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Was die gute Leitung eines Bistums ausmacht

Was sagt uns Bischof Konrad I. heute?

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Regensburg, 19. Mai 2022. Dem altehrwürdigen Bistum des heiligen Wolfgang standen in der Geschichte große Bischöfe vor. Zu nennen sind unter dieser erheblichen Schar Bischöfe wie Albert der Große, Johann Michael Sailer, Rudolf Graber, um nur einige zu nennen. In der Schar finden sich weitere große Bischöfe – wie Konrad I., der auch Kuno genannt wurde und wird, und der von 1126 bis 1132 Bischof von Regensburg war. Am 19. Mai 1132, vor 890 Jahren, ist er verstorben.

Vortrefflichster Nachfolger

In bewegten Zeiten ist es angemessen, in der und aus der Geschichte zu erfahren, wie Bischöfe das Bistum gut geleitet haben. Wie Konrad I. wirkte, ist somit zu fragen. Gemäß dem Kirchenhistoriker Karl Hausberger hinterließ Konrad, als er am 19. Mai starb, das Andenken an einen „theologisch wie literarisch hochgebildeten Diözesanherrn“. Aufgrund seines unermüdlichen Einsatzes  für die Neubelebung der kirchlichen Ideale dürfe er zu den vortrefflichsten Nachfolgern des heiligen Wolfgang zählen.

Unter großem Jubel willkommen geheißen

Was wir über sein Leben wissen? Der reformeifrige Abt des Benediktinerklosters Siegburg bei Köln, der aus Regensburg gebürtig war, entstammte dem wohlhabenden Ministerialengeschlecht derer von Raitenbuch (im heutigen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen). Es gibt einen Wahlbericht von Rupert von Deutz: Bei der Erhebung wurde sich an die 1122 vereinbarten Richtlinien gehalten; gemäß dem Wormser Konkordat (1122) verzichtete der König auf die Einsetzung der Reichsprälaten mit Ring und Stab, belehnte aber den erwählten Bischof mit dem Königsgut. Konrad, heißt es bei Kirchenhistoriker Karl Hausberger, sei von der Bevölkerung im Mai 1126 unter großem Jubel willkommen geheißen worden. Eine stattliche Gesandtschaft habe ihn aus Siegburg nach Regensburg geleitet. Offenbar war ihm ein guter oder sogar sehr guter Ruf vorausgeeilt. Unterwegs habe er das Königsgut, womöglich in Würzburg, erhalten. Vor dem 26. September 1126 muss die Bischofsweihe durch den Salzburger Metropoliten erfolgt sein.

Seine herausragende Bildung

Konrad I. war nicht adelig. Das heißt, dass vor allem seine herausragende Bildung und sein Wirken in der Zeit bis zur Amtsübernahme den Ausschlag zu seinen Gunsten geben haben. Er war um 1070 geboren worden. Früh orientierte er sich an den monastischen Idealen, die auf echte Reform setzten. Wohl war er in das rheinische Benediktinerstift Brauweiler eingetreten und fand seine Heimat bald im Kloster Siegburg bei Köln. Nach ausgedehnten Studien übernahm er die Leitung der Klosterschule: „(…) und als Abt Reginhard 1105 starb, erhob der Siegburger Konvent unverzüglich und einstimmig den ob seiner Gelehrsamkeit wie beispielhaften monastischen Disziplin allseits geschätzten Professoren aus Regensburg zum Nachfolger.“ Er hatte die Zahl der Mönche während der 20 Jahre seiner Zeit als Abt verdoppelt. Konrad habe schon als Abt und dann als Bischof auf unterschiedliche Charaktere anziehend und befruchtend zu wirken vermocht, verdeutlicht Hausberger: Männer wie Rupert von Deutz, Norbert von Xanten und Honorius Augustodunensis hat er positiv beeinflusst.

Auffallend gute Beziehungen

Wie schon der heilige Wolfgang war Konrad von Raitenbuch demnach auch auf der Regensburger Kathedra der innerkirchlichen Reformbewegung verpflichtet. In der Reichspolitik engagierte er sich jedoch nicht: „Seine ganze Arbeitskraft widmete er vielmehr der Erneuerung des überantworteten Heimatbistums.“ Er sorgte dafür, dass aus dem Kloster Weltenburg wieder ein Benediktinerkloster wurde – zwischenzeitlich hatten dort Kanoniker fußgefasst. Auch zum Stadtkloster St. Emmeram in Regensburg unterhielt Bischof Konrad „auffallend gute“ Beziehungen.

Weltpriester liegen am Herzen

Nicht nur um die Klöster kümmerte sich der Bischof, sondern er ließ die „gleiche Behutsamkeit“ bei der Einführung des gemeinsamen Lebens der Weltpriester walten, die ihm sehr am Herzen lag. Er bemühte sich, die Weltpriester für die Lebensweise der Kanoniker zu gewinnen. Dies sollte jedoch erst in der Folge Frucht tragen. In Regensburg erhielt St. Johann diesbezüglich besondere Bedeutung.

Bedeutsam ist insgesamt, dass unter Konrad I. Regensburg während dieser sechs Jahre Bischofszeit  zum religiös-theologischen Mittelpunkt Süddeutschlands wurde. Dabei hatte Konrad gleichgesinnte Mitstreiter wie den genannten Honorius Augustodunensis.

Karl Hausberger zieht das beeindruckende Fazit: „Konrad I. hinterließ, als er am 19. Mai 1132 starb, das Andenken an einen theologisch wie literarisch hochgebildeten Diözesanherrn, der aufgrund seines unermüdlichen Einsatzes  für die Neubelebung der kirchlichen Ideale zu den vortrefflichsten Nachfolgern des heiligen Wolfgang zählen darf.“ neu