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Zur Neuigkeit
Bischof Herizo Clément Herizo Rakotoasimbola zu Besuch in Regensburg
Madagaskar im Fokus
Regensburg, 3. September 2026
Zwei Tage lange besuchte Bischof Clément Herizo Rakotoasimbola, MS, Bischof der Diözese Maintirano in Madagaskar, die Stadt Regensburg. Dabei stand selbstverständlich auch ein Besuch bei seinem Amtsbruder Bischof Dr. Rudolf Voderholzer auf dem Programm. Der Regensburger Oberhirte traf ihn am Mittwoch, den 2. September 2026, mit großer Freude im Bischöflichen Ordinariat.
Bischof Rudolf ließ sich ausführlich über die pastorale Situation im Bistum Maintirano berichten. Bischof Rakotoasimbola steht vor großen Herausforderungen in seiner Diözese. Aktuell ist der Bau einer Kathedrale geplant. Ebenso gestaltet sich die pastorale Arbeit teilweise sehr schwierig. Ein großes Problem ist die Infrastruktur, erklärte Bischof Herizo ausführlich. Aktuell gibt es in der gesamten Region keine einzige asphaltierte Straße. Viele Wege sind unbefestigt und führen über Pisten. Dadurch werden Reisen für Priester, Ordensleute und andere pastorale Mitarbeiter sehr zeitaufwendig und teuer. Bischof Rudolf sieht vor allem die Bildung als einen Schlüssel für die positive Entwicklung des Bistums in Madagaskar, aber auch der politischen Landschaft. Junge Menschen fördern, sei es in der Schule oder der Universität, dass sei der Schlüssel für eine gute Zukunft, so der Regensburger Oberhirte.
Bischof Herizo Clément Herizo Rakotoasimbola, MS, leitet die Diözese Maintirano seit 2024. Er studierte Philosophie am Seminar St. Paul in Tsaramasoandro und Theologie am Priesterseminar in Faliarivo. Er trat der Ordensgemeinschaft der Salettiner bei und legte 2010 die zeitliche Profess ab. 2015 legte er die ewige Profess ab und empfing am 30. Juli 2016 das Sakrament der Priesterweihe.
Bildung ist der Schlüssel für eine positive Zukunft
Wie kann das Bistum Regensburg konkret bei der Weiterentwicklung der Diözese Maintirano unterstützen, lautete einer der Fragen des Regensburger Oberhirten. In diesem Zusammenhang nahm auch Dr. Walter Zahner, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bistums Regensburg, am gemeinsamen Austausch mit Bischof Rakotoasimbola teil. Dabei kam das Gespräch auf das Internationale Katholische Hilfswerk missio. In diesem Jahr rückt missio München Madagaskar in den Fokus seiner Aktion zum Weltmissionssonntag 2026. Der Monat der Weltmission ist die größte Solidaritätsaktion der Katholikinnen und Katholiken weltweit und findet traditionell im Oktober statt. Das Motto in diesem Jahr lautet „Sei mutig und stark“ (Josua 1,6). Das Bistum Regensburg ist im Jahr 2026 der offizielle Gastgeber für die zentralen Festlichkeiten zum Monat der Weltmission von missio München. Der Höhepunkt und bundesweite Abschluss, der Sonntag der Weltmission, findet am 25. Oktober 2026 im Regensburger Dom St. Peter statt.
Im Rahmen der Vorbereitung auf die diesjährige Aktion, reiste Bischof Rudolf bereits im April 2026 mit einer Delegation von missio nach Madagaskar. Vor Ort besuchte er verschiedene Hilfsprojekte und sprach mit Vertretern der Kirche über die aktuellen Probleme, die den Verantwortlichen auf dem Herzen liegen. Nach dem verheerenden Tropensturm „Gezani“ in Madagaskar im Februar 2026 hat das Bistum Regensburg die missio-Nothilfe mit 50.000 Euro aus seinem Katastrophenhilfefonds unterstützt.

Vorstellung der Diözese Maintirano in Madagaskar
Die Diözese Maintirano liegt im Westen Madagaskars und gehört zur kirchlichen Region Melaky. Sie war ursprünglich Teil der Diözese Tsiroanomandidy und wurde am 8. Februar 2017 zu einer eigenständigen Diözese erhoben. Mit ihrer Errichtung erhielt sie Gebiete aus drei bisherigen Diözesen: Tsiroanomandidy, Mahajanga und Morondava.
Das Gebiet der Diözese umfasst eine Fläche von 38.852 km². Es erstreckt sich über ungefähr 300 km Länge und 180 km Breite. Damit handelt es sich um ein sehr großes und zugleich dünn erschlossenes Missionsgebiet. Ihr Gebiet ist sehr weitläufig und teilweise nur schwer erreichbar. Die Situation ist insbesondere deshalb schwierig, weil viele Orte weit voneinander entfernt liegen und die Verkehrswege schlecht ausgebaut sind. Zwischen zahlreichen Missionsstationen bestehen Entfernungen von bis zu 300 Kilometern. In jedem Missionsdistrikt befinden sich ungefähr 12 bis18 kleine Kirchen. Teilweise liegen diese Kirchen bis zu Kilometer voneinander entfernt. In der Diözese Maintirano leben rund 398.500 Menschen. Davon sind 38.750 Menschen getauft. Es gibt elf Diözesanpriester, einen Diakon, fünf Ordensschwestern aus fünf verschiedenen Kongregationen, sowie fünf Ordenspriester, davon zwei Missionare von La Salette und drei Trinitarier.
Diese Zahlen zeigen, wie groß die pastorale Herausforderung ist: Eine kleine Zahl von Priestern und Ordensleuten muss eine riesige Fläche mit vielen weit auseinanderliegenden Buschkapellen seelsorglich betreuen. Ziel der pastoralen Arbeit ist es, trotz der großen Entfernungen möglichst viele Menschen zu erreichen, das Evangelium glaubwürdig zu verkünden und sowohl den geistlichen als auch den gemeinschaftlichen Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden.
Damit wird deutlich, dass die pastorale Arbeit nicht nur aus Gottesdiensten am Bischofssitz oder in größeren Gemeinden besteht. Die Priester müssen regelmäßig weite Strecken zurücklegen, um auch die Menschen in abgelegenen Dörfern und Buschkapellen zu erreichen. Trotz dieser Schwierigkeiten erfüllt die Diözese Maintirano eine wichtige missionarische und pastorale Aufgabe. Sie versucht, die katholische Kirche in einem sehr großen, abgelegenen und infrastrukturell schwach erschlossenen Gebiet präsent zu halten.
Text und Fotos: Christian Beirowski
(jas)










