seiner Fastenaktion greift das Hilfswerk MISEREOR diese Tradition wieder auf und sorgt alle zwei Jahre für ein neues Hungertuch. Die MISEREOR-Fastenaktion 2019 will jungen Menschen in El Salvador helfen ihr Potential zu erkennen. Der diesjährige Künstler des Hungertuchs, Uwe Appold, ließ sich für das Motiv von der Enzyklika "Laudato sie" von Papst Franziskus inspirieren: "Papst Franziskus vertraut in seiner Umwelt-Enzyklika darauf, dass wir unsere Probleme in den Griff bekommen, er gibt uns Mut zur Hoffnung. Und ebenso möchte ich mit meiner Arbeit Mut zur Hoffnung machen."

Menschen am Rande in die Mitte nehmen

Der Künstler brauchte für sein Werk Erde aus Jerusalem, die er in sein Bild einarbeiten konnte - und tatsächlich bekam er Erde aus dem Garten Getsemani. In der Erde fand Appold zwölf Steine, die er in sein Bild einarbeitete, sinnbildlich für die zwölf Jünger, die zwölf Stämme Israels und die zwölf Monate der Jahreszeiten. Auf der linken Bildseite malte er ein kleines rotes Kreuz, das für den Wanderprediger Paulus steht: Paulus predigt von Gastfreundschaft, die auch in der heutigen Zeit sehr wichtig ist, wenn man an den Umgang mit den Flüchtlingen denkt. Im Zentrum des blauen Hungertuchs steht ein seitlich geöffnetes Haus, umgeben von einem goldenen Kreis: "Das gemeinsame Haus ist offen, aber wir müssen daran arbeiten, sonst bricht uns die Bude zusammen", erklärt der Künstler seinen Workshop-Teilnehmern. Es sei die Aufgabe für die Zukunft, die Menschen an den Rändern in die Mitte zu nehmen.