Papst Leo XIV. in Kamerun

Papst Leo bei Friedenstreffen in Kamerun

„...um den Frieden zu verkünden“


Bamenda / Regensburg, 17. April 2026

Im kamerunischen Bamenda hat Papst Leo XIV. am Donnerstagmittag an einem Friedenstreffen teilgenommen. Dabei rief er aus: „In Gott, in seinem Frieden, können wir immer wieder neu beginnen!“ Der Pontifex verbringt seinen zweiten Tag in Kamerun nicht in der Hauptstadt Yaoundé, wo er am Mittwoch gelandet war, sondern in Bamenda im Nordwesten des Landes. Erst am Abend kehrt er nach Yaoundé zurück.

„Ich bin hier, um den Frieden zu verkünden“, erklärte Leo. „Doch ich stelle fest, dass ihr es seid, die mir und der ganzen Welt den Frieden verkünden. Wie einer von euch bemerkte, hat die Krise, die diese Regionen Kameruns erschüttert, christliche und muslimische Gemeinschaften einander nähergebracht als je zuvor. Tatsächlich haben sich eure religiösen Führer zusammengeschlossen, um eine Friedensbewegung zu gründen, durch die sie zwischen den verfeindeten Seiten vermitteln wollen.“

„Ich wünschte, dies würde an so vielen anderen Orten der Welt geschehen“, fuhr der Papst fort. „Euer Zeugnis, euer Einsatz für den Frieden kann ein Vorbild für die ganze Welt sein! Jesus hat uns gesagt: Selig sind die Friedfertigen!“ Dann fügte er hinzu: „Aber wehe denen, die die Religion und den Namen Gottes selbst für ihre eigenen militärischen, wirtschaftlichen oder politischen Zwecke missbrauchen und das Heilige in Finsternis und Schmutz ziehen. Ja, meine lieben Schwestern und Brüder, ihr, die ihr nach Gerechtigkeit hungert und dürstet, die ihr arm, barmherzig, sanftmütig und reinen Herzens seid, ihr, die ihr geweint habt – ihr seid das Licht der Welt!“

Mit Blick auf Kriege und Konflikte sagte Leo: „Wir müssen einen entschiedenen Kurswechsel vollziehen – eine echte Umkehr –, der uns in die entgegengesetzte Richtung führt, auf einen nachhaltigen Weg, der reich an menschlicher Geschwisterlichkeit ist. Die Welt wird von einer Handvoll Tyrannen verwüstet, doch sie wird von einer Vielzahl unterstützender Brüder und Schwestern zusammengehalten!“

„Der Frieden ist nichts, was wir erfinden müssen“, betonte Papst Leo. „Er ist etwas, das wir annehmen müssen, indem wir unseren Nächsten als unseren Bruder und unsere Schwester annehmen. Wir suchen uns unsere Brüder und Schwestern nicht aus: Wir müssen einander einfach annehmen! Wir sind eine Familie, die dasselbe Zuhause bewohnt: diesen wunderbaren Planeten, den alte Kulturen über Jahrtausende hinweg gepflegt haben.“ In Kamerun kommt es seit Jahren zu Gewalt. Im Nordwesten und im Südwesten kämpfen Armee und anglophone Separatistengruppen, während im Norden die radikale islamische Terrororganisation Boko Haram immer wieder Menschen um ihres christlichen Glaubens willen brutal ermordet und vertreibt.

Text: CNA Deutsch

(sig)



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