Bedkhem-Kirche in Isfahan, Iran

Militärschlag im Iran – Sorge um Christen

Sechs katholische Bistümer in Gefahr


Teheran / Regensburg, 28. Febraur 2026

Die USA und Israel haben mit Militärschlägen im Iran begonnen, die Befreiung für Millionen von Menschen in religiösen Minderheiten sowie das Ende einer aggressiven Atomaufrüstung der schiitisch-moslemischen Mullahs bewirken sollen. Für uns ein Anlass, an die Christen in diesem seit fst 50 Jahren geschundenen Land zu denken.

Von den 90 Millionen Iranern bekennen sich nur wenige Hunderttausend zum christlichen Glauben. Die armenische Gemeinschaft ist die älteste und zahlenmäßig stärkste; ihr Zentrum liegt in der Stadt Isfahan, mit der Erlöserkathedrale von Vank, die mit wertvollen Fresken geschmückt ist. Die Armenier sind seit Jahrtausenden im heutigen Iran präsent und standen zunächst mit dem alten Persischen Reich und später mit den schiitischen Herrschern in Kontakt. Sie druckten Bücher und trieben Handel. Heute liegt ihre Zahl bei nur noch 150.000 Gläubigen: Apostolische, Katholiken und Evangelikale.

Zahlenmäßig an zweiter Stelle, was christliche Gemeinschaften im Iran betrifft, liegen die Assyrer mit 30.000 Gläubigen, gefolgt von chaldäischen und lateinischen Katholiken; die katholischen Bistümer zählen rund 24.000 Gläubige. Im Land leben auch einige wenige orthodoxe Christen. Einige Quellen sprechen auch von der Existenz einer Untergrundgemeinde; sie soll sich aus früheren Muslimen zusammensetzen, die nach diesen Berichten vom Islam zum evangelikalen oder pfingstkirchlichen Christentum übergetreten sind.

Sechs katholische Bistümer - und ein Kardinal

Es gibt sechs katholische Diözesen: vier chaldäische, die ihren Patriarchatssitz in der irakischen Hauptstadt Bagdad haben. Dazu kommen die armenische Kirche in Isfahan, die bereits erwähnt wurde, und eine lateinische. Die Letztgenannte wurde 2021 dem belgischen Minoritenmönch Dominique Joseph Mathieu anvertraut; Papst Franziskus machte Mathieu 2024 zum Kardinal.

Während der iranischen Revolution und der Machtübernahme durch die Ayatollahs im Jahr 1979 verließen viele Armenier das Land und flohen ins Ausland, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Doch die im Land verbliebenen Armenier bekennen sich dort weiter zu ihrem Glauben und spielen auch eine aktive Rolle in der Gesellschaft. Im Iran wurden Christen, Juden und Zoroastrier in der Verfassung von 1906 offiziell als „religiöse Minderheiten” anerkannt. 1928 wurde ihnen eine parlamentarische Vertretung garantiert. 1943 erhielten sie auch Autonomie in zivilrechtlichen Fragen, die die Familie betreffen: Eheschließungen, Trennungen, Testamente und Adoptionen.

Vorrechte de facto bestätigt

Die Islamische Republik hat diese Vorrechte de facto bestätigt, jedoch unter dem Vorbehalt einer Einhaltung der islamischen Gesetze: Kontrolle der Lehrpläne, Verbot des Alkoholkonsums und des Glücksspiels. Darüber hinaus müssen Frauen ihre Haare bedecken und in der Öffentlichkeit auf Kosmetika verzichten. Nach islamischer Lesart sind Christen damit „dhimmi”, also „Gebundene”, was als eine Art Gesellschaftsvertrag bezeichnet wird, de facto aber bedeutet, dass alle Menschen, die nicht zum Islam zählen, unterjocht sind.

Viele armenische Christen im Iran sind Mitglieder von Wohltätigkeits-, Kultur- und Sportvereinen, die für die Vermittlung des christlichen Geistes und der armenischen Kultur von grundlegender Bedeutung sind. Sie haben hie eine kulturelle Nische gefunden. Von den über 24 armenischen Schulen, die einst die Kinder der Gemeinde unterrichteten, hat heute nur noch die Hälfte einen armenischen Schulleiter. Einfach ist es für Christen (Armenier und andere) nicht, ihre Identität in einer durch und durch muslimischen Gesellschaft wie dem Iran zu bewahren.

Text: Vatican News

(sig)

Weitere Infos

Unser Bild zeigt die Bedkhem-Kirche in Isfahan, Iran; Blick auf in den östlichen Chor und die Apsis.



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