News Bild Bischof Rudolf Voderholzer eröffnet Bergfestwoche auf dem Amberger Mariahilfberg
Bischof Rudolf Voderholzer eröffnet Bergfestwoche auf dem Amberger Mariahilfberg

Wie man Jesus begegnet

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Amberg, 26. Juni 2022

Die Bergfestwoche möge dazu beitragen, dass sie für den Einzelnen „eine ganz persönliche Begegnung mit Jesus wird – im Hören auf das Wort der Heiligen Schrift, ausgelegt und aktualisiert in der Predigt. Zu einer Begegnung mit Christus im Empfang der Sakramente der Versöhnung und der Eucharistie. In der Erfahrung der Gemeinschaft mit seinen Schwestern und Brüdern in der Kirche. Zu einer Begegnung mit Jesus, dem Herrn, vielleicht auch im stillen Verweilen in der Kirche vor dem Tabernakel und vor dem Gnadenbild in der persönlichen Zwiesprache des Gebets“. So interpretierte Bischof Rudolf Voderholzer das diesjährige Leitthema der Bergfestwoche „Jesus begegnet … Gottes Gegenwart in biblischen Begegnungen“ in seiner Predigt beim Eröffnungsgottesdienst auf dem Amberger Mariahilfberg. Bei sommerlichen Temperaturen hatten sich zahlreiche Gläubige eingefunden, um mit dem Diözesanoberhirten die Eucharistie zu feiern. Zusammen mit den Amberger Seelsorgern Regionaldekan BGR Markus Brunner (Pfarrei St. Georg) und Monsignore BGR Ludwig Gradl (Pfarreiengemeinschaft Heilige Dreifaltigkeit/Heilige Familie) sowie den vor Ort tätigen Franziskanern Pater Clemens Wojciech Świerz OFM (Hausvikar und Wallfahrtsseelsorger) und Pater Xaver Antoni Skrobiś OFM (Pfarrvikar in der Pfarrei St. Martin Amberg) feierte der Bischof die Heilige Messe im Freien.

Kern des Bergfestes ist die Heilige Messe

Das Thema der Bergfestwoche hatte Wallfahrtsseelsorger Pater Clemens Wojciech Świerz OFM schon in seiner Begrüßung erwähnt. Beim Bergfest in Amberg gehe es zentral um Begegnung – in vielfacher Hinsicht, stellte auch Bischof Rudolf in seiner Predigt fest. „Kern des Bergfestes ist die Feier des Gottesdienstes, die Begegnung mit Christus in der Eucharistie“, verdeutlichte er. Eine Begegnung erfolge auch angesichts der hier verehrten Heiligen Maria, die die Gläubigen immer wieder zu Jesus hinführt bzw. „die uns ihren Sohn schenkt und zeigt“. Solche Begegnungen könnten herausfordernd sein – etwa wenn es um die Nachfolge Jesu geht. Andererseits gebe es in der Bibel heilsame Begegnungen – etwa mit Aussätzigen, Blinden und Gelähmten. Und Begegnungen, die zu Umkehr und Verwandlung führen, bzw. lebensbestimmende Begegnungen (z.B. Jesu Begegnung mit den ersten Jüngern am See Genezareth - „Menschenfischer“) sowie österliche Begegnungen - „Begegnungen, die aus verzweifelten und enttäuschten, aus verstummten und versprengten Aposteln mutige und freimütig predigende Missionare machten“, nannte der Oberhirte Inhalte der Jesusbegegnung. Natürlich vergaß er die Begegnung der beiden Frauen Maria und Elisabeth und der zwei ungeborenen Kinder, Jesus und Johannes, nicht bei der Nennung biblischer Begegnungen.

Gebet, Bier und Bratwurst

Er erinnerte aber auch an die Ursprünge der Wallfahrtskirche, d.h. die Zeit des 30-jährigen Krieges, die danach wütende Pest und das Gelübde, bei Verschonung vor der Epidemie alljährlich eine Wallfahrt hierher zu machen. „1634 wurde das Maria-Hilf-Bild, eine der vielen Kopien der Marien-Ikone von Lucas Cranach, nach glücklicher Überwindung der Pestepidemie hierher auf den Berg gebracht. Um diesen Kern herum hat sich so wunderbar das Volksfest, das Bergfest, gebildet, das wir alle so lieben, und wo wir überglücklich sind, dass es uns in diesem Jahr wieder ermöglicht wird“, schlug Bischof Rudolf die Brücke zum weltlichen Teil – trotz aller gebotenen Vorsicht wegen der noch existenten Corona-Epidemie. Zum Fest gehöre natürlich seit jeher „die Begegnung bei Bratwürsten und einem kräftigen Schluck gegen den Durst in der Gemeinschaft mit Freunden und Bekannten, mit vielen Menschen, die vielleicht extra von weit her zum Bergfest gekommen sind – gerade heuer, wo es wieder möglich ist“, so der Bischof.
 

Text und Fotos: ©Markus Bauer / jas