Christian Hierold (links) und Streetworker Ben Peter (rechts) vor dem Fenster des Büros des Regensburger Kältetelefons

Kälteschutztelefon: Caritas startet Schulungen für Ehrenamtliche

Winterhilfe beginnt im Sommer!


Regensburg, 29. Mai 2026

Regensburg schwitzt – und bei der Caritas laufen bereits die Vorbereitungen für den nächsten Winter. Das Team des Kälteschutztelefons zieht Bilanz aus der vergangenen Saison und startet demnächst mit Schulungen für Ehrenamtliche, denn: Wirksame Winterhilfe beginnt bereits im Sommer.

Die Bilanz des vergangenen Winters zeigt, dass das Kälteschutztelefon in Regensburg gut angenommen wird: Insgesamt gingen 154 Anrufe ein. In rund 80 Fällen wurden konkrete Hilfen organisiert: Vermittlungen in Notunterkünfte, die Einbindung von Streetwork oder die Organisation von Notfallpaketen.

Hinsehen und Hilfe organisieren

Wenn Menschen im Winter im öffentlichen Raum übernachten und gesundheitlich gefährdet sind, zählt oft vor allem eines: dass jemand hinsieht und Hilfe organisiert. Genau hier setzt das Kälteschutztelefon der Caritas Regensburg an. Unter der Notfallnummer 0175 / 145 56 69 kann jeder anrufen und Menschen melden, die bei Frost und Dunkelheit draußen sind. Die Nummer ist im Winter rund um die Uhr besetzt. 

Für Brigitte Weißmann, Leiterin des Referats Besondere Lebenslagen und verantwortlich für das Kälteschutztelefon, lässt sich die Wirkung des Angebots nicht allein an Zahlen messen: „Jede erreichte Person, jede Vermittlung in eine Unterkunft und jede gesundheitliche Gefährdung, die verhindert werden konnte, zählt. Das Kälteschutztelefon bietet Bürgern eine direkte Anlaufstelle – und Betroffenen einen niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützung, Beratung und Notunterbringung.“

Jeder hat das Recht, Hilfe abzulehnen

Weißmann erklärt, warum es neben Polizei, Rettungsdienst und kommunalen Strukturen zusätzlich ein sozialarbeiterisches Angebot wie das Kälteschutztelefon braucht: „Polizei und Rettungsdienst haben klar umrissene gesetzliche Aufgaben. Was dazwischen häufig fehlt, ist ein niedrigschwelliger Zugang zu Menschen, die durch viele Raster fallen. Das Kälteschutztelefon schließt diese Lücke zwischen akuter Gefahrenabwehr und sozialer Unterstützung.“

Immer wieder stellt sich dabei die Frage, wie mit Menschen umzugehen ist, die Hilfe ablehnen. Solange keine akute Gefährdung vorliege, werde diese Entscheidung respektiert. Bestehe jedoch der Eindruck einer medizinischen Notlage oder gar Lebensgefahr, müsse unverzüglich der Rettungsdienst verständigt werden.

„Jeder Kontakt kann eine Tür zu weiterführender Hilfe öffnen“

Das Kälteschutztelefon löst aber nicht die Ursachen von Obdachlosigkeit. „Jeder Kontakt kann eine Tür zu weiterführender Hilfe öffnen. Das Kälteschutztelefon schützt Menschen in akuten Situationen – ist aber kein Ersatz für langfristige Lösungen.“

Jetzt mitmachen beim Kälteschutztelefon: Die Caritas Regensburg sucht Ehrenamtliche!

Das Kälteschutztelefon wird im Winterhalbjahr durch Ehrenamtliche unterstützt. Zu den Aufgaben gehören:

  • Eingehende Hinweise annehmen
  • Weitervermitteln an zuständige Stellen

Bereits jetzt im Sommer bereitet die Caritas die Ehrenamtlichen auf ihren Einsatz vor mit Schulungen, festen Ansprechpartnern, regelmäßigem Austausch und Teamevents. Zudem gibt es eine Aufwandsentschädigung im Rahmen der Übungsleiterpauschale und weitere Angebote für Ehrenamtliche.

Text: Caritasverband für die Diözese Regensburg e.V.

(SSC)

Weitere Infos

Wenn Sie im Kampf gegen die Obdachlosigkeit in Regensburg mitmachen möchten, wenden Sie sich per E-Mail an kaelteschutz(at)caritas-regensburg.de.

Zu den Aufgaben gehören:

  • Eingehende Hinweise annehmen
  • Weitervermitteln an zuständige Stellen

Die Einsätze finden werktags zwischen 8 und 18 Uhr statt und können flexibel übernommen werden.

Voraussetzung sind:

  • Volljährigkeit
  • Einfühlungsvermögen & Offenheit für die Lebenslagen wohnungsloser Menschen
  • Reaktionsfähigkeit


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