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Neues Buch: Hausmadonnen und mehr

Entdeckungsreisen zu Maria in der Öffentlichkeit

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18. Mai 2022. Ein geistlicher Stadtführer ist erschienen: „Die Schönste von allen“ – das ist der Titel des handlichen Buches, das Hausmadonnen und öffentliche Bildnisse der Gottesmutter Maria in den Straßen von Regensburg vorstellt. Der Band ist aktuell im Verlag Friedrich Pustet herausgekommen, und am Mittwochvormittag waren Bischof Rudolf Voderholzer, die Herausgeber des Buches und Medienvertreter vor dem Westportal der Dompfarrkirche in der Niedermünstergasse versammelt. Dort ist die Strahlenkranzmadonna exemplarisch für die Mariendarstellungen im öffentlichen Raum angebracht, und dort wurde die „Sehschule“ – als solche nannte der Bischof das Buch mit seinen 302 Seiten über den „geistlichen Stadtführer“ hinaus – der Öffentlichkeit präsentiert.

Wanderungen im Lockdown

Das Buch ist auch eine Frucht der Corona-Zeit: Während des Pressegesprächs war nämlich zu erfahren, dass der Bischof von Regensburg während der Lockdowns bei Wanderungen durch die Stadt die vielen Madonnen und Darstellungen im öffentlichen Raum entdeckte und wiederholt fotografierte. In dem Buch erscheinen 72 „Bildnisse mit Erläuterungen“. Domkapitular Dr. Kreiml stand der Buchpräsentation vor.

Das Wirken von Äbtissin Anna Maria

Bischof Voderholzer hat ein Geleitwort für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt, in dem es heißt: „Ich bin zuversichtlich, dass nach den Hausmadonnen auch bald die übrigen Zeugnisse des Glaubens in den Straßen auf diese Weise erfasst und ins Blickfeld der Aufmerksamkeit gerückt werden.“ Auch findet sich in der Publikation seine Predigt „Vertrauen auf die Gottesmutter“ zur Rosenkranz-Andacht mit anschließender Prozession zur Patrona Bavariae über dem Portal der Niedermünsterkirche aus dem Jahr 2020. Darin beschreibt der Bischof das Wirken von Frau Äbtissin Anna Maria von Salis von Niedermünster, die das Zeichen der Patrona Bavariae aus München in ihrer Zeit aufgreift und dieses, allerdings in eigener künstlerischer Ausarbeitung, über dem Portal in Regensburg anbringen lässt. Demnach ist in den Stein des Sockels die Jahreszahl 1621 eingemeißelt.

Herausgeber von „Die Schönste von allen“ sind Domkapitular Prof. Dr. Josef Kreiml, Vorsitzender des Institutum Marianum Regensburg, Diözesankonservatorin Dr. Maria Baumann und Dr. Achim Dittrich, Mitarbeiter am Institutum Marianum. Mitgewirkt hat dabei ebenfalls Dr. Adolfine Treiber, die lange Jahre am Institut gearbeitet hat. Das neue Buch ist Band 3 der Regensburger Marianischen Beiträge, die im Auftrag des Institutum erscheinen.

Der Glaube in den Straßen

Bischof Dr. Voderholzer versteht die Veröffentlichung als Verwirklichung der „neuen Aufmerksamkeit für den Glauben in unserer Straßen“. Im Übrigen ist die Renovierung der Strahlenkranzmadonna an der Dompfarrkirche durch den Staat, der die Baulast an der Niedermünsterkirche trägt, auf den Weg gebracht. Weitere Zeichen des Glaubens im öffentlichen Raum in Regensburg sind die Heiligen, die in dem Buch freilich als „Seitenblick“ enthalten sind.

Ikonographie der Jahrhunderte

Dr. Dittrich erklärte in seinen Ausführungen die Strahlenkranzmadonna anhand der sich entwickelnden Ikonographie der Jahrhunderte. Der München-Bezug ist offensichtlich – der Typus der Patrona Bavaria war 1616 an der Westfront der Münchner Residenz aufgestellt worden. Die Ausarbeitung in Regensburg stützt sich allerdings noch auf ein gotisches Konzept.

Dr. Maria Baumann sagte, dass künstlerische Darstellungen Mariens zwar oft Einzelheiten oder Feinheiten beträfen: „Aber wenn man sie sich wegdenkt, ist die ganze Fassade anders!“. Oft sei es ja so, dass man im Urlaub andernorts gerade solche Kunstwerke schätze, während sie einem zu Hause gar nicht so recht auffallen. Da sei nun aber das neue Buch eine hilfreiche Stütze, um Schätze in der Heimat kennen- oder vertiefen zu lernen. Überhaupt, so die Ansicht der Diözesankonservatorin, gehörten solche Kunstwerke nicht ins Depot. Und viel werde unternommen, damit sie, sollten sie einmal abhanden gekommen sein, ihre „angestammten Plätze wiederfinden“.

Gehen Sie los!

Domkapitular Prof. Kreiml dankte dem Theologischen Cheflektor des Verlags Friedrich Pustet, Dr. Rudolf Zwank, für die immer gute und bereits seit Langem bewährte Zusammenarbeit. Am Abend sollte eine Führung durch die Stadt zu vielen der Hausmadonnen für Interessierte stattfinden. Die Diözesankonservatorin hatte entsprechend einen schönen Schlusspunkt an das Pressegespräch am Vormittag gesetzt, der alles Gesagte treffend zusammenfasste: „Es macht Freude, auf Entdeckungsreise zu gehen. Gehen Sie los!“.