News Bild "Im Licht des Glaubens für die Kirche gekämpft" – Bischof Rudolf Voderholzer gedenkt des 70. Todestages von Domprediger Dr. Johann Maier

"Im Licht des Glaubens für die Kirche gekämpft" – Bischof Rudolf Voderholzer gedenkt des 70. Todestages von Domprediger Dr. Johann Maier

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Zum 70. Todestag von Domprediger Dr. Johann Maier (1906-1945) feierte Bischof Rudolf Voderholzer im Dom St. Peter ein Pontifikalamt mit zahlreichen Regensburger Gläubigen. Darunter waren nicht nur die Vertreter des Bayerischen Landeskomitees der Katholiken, die zu ihrer Frühjahrsvollversammlung in Regensburg weilten, sondern auch Fahnenabordnungen kirchlicher Verbände aus Regensburg und die Mitglieder des Ordens der Ritter vom Heiligen Grab.

Der 24. April 1945 - 3 Uhr 25

In den frühen Morgenstunden des 24. April 1945 wurde der 38jährige Domprediger Dr. Johann Maier auf dem Moltkeplatz (heute Dachauplatz) erhängt, weil er im Rahmen einer spontanen Versammlung der Regensburger Bürger, die eine kampflose Übergabe der Stadt an die Allierten forderten, zu den Menschen gesprochen hatte. Mit ihm wurde auch der 70jährige Zivilist Josef Zirkl hingerichtet, mit den Gesichtern zum Dom hin hängend. Bereits am Vortag war der frühpensionierte Gendamerie-Hauptwachtmeister Michael Lottner erschossen worden, er hatte der Verhaftung von Domprediger Dr. Johann Maier lautstark widersprochen. Seinen Leichnam hatte man zur Abschreckung der Bevölkerung unter den Galgen gelegt.

Danken - Gedenken und Nachdenken

Bischof Rudolf Voderholzer bezeichnete in seiner Predigt den Gedenkweg für die Opfer des Nationalsozialismus, der am Vortag durch die Regensburger Altstadt gegangen worden war als einen "Meilenstein in der Gedenkkultur der Stadt Regensburg". Erstmals war nämlich aller Opfer der Gewaltherrschaft gemeinsam mit vielen unterschiedlichen Gruppierungen und Institutionen gedacht worden. Mit dem Totengedenken in dieser Messe, so der Bischof, geschehe keine Abgrenzung dazu, sondern alle Opfer seien mit ihrem Lebenszeugnis eingeschlossen, besonders jene, die ausdrücklich wegen ihrer Kirchlichen Gesinnung verfolgt wurden. So erinnerte er auch an den "Konnersreuther Kreis" aus dem viele Widerstandskämpfer der Oberpfalz hervorgegangen waren, wie z.B. der Publizist Dr. Fritz Gerlich (1883-1934), der im KZ Dachau hingerichtet wurde.

"Es liegt mir fern, unsere Gegenwart und den Gegenwind, dem die Kirche sich ausgesetzt sieht in unseren Tagen", so Bischof Rudolf weiter, "auf eine Stufe zu stellen mit der Kirchenverfolgung dieser Jahre". Der Bischof rief aber dazu auf, aus dem Erlebten Lehren zu ziehen, und heute unerschrocken sich dort einzusetzen, wo es um die Menschenwürde gehe. Er nannte zwei Beispiele, die aktuelle Debatte um ein würdevolles Sterben und der Gender-Mainstream. Dabei erinnerte er auch an seinen großen Vorgänger, den hl. Bischof Wolfgang, der als ein "Meister des Sterbens" gilt und dessen Bekenntnis: "Sterben ist keine Schande, Schande bringt nur ein schlechtes Leben".

Im Blick auf die Genderideologie warnte der Bischof davor, nicht nur Geschlechtergerechtigkeit und Toleranz dahinter zu sehen, sondern die verhängnisvolle Kernaussage: "Nicht Gott hat den Menschen als Mann und Frau erschaffen...sondern die geschlechtliche Bestimmung des Menschen ist ein beliebiges und frei wählbares Kulturprodukt". Dem stellte er das Ehesakrament entgegen, das er als "eines der großen Geschenke des Herrn an seine Kirche" bezeichnete und das auch als "Zukunftsmodell für die Gesellschaft" von der Kirche und den Gläubigen beworben werden sollte.

Nach dem Pontifikalsegen begab sich der Bischof mit den zahlreichen Konzelebranten in die Bischofsgruft, um dort am Grab von Domprediger Dr. Maier im Gebet seiner zu gedenken. Im Jahre 2005 waren seine sterblichen Überreste von Marklkofen im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau in die Krypta des Hohen Domes St. Peter feierlich übertragen worden. Im Dom selbst erinnert ebenfalls eine Gedenktafel an den mutigen Kämpfer für Christus und die Kirche.


Hier finden Sie die Predigt des Bischofs zum Nachlesen: Predigt von Bischof Rudolf Voderholzer zur Messfeier mit dem Landeskomitee der Katholiken