alter baum im wald

Förderung von Totholz und Biotopbäumen im Forstgut Lambach

Lebensraum für Tier-, Pflanzen und Pilzarten


Lam, 29. Mai 2026

Totholz zählt zu den wichtigsten Strukturelementen naturnaher Wälder. Sowohl stehendes als auch liegendes Totholz erfüllt zahlreiche ökologische Funktionen und bildet die Lebensgrundlage für eine Vielzahl gefährdeter Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. Besonders Spechte, Fledermäuse, Käfer, Moose und holzzersetzende Pilze profitieren von abgestorbenen Bäumen und zerfallendem Holz.

Die Waldbesitzervereinigung Lamer Winkel kennt als derzeitiger Bewirtschafter die Strukturen des Forstguts Lambach sehr gut und weist auf besondere Totholz- oder Biotopbaumvorkommen hin. In Abstimmung mit dem Förster der Diözese Regensburg (Bernd Stadlmann) und der Bayerischen Forstverwaltung, entstehen durch Teamwork strukturreiche Lebensräume im Forstgut Lambach. 

Während stehendes Totholz häufig als Brut- und Höhlenhabitat dient, übernimmt liegendes Totholz wichtige Funktionen im Bereich der Bodenbildung, Wasserspeicherung und Nährstoffrückfuhr. Zudem erhöht Totholz die strukturelle Vielfalt im Bestand und verbessert langfristig die ökologische Stabilität des Waldes.

Biotopbäume sind lebende oder abgestorbene Bäume mit besonderen Strukturen, die zahlreichen Tier-, Pflanzen und Pilzarten als Lebensraum dienen. Dazu gehören zum Beispiel Höhlen, Rindenspalten und Astabbrüche. Im Rahmen naturnaher Waldbewirtschaftung gewinnt die gezielte Förderung von Totholz und Biotopbäumen daher zunehmend an Bedeutung.

Vertragsnaturschutzprogramm Wald (VNP Wald)

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Cham berät private und kommunale Waldbesitzer im Landkreis und unterstützt diese bei der Beantragung von Fördermitteln u.a. für freiwillige Naturschutzmaßnahmen. Ziel ist der Erhalt biologischer Vielfalt sowie die Förderung ökologisch wertvoller Waldstrukturen. Gefördert werden unter anderem Biotopbäume, Altholzinseln sowie das Belassen von Totholz.

Die Förderung erfolgt über vertraglich geregelte Maßnahmen, bei denen Waldbesitzer auf die Nutzung bestimmter Bäume verzichten oder gezielt Totholzstrukturen erhalten.

Im Forstgut Lambach werden solche Strukturen gezielt erhalten, um natürliche Zerfallprozesse zu fördern. Besonders in den strukturreichen Mischwäldern des Forstguts können Totholz und Biotopbäume einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Wasserhaushalts und zur Förderung natürlicher Verjüngungsprozesse leisten. Dabei kommen auch gefährdete Arten vollkommen auf ihre Kosten.

Text und Fotos: Bernd Stadlmann
(jas)



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