News Bild Mit Jesus gestärkt zum Osterfest – Bischof Dr. Voderholzer besucht die Pfarrei St. Sebastian Waldthurn

Mit Jesus gestärkt zum Osterfest – Bischof Dr. Voderholzer besucht die Pfarrei St. Sebastian Waldthurn

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Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat während seiner Amtszeit bereits dreimal dem Heiligen Berg der Oberpfalz und der Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung“ auf dem 801 Meter hohen Fahrenberg einen Besuch abgestattet. Nun war es am zweiten Fastensonntag der dringende Wunsch des Bischofs, im Rahmen eines Pastoralbesuchs auch bei der Pfarrei St. Sebastian in Waldthurn einen Halt einzulegen. Die Marktgemeinde hatte sich dafür besonders herausgeputzt und den Marktplatz beflaggt. Sogar ein Hauch von Frühlingslüftchen wehte am Sonntag bei strahlend blauem Himmel herbei und legte eine Feiertagsstimmung über das Waldthurner Land. An der Dreifaltigkeitssäule empfing Pfarrer Norbert Götz den hohen Würdenträger aus Regensburg und die Waldthurner Trachtenkapelle spielte unter Leitung von Josef Pflaum senior ein schmissiges Ständchen auf, bevor sich ein langer Kirchenzug mit Bürgermeister Josef Beimler, Kirchenpfleger Max Kick und Pfarrgemeinderatssprecherin Birgit Bergmann an der Spitze sowie den kirchlichen Gremien, Vereins- und Fahnenabordnungen bildete.

An der Pfarrkirche St. Sebastian warteten bereits die Mädchen und Buben der Kindertagesstätte St. Josef mit Leiterin Sonja Kick und den Erzieherinnen voller Vorfreude auf den Bischof und schwenkten beglückt ihre gelb-weißen Fähnchen. Außerdem versammelten sich die Schüler der Wolfgang-Caspar-Printz-Grundschule mit Rektorin Carina Hartwig und Silvia Wittmann. „Herzlich willkommen, lieber Herr Bischof. In unserer Mitte begrüßen wir Sie heute“, sangen die Kinder freudestrahlend mit Gitarrenbegleitung ihrer Lehrerin. „Wir Kinder kennen schon den Grund, für diese feierliche Stund‘. Zum Pastoralbesuch sind Sie gekommen, Sie haben den weiten Weg von Regensburg nach Waldthurn auf sich genommen. Ihre Verbundenheit mit unserer Pfarrei schenkt uns Licht. Ihr Kommen bringt uns Freude und tut unserem Glauben gut. Auf all Ihren weiteren Wegen wünschen wir Kinder Ihnen Gottes Segen.“ Sophia Kleber, Julius Hornstein und Maximilian Rieder begrüßten Bischof Rudolf mit diesen kleinen Versen. Gerne spendete Bischof Rudolf allen Kinder anschließend den Einzelsegen.

Normalerweise spricht der Bischof am zweiten Fastensonntag in einem Hirtenwort an seine Gläubigen. In Waldthurn sei er an diesem Tag gleich selbst vorbeigekommen, lächelte Pfarrer Götz, als er den Bischof in der vollbesetzten Pfarrkirche willkommen hieß. Der zweite Fastensonntag ist auch als Caritassonntag bekannt und auf dem dazugehörigen Plakat stehe groß das Wort „Begegnung“. Für den freundlichen Empfang dankte der Bischof herzlich allen Mitfeiernden. Vor allem die große Schar an Kindern überwältigte den Bischof. Anlässlich des Bischofsbesuchs brannten die zwölf Apostelleuchter in der Kirche, die im Jahr 1983 vom mittlerweile verstorbenen Bischof Manfred Müller gesalbt worden waren. Damit steht die Kirche auf apostolischem Grund. Die Lesung aus dem Buch Genesis trug Pfarrgemeinderatssprecherin Birgit Bergmann vor, die zweite Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper Georg Wittmann aus Frankenrieth. Das Evangelium des Tages war Diakon Janusz Szubartowicz vorbehalten. Es handelte von der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor.

In seiner Predigt ging Bischof Rudolf Voderholzer näher auf diese biblische Geschichte ein, die davon berichtet, dass Jesus mit drei auserwählten Jüngern, Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes, auf den hohen Berg steigt und vor ihren Augen verwandelt wird. Großartig fand es der Bischof, dass so viele Kinder anwesend waren. Allerdings hatte er keine Kinderpredigt vorbereitet und wollte vielmehr das Evangelium den Erwachsenen erläutern. Dafür holte er sich aber schmunzelnd die Erlaubnis von den Kindern ein, die er sogleich erhielt.


Der Fahrenberg sei für die Waldthurner Gläubigen auch fast wie der Berg Tabor im Heiligen Land, fand Bischof Rudolf. Nur dass der Fahrenberg in weitere Hügel des Böhmerwaldes eingebettet ist, sagte er. Im Evangelium allerdings handelte sich um keine Wallfahrt, keinen Sonntagsnachmittagspaziergang und auch keine Fitnessübung, sondern Jesus wählte an einem ganz bestimmten Punkt seines Wirkens drei Apostel aus, um auf diesen Berg zu steigen und um zu beten. „Mit Gott, seinem Vater, Zwiesprache halten, um sich wieder neu zu verwurzeln.“ Diese Begebenheit geschieht an einer ganz bestimmten Stelle, an einem Wendepunkt in seinem Leben, am Beginn seines Kreuzwegs. Jesus hatte in Galiläa das Reich Gottes verkündet, die Bergpredigt gehalten, Kranke geheilt und die Apostel in seine Nachfolge gerufen, dass sie von ihm lernten. Viele waren gefolgt, die er abends zu Tausenden in der Brotvermehrung stärkte. Viele Menschen wandten sich aber wieder ab und aus einer anfänglichen Begeisterung wurde Skepsis. „Selbst die Apostel haben nicht richtig verstanden, dass Jesus gekommen war, um den Willen seines Vaters zu erfüllen und das Schicksal des Gottesknechtes und das Kreuz des Leidens auf sich nehmen musste.“ In dieser Situation, in der es auf eine Entscheidung hinausläuft, sucht er die Nähe seines Vaters, der ihm sagt: „Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“ Dadurch wird Jesus der Rücken gestärkt und ein Augenblick geschenkt, in dem das Ziel, die Auferstehung, auf ihn wartet. Jesus wurde dadurch auch neue Kraft geschenkt. Deswegen werde dieses Evangelium am Beginn der österlichen Vorbereitungszeit gehört, um dann mit Jesus gestärkt den Weg zum Osterfest hinaufziehen zu können.

Solche Tabor-Augenblicke sollten auch die Gläubigen immer wieder erfahren, dass der hin und wieder schwere Alltag und der mühselige Lebensweg, der oft genug auch ein Kreuzweg ist, immer wieder von einem Licht durchstrahlt wird. „Solche geschenkten Augenblicke“ wünschte der Bischof allen. „Es ist etwas Wunderbares, das eigene Leben geschenkt zu bekommen.“ Schließlich dankte der Bischof für alles Gute, das in der Pfarrei St. Sebastian geschieht, und für viele solcher Augenblicke, die den Gläubigen Kraft schenken: angefangen vom Pfarrer, der Mühe, Begeisterung und Leidenschaft in das Gemeindeleben einbringt, über die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, von der Sakristei bis hinauf zur Empore zum Kirchenchor. „Dafür möchte ich Ihnen allen von Herzen danken.“ Der Pfarrer alleine könne das nicht alles verwirklichen.

Insbesondere dankte der Bischof Josef Müllner für 70 Jahre Engagement im Kirchenchor, davon viele Jahre in der Leitung und in der Verantwortung, sagte der Bischof. „Vergelt’s Gott dafür.“ Durch die Kirchenmusik bekommt ein Gottesdienst den verdienten Glanz. „In Waldthurn erlebe ich heute, wie es in einer betenden Gemeinde sein sollte“, lobte der Bischof die Pfarrgemeinde. Und fügte an: „Ich weiß, warum ich den Kopf hinhalte, wenn alle auf die Kirche schimpfen. Ich weiß, was ich an der Kirche habe.“