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Zur Neuigkeit
Schmuckstücke im Bistum: Bayerisches Rokoko und ein süditalienisches Wunder
Der Dominikusaltar in Schwarzhofen

Regensburg/Schwarzhofen, 13. März 2026
Dr. Daniel Rimsl arbeitet als Kunsthistoriker bei der Abteilung Kunst- und Denkmalpflege des Bistums Regensburg. Als Leiter der Fachstelle Inventarisierung ist er ein wahrer Kenner der zahlreichen „Schmuckstücke“ in den Kirchen unseres Bistums. In unserer neuen Reihe stellt er uns regelmäßig besondere Kunstobjekte vor. In unserer aktuellen Folge führt uns Daniel Rimsl zum Dominikusaltar in Schwarzhofen.
Schwarzhofen ist ein kleiner Marktort, der idyllisch an der Schwarzach nordwestlich von Neunburg liegt. Trotz der heute etwas abgeschiedenen Lage hatte der Ort früh größere Bedeutung als regionales Zentrum: als wirtschaftliches, wie der bereits auf das Mittelalter zurückgehende Status als Markt nahelegt; und als kirchliches, denn hier befand sich der Pfarrsitz für das mittlere Schwarzachtal und damit auch für Neunburg vorm Wald, das im 14. und 15. Jahrhundert immerhin Residenzstadt der pfälzischen Wittelsbacher war.
Im 13. Jahrhundert erhielt das Regensburger Dominikanerinnenkloster Heilig Kreuz Grund in Schwarzhofen als Schenkung. Es gab hier auch kurzzeitig eine klösterliche Niederlassung, die aber bald wieder einging. Erst 1691 wurde ein eigentliches Kloster gegründet. Das jedoch nur gut 100 Jahre Bestand hatte: Bereits 1802 wurde es wieder aufgelöst, die Dominikanerinnen mussten Schwarzhofen verlassen. Die Klosterkirche Maria vom Siege, die erst 1738-40 direkt westlich an die Pfarrkirche angebaut worden war, wurde abgebrochen. Die ehemaligen Klostergebäude stehen noch als schlichtes, aber imposantes Geviert nördlich der Pfarrkirche.
Diese hatte ursprünglich den heiligen Laurentius zum Patron, möglicherweise auch Hinweis auf ein besonders hohes Alter der Schwarzhofener Pfarrkirche. Sie hat noch einen gotischen Chorraum, das Langhaus wurde nach einem Brand 1717 wohl unter Beibehaltung der alten Mauern neu erbaut. Erst 1971 erhielt sie das Patrozinium Maria vom Siege als Erinnerung an die alte Klosterkirche.
Die Ausstattung wurde zum großen Teil aus anderen Kirchen übernommen: So stand der Hochaltar bis 1888 in der Wallfahrtskirche auf dem Bogenberg; und die beiden Seitenaltäre mit ihren bewegten Rokokoaufbauten wiederum stammen wahrscheinlich aus der Schwarzhofener Klosterkirche. Mit dem Dominikanerorden steht denn auch der linke Seitenaltar in Verbindung, der dem heiligen Dominikus geweiht ist.
Eine große Besonderheit ist sein Altarbild: Es stellt die Erscheinung von Soriano dar, das sich am 15. September 1530 ereignet haben soll. Damals erschien Maria zusammen mit Katharina von Alexandrien und Maria Magdalena im Dominikanerkloster Soriano in Kalabrien dem Laienbruder Lorenzo da Grotteria und überließen ihm ein Bild des heiligen Dominikus.
So ist das Ereignis auch auf dem Schwarzhofener Bild festgehalten: Lorenzo da Grotteria kniet im schwarz-weißen Habit der Dominikaner vor Maria, die, auf einigen Stufen erhöht, vor ihm steht und ihm eine Leinwand mit dem Bildnis des Ordensgründers überreicht. Zu ihrer Rechten steht Katharina, vor der das zerbrochene Rad als ihr Attribut liegt; zu ihrer Linken, etwas im Hintergrund steht Maria Magdalena mit Salbgefäß und Kreuz.
Zu der Seltenheit der Darstellung kommt noch die hohe Qualität der Rokoko-Malerei, die zum Besten in der Oberpfalz gehört. Möglicherweise stammen die Gemälde der beiden Seitenaltäre – rechts ist der Tod des heiligen Josef dargestellt – aus der Werkstatt des berühmten Malers Johann Baptist Zimmermann in München.
Text: Dr. Daniel Rimsl, Redaktion: Jakob Schötz,
Fotos: © Diözese Regensburg, Abteilung Kunst und Denkmalpflege / Daniel Rimsl
Weitere Infos
Schmuckstücke im Bistum Regensburg
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