News Bild „Wer den Papst ablehnt, wer also Petrus ablehnt, der lehnt Christus ab“ - Bischof Gerhard Ludwig Müller feiert mit Gläubigen Hochfest des Heiligen Wolfgang

„Wer den Papst ablehnt, wer also Petrus ablehnt, der lehnt Christus ab“ - Bischof Gerhard Ludwig Müller feiert mit Gläubigen Hochfest des Heiligen Wolfgang

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In der gut besuchten Basilika St. Emmeram feierte Bischof Gerhard Ludwig Müller das Hochfest des Heiligen Bischof Wolfgang mit einem Pontifikalamt. Konzelebranten waren Weihbischof Reinhard Pappenberger, Prälat Robert Thummerer, Bischöflich Geistlicher Rat Siegfried Schweiger, am Altar assistierte der Ständige Diakon Sebastian Aichner. Der heilige Wolfgang genießt als Bistumspatron besonders hohes Ansehen in Regensburg. Seine sterblichen Überreste liegen in einem Schrein in der Krypta der Basilika St. Emmeram. Ein Ensemble des Philharmonischen Orchesters Regensburg brachte zusammen mit dem Kirchenchor St. Emmeram die Messe in B-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart zu Gehör. Stadtpfarrer Prälat Robert Thummerer dankte Bischof Gerhard Ludwig Müller dafür, dass er zum Hochfest des Heiligen Wolfgang in der Basilika St. Emmeram eine Messe feierte.

In seiner Predigt hob der Bischof hervor, dass die Kirche kein „menschliches Gebilde ist, sondern von Gott selbst gestiftet wurde. Sie ist ein Geschenk, in dem wir eingeladen werden in die Gemeinschaft mit Gott und untereinander“. Demnach könne die Kirche auch nicht verändert werden, weil sie „Säule und Fundament der Wahrheit ist, wie Christus vor aller Welt erschienen ist. Was verändert werden muss, das sind wir Menschen. Nicht ein schlechter Vertreter auf dem Stuhl des Heiligen Petrus ist ein Argument dagegen, dass Jesus auf Petrus, obwohl er selbst ein schwacher Mensch war, seine Kirche gegründet und ihr die Verheißung für alle Zeit gegeben hat , dass die Pforten der Hölle sie nicht überwinden“. Die Filmserie „Die Borgias“, die im Fernsehen gezeigt würden, sei ein äußerliches Machwerk: „Das kann doch einen Katholiken, der im Glauben gefestigt ist und der sich mit dem auskennt, was die Kirche bedeutet, nicht in seinem Glauben wankend machen“, sagte der Regensburger Oberhirte. Schlechte Priester und laue Christen sprächen nicht gegen die Verheißung Gottes, sondern es sei die Aufgabe der Kirche, ja aller Gläubigen die Buße und die Erneuerung zu predigen. „Die Kirche kommt niemals an einen Punkt, dass sie von innen heraus revolutioniert werden dürfte. Die Erneuerung der Sitten und des Verhaltens, die immer notwendig sind, kann es niemals begründen, dass die Glaubenslehre, das Glaubensbekenntnis der Kirche verändert oder in ihr Gegenteil verdreht werden. Das Fehlverhalten von einzelnen kann es niemals begründen, dass sich Sakramente, so wie sie von Christus gestiftet worden sind und im Glaubensbewusstsein der Kirche kraft des Heiligen Geistes erkannt worden sind, verändert werden, in ihrer Zahl reduziert und in ihrer inneren Wirksamweise nun anders beschrieben werden. Das Fehlverhalten von einzelnen Bischöfen und Priestern und auch der Päpste im Laufe der Kirchengeschichte kann es niemals ungeschehen machen, dass Christus seine Kirche auf den heiligen Petrus und nicht nur auf dessen Glauben, sondern auf seine Person, begründet hat. Die Bischöfe sind vom Heiligen Geist eingesetzt, um als Hirten die Kirche Gottes zu weiden (vgl. Apg 20,28). Das ist nicht Anmaßung, die einer demokratischen Gesellschaft widersprechen würde. Wir sind nicht demokratisch oder undemokratisch als Kirche, weil die Kirche kein Menschengebilde ist, sondern von Gott gestiftet. Wir alle tragen mit an der Verantwortung kraft des gemeinsamen Priestertums“, predigte Bischof Gerhard Ludwig Müller. Alle Gläubigen seien Glieder am Leib Christi, der Kirche und alle trügen zur Einheit bei, die sie in Gott gefunden hätten.

„Nicht ein Kämpfen gegeneinander um Macht und Einfluss kann die Kirche in die Zukunft hineinführen, sondern das einmütige Zusammenstehen. Die Kirche ist eine heilige katholische Kirche, Christus ist unser Haupt und wir sind die vielen Glieder. Wir bilden eine Einheit eines Leibes und lassen uns nicht auseinanderdividieren“, appellierte der Regensburger Oberhirte. Er rief dazu auf, „den Auflösungserscheinungen, dem selbstgemachten Subjektivismus und dem falschen Autonomiestreben“ zu widerstreiten. „Wir sind zur communio berufen, zur Gemeinschaft mit Gott und untereinander“, sagte der Bischof. Er warnte auch vor falschem Konkurrenzdenken gegeneinander. „Lassen wir uns nicht durch Propaganda, die täglich auf uns einströmt zu einem anti-kirchlichen, einem anti-katholischen und einem anti-römischen Affekt verleiten. Wer den Papst und die Bischöfe ablehnt, wer also Petrus und die Apostel ablehnt, der lehnt Christus ab“ (vgl. Lk 10,16), stellte der Bischof fest. Des Weiteren erläuterte er, dass das Amt des Papstes ist nicht angemaßt sei. „Weil der Bischof von Rom der Nachfolger des Apostels Petrus ist und die Kirche von Rom geheiligt ist vom das Martyrium des heiligen Apostels Petrus aus, darum gehört es konstitutiv dazu: der Primat des Bischofs von Rom, den wir Papst nennen, der das universale Hirtenamt der Kirche hat für alle Zeiten“, sagte der Bischof und appellierte an die Gläubigen: „Lasst euch nicht gegeneinander aufbringen, wendet euch nicht innerlich ab von der Kirche, lasst euch nicht beeindrucken von jenen, die ständig nur Misstrauen säen wollen, die die Schafe der Herde Gottes auseinander treiben wollen. In solchen Augenblicken der äußeren Bedrängnis und der inneren Zweifel kommt es darauf an, wie die großen Heiligen, wie der Heilige Wolfgang treu und unverbrüchlich zur Kirche Gottes zu stehen. Wir wollen auch zum Papst stehen, zu den Bischöfen und den Priestern, denn sie versehen den Dienst Christi an den Menschen!“. Nach der Messe betete Bischof Gerhard Ludwig in der Krypta von St. Emmeram am Reliquienschrein des Heiligen Wolfgang.

Wolfgang wurde 924 in Pfullingen geboren. Er besuchte die Klosterschule auf der Bodenseeinsel Reichenau und die Domschule in Würzburg. An der Domschule in Trier lehrte er. 965 trat er dem Benediktinerkloster Einsiedeln in der Schweiz bei. Dort wurde er Leiter der Klosterschule, 968 wurde er zum Priester geweiht. Wolfgang war auch missionarisch in Ungarn tätig. 972 berief ihn Kaiser Otto I. zum Bischof von Regensburg. Bischof Wolfgang starb am 31. Oktober 994 bei einer Reise nahe Linz. Er wurde in St. Emmeram bestattet. Papst Leo IX. erhob Wolfgangs Gebeine 1052 in einen Reliquienschrein und erklärte ihn für heilig. Die Reliquien des Heiligen Wolfgang ruhen in der Krypta von St. Emmeram. Der Heilige Wolfgang wird als Schutzpatron Bildhauer, Holzarbeiter, Zimmerleute, Schiffer und Hirten verehrt. Dargestellt wird Bischof Wolfgang stets mit Bischofsstab und Kirche.

Predigt des Bischofs im Wortlaut