Verklärung Christi

Durch das Kirchenjahr: der Blog zum Sonntagsevangelium

Neuanfang


Regensburg, 5. April 2025.

Der Predigttext für den kommenden Sonntag steht im Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Philippi. Dort sind es im dritten Kapitel die Verse acht bis 14. Der Apostel zeigt sich hier als ein unbedingter und kompromissloser Anhänger der Lehre Jesu Christi. Sehr anschaulich stellt er die Unbedingtheit dar, mit der er selbst in die Nachfolge Christi eingetreten ist – um des kommenden Reiches willen. Auf beeindruckende Weise gibt er damit ein Beispiel, dem, das wir eindeutig, auch die Gemeinde in Philippi folgen soll – um ihres Seelenheils willen.

Fünfter Fastensonntag C – Philipperbrief 3, 8 – 14


8 „Schwestern und Brüder! 8Ich halte dafür, dass alles Verlust ist, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles überragt. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen 9 und in ihm erfunden zu werden. Nicht meine Gerechtigkeit will ich haben, die aus dem Gesetz hervorgeht, sondern jene, die durch den Glauben an Christus kommt, die Gerechtigkeit, die Gott schenkt aufgrund des Glaubens. 10 Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden, indem ich seinem Tod gleich gestaltet werde. 11 So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen. 12 Nicht dass ich es schon erreicht hätte oder dass ich schon vollendet wäre. Aber ich strebe danach, es zu ergreifen, weil auch ich von Christus Jesus ergriffen worden bin. 13 Brüder und Schwestern, ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon ergriffen hätte. Eines aber tue ich: Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist. 14 Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis: der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“

An diesem Fastensonntag zieht sich ein Motiv durch alle biblischen Lesungen: Die Vergangenheit liegt hinter uns, Gottes Erbarmen vor uns. Im Evangelium (Joh 8,1-11) hören wir von der Ehebrecherin, die zu Jesus gebracht wird. Die Pharisäer stellen dem Herrn eine Fangfrage: „Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Was sagt du?“ (Joh 8,5). Jesus scheint vor einem Dilemma zu stehen: Entweder muss er den Tod der Frau billigen oder sich gegen das Gesetz stellen. Jesus aber antwortet: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.“ (Joh 8,7). Keiner wagt es – und die Frau kann leben. Jesus gibt ihr einen Satz mit auf den Weg: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“ (Joh 8,11).

Jesus heißt nicht die Sünde gut. Er nimmt ernst, was geschehen ist – und vergibt. Er sieht das Gute in der Frau und eröffnet ihr die Chance für ein neues Leben. Dieser Gedanke zieht sich auch durch die Lesung aus dem Alten Testament (Jesaja 43,16-21). Dort hören wir: „Der HERR spricht: Denkt nicht mehr an das, was früher war; auf das, was vergangen ist, achtet nicht mehr! Siehe, nun mache ich etwas Neues. Schon sprießt es, merkt ihr es nicht?“ (Jes 43,18-19). Gott eröffnet neue Wege für sein Volk. Er richtet seinen und unseren Blick auf die Zukunft; das Vergangene soll uns nicht mehr kümmern. Wo Gott will, beginnt etwas Neues, es beginnt, ganz leise zu sprießen. Im Zwischengesang (Ps 126) hören wir den Jubel des Volkes Israel, nachdem Gott sein Volk aus der Verbannung zurückführt: „Als der HERR das Geschick Zions wendete, da waren wir wie Träumende (…) Ja, groß hat der HERR an uns gehandelt. Da waren wir voll Freude.“ (Ps 126,1.3). Der Herr handelt groß an seinem Volk – groß auch hat er an der Ehebrecherin gehandelt und groß will er an uns handeln.

Der Apostel Paulus erlebt die Begegnung mit dem Auferstandenen ebenfalls als Wendepunkt seines Lebens. In der Lesung aus dem Philipperbrief hören wir, dass die Vergangenheit für Paulus nicht mehr entscheidend ist. Für den Herrn hat er alles aufgegeben, „um Christus zu gewinnen.“ Auch der Apostel wendet den Blick nach vorne: „Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist.“ Wir bedürfen dieser Wendung immer wieder aufs Neue. Als Christen sind wir nicht „fertig“ oder bereits vollendet. Wir haben ein „Ziel vor Augen“, schreibt Paulus: die „Berufung Gottes in Christus Jesus.“ Dieser Berufung wollen auch wir nachjagen und – wo nötig – unser Leben ändern. Wir wissen Christus an unserer Seite. Er spricht auch zu uns: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“

Text: Benedikt Bögle

(sig)



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