Suche
Kategorien
Seiten
Nachrichten
Bilder
Videos
{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Seite{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Neuigkeit
Schmuckstücke im Bistum: Jugendstil in Weiden-St. Josef
David gegen Goliath

Weiden, 25. Februar 2026
Dr. Daniel Rimsl arbeitet als Kunsthistoriker bei der Abteilung Kunst- und Denkmalpflege des Bistums Regensburg. Als Leiter der Fachstelle Inventarisierung ist er ein wahrer Kenner der zahlreichen „Schmuckstücke“ in den Kirchen unseres Bistums. In unserer neuen Reihe stellt er uns regelmäßig besondere Kunstobjekte vor. Für unsere aktuelle Folge hat unser TV-Redakteur Harald Beitler den Kunsthistoriker nach Weiden begleitet. In unserem TV-Beitrag zeigt uns Daniel Rimsl ein wahres Juwel des Jugendstils – das Gotteshaus St. Josef mit einer beeindruckenden Darstellung von David und Goliath.
Faszinierende Wandgemälde und Stuckdekoration
Weiden hatte lange Zeit nur eine Pfarrkirche, St. Michael, die seit 1656 von beiden Konfessionen genutzt wurde. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Simultaneum aufgelöst, die Katholiken erbauten sich eine neue große Pfarrkirche in Gestalt einer romanischen Basilika. Diese wurde 1901 dem heiligen Josef geweiht, die Ausstattung mit Altären und Kanzel erfolgte bis 1903. Die Apsis über dem Hochaltar malte der Münchener Maler Franz Hofstötter ebenfalls noch im neuromanischen Stil aus. Um diese Zeit wandte er sich aber dem damals modernen Jugendstil zu und empfand sein Werk selbst als altmodisch. Er schlug der Pfarrei daher 1905 vor, die Kirche völlig im Jugendstil auszugestalten. Die Arbeiten, an deren Ausführung auch der Weidener Maler Wilhelm Vierling großen Anteil hatte, waren 1915 abgeschlossen. Das umfangreiche Bildprogramm stammt von Johann Wolfsgruber, Pfarrer in Ludwigsthal bei Zwiesel (Diözese Passau), dessen Kirche ebenfalls Hofstötter ausgemalt hat.
Das Innere der Weidener Josefskirche zeigt sich als ein einzigartiger Raum, in dem die starre, hochmittelalterlichen Vorbildern folgende Architektur eine untrennbare Verbindung mit der vibrierenden Ausgestaltung im Jugendstil eingeht: Wandgemälde und Stuckdekoration faszinieren in ihrer gestalterischen Vielfalt, den reichen Ornamenten und verrätselten Symbolik.
David gegen Goliath – ein ungleicher Kampf
An den Hochwänden des Mittelschiffs sind Szenen aus dem Alten Testament dargestellt, zumeist in Wandmalerei. Der kleine David, der den Riesen Goliath mit der Schleuder erlegt, ist als weit überlebensgroße, freiplastische Figurengruppe von rund vier Metern aus Stuck modelliert.
Für viele alttestamentliche Darstellungen in Kirchen gilt, dass sie als Vorausdeutung auf das christliche Erlösungswerk zu verstehen sind: Wie zum Beispiel der Prophet Jona von einem Fisch verschluckt wurde und drei Tage in seinem Bauch verbrachte, so erstand Christus am dritten Tage aus dem Grab auf. Dementsprechend konnte auch der Kampf Davids gegen Goliath christlich gedeutet werden: allgemein als der Sieg Christi über den Satan, aber auch als die Furchtlosigkeit der frühchristlichen Märtyrer.
In der Weidener Josefskirche ist der Kampf zwischen David und Goliath in einem Moment der Unentschiedenheit festgehalten: Goliath, der Übermächtige, holt mit dem Schwert zum Schlag aus; mit einem Fuß steht er auf einer Schildkröte, ein seltsames Detail. David, nur halb so groß wie Goliath und diesem körperlich völlig unterlegen, nimmt unter großer Anspannung Schwung mit seiner Schleuder aus.
Wer mit der biblischen Erzählung vertraut ist, weiß, wie der Kampf ausgeht. Ohne dieses Wissen aber stehen hoch über den Köpfen der Betrachtenden zwei Gegner von kolossaler Größe in dem spannenden Augenblick vor der Entscheidung.
Text: Dr. Daniel Rimsl
(jas)








