News Bild Diese Musik geht ins Herz! Es ist ein wunderbares Werk. Es ist Elgars Meisterwerk

Diese Musik geht ins Herz! Es ist ein wunderbares Werk. Es ist Elgars Meisterwerk

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Übermorgen, am Freitag, 31. März 2017, wird es in Regensburg einen besonderen künstlerisch-musikalischen Höhepunkt geben: Im Audimax der Universität Regensburg wird das Oratorium „The Dream of Gerontius“ des englischen Komponisten Edward Elgar (1857-1934) aufgeführt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Insgesamt 250 Musiker des städtischen Theaters Regensburg, der Hochschule für Kirchenmusik und Musikpädagogik und des Regensburger Universitätschores werden gemeinsam auf der Bühne sein. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Schirmherr der Premiere in Regensburg, sprach von einer „einmaligen Gelegenheit“ sowie von der „gesamten musikalischen Kompetenz Regensburgs“. Textgrundlage des Oratoriums ist ein Gedicht des seligen John Henry Newman, den Benedikt XVI. im Jahr 2010 in Birmingham selig gesprochen hat.

 

Epochemachend

Als Hinführung zu dem bemerkenswerten Opus sprach der Regensburger Musikwissenschaftler Prof. Dr. David Hiley im Rahmen des Akademischen Forums Albertus Magnus an der Hochschule für Kirchenmusik und Musikpädagogik über die Entstehung und Bedeutung des Jahrhundertwerks, das in England in einem Atemzug mit Händels „Messias“ und mit Mendelssohn Bartholdys „Elias“ genannt wird. Zunächst verlieh Prof. Stephan Baier, Rektor der Hochschule, seiner Überzeugung Ausdruck, dass am Freitag eine epochemachende Aufführung bevorstehe. „Es ist ein wunderbares Werk“, stellte Prof. Baier fest. Die Aufführung geht auf die Initiative von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zurück. Prof. Dr. Sigmund Bonk, Direktor des Akademischen Forums, drückte seine Freude darüber aus, dass Prof. David Hiley einer der ganz profunden Kenner Elgars ist.

 

Feuereifer der Inspiration

Prof. Hiley sagte in seinen kurzweiligen Ausführungen, in deren Verlauf er auch Auszüge auf dem Flügel sowie mit eigener Stimme wiedergab, „Gerontius“ sei Elgars Meisterwerk. Mit dem „Feuereifer der Inspiration“ habe er es auf den Termin der Uraufführung am 3. Oktober 1900 hin geschrieben. Erst durch Premieren in Deutschland gelang allerdings der Triumph! Hiley: „Die Rettung kam aus Deutschland.“ In Düsseldorf fanden Aufführungen 1901 und 1902 statt. An der zweiten Darbietung wirkten nicht weniger als 490 Sänger mit.

 

Deutsche sorgten für den Erfolg

Katholik Edward Elgar war als Katholik im viktorianischen England in vielerlei Hinsicht ein Außenseiter. Und doch gelang es ihm, zum führenden Komponisten am Ende des 19. Jahrhunderts zu avancieren. Dafür, dass die musikalischen Verbindungen zwischen Deutschland und England damals – bis zum Ersten Weltkrieg – noch eng waren, steht sinnbildlich die Tatsache, dass Deutsche für den Erfolg des Werkes sorgten. Komponist Elgar hatte übrigens in früheren Jahren Wagner-Aufführungen in Bayreuth und München beigewohnt.

D. Hiley würdigte während seines Vortrags im Akademischen Forum außerdem Kardinal John Henry Newman, auf den der Text zurückgeht. Seine Konversion zur römisch-katholischen Kirche 1845 hatte in England eine große Erschütterung bewirkt. John Henry Newman selbst war sehr musikaffin und spielte die Violine. Papst Leo XIII. nahm in 1879 in das Kardinalskollegium auf. Dem Text nach handelt es sich bei „Gerontius“ um ein durch und durch katholisches Werk. Etwas weniger als die Hälfte der rund 900 Verse finden sich hierbei vertont.

 

Wer hofft denn dann nicht?

David Hiley erklärte den Erfolg des „Gerontius“ nicht zuletzt damit, dass sich darin die elementaren Bedingungen der menschlichen Existenz auf der Erde (und eben darüber hinaus) wiederfinden. Hiley: „Diese Musik geht ins Herz.“ Und: „Wenn wir nicht glauben, wer hofft dann nicht, dass es so sein könnte?“ Elgar selbst sah in dem Opus ein Zeichen für die römisch-katholische Kirche sowie die Offenbarung der Wahrheit in einer Zeit zunehmender Freidenkerei. Über eine der Partituren hat Edward Elgar handschriftlich vermerkt: AMDG – ad maiorem Dei gloriam. Zur größeren Ehre Gottes!


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