Blick in die volle Kirche

Ein Fest der Generationen, der Talente und der weltweiten Gemeinschaft

6. Diözesaner Familientag in Regensburg


Regensburg, 23. September 2026 

Buntes Kinderlachen, mitreißende Rhythmen und eine Botschaft, die tief ins Herz ging: Das Regensburger Diözesanzentrum am Obermünsterplatz verwandelte sich am gestrigen Sonntag in einen lebendigen Ort der Begegnung. Unter dem tiefgründigen und zugleich aktuellen Motto „Alle Kinder dieser Welt“ hatte der Arbeitskreis „Ehe und Familie“ vom Diözesankomitee zum 6. Diözesanen Familientag geladen. 

Gefeiert wurde passend zum Weltkindertag ein Fest, das Generationen zusammenführte und am Abend in einem emotionalen Familiengottesdienst seinen krönenden Abschluss fand. Hinter den Kulissen sorgte der Geschäftsführer der Diözesanen Räte, Manfred Fürnrohr, gemeinsam mit den vielen engagierten Helfern aus Verbänden, geistlichen Gemeinschaften und Vereinen für einen reibungslosen und rundum gelungenen Ablauf des Großereignisses.

Schon ab dem Startschuss um 14:00 Uhr strömten zahlreiche Familien auf das Aktionsgelände. Ausgerüstet mit einer eigenen Stempelkarte zogen die kleinen Gäste los auf eine abenteuerliche Entdeckungstour. Ob beim wilden Austoben auf der riesigen Hüpfburg, beim Testen des vollen Körpereinsatzes bei spannenden Geschicklichkeitsspielen am viel besuchten Kolping-Infostand und deren Mitmachprogramm der Kolping-Jugend  oder bei kreativen Bastelangeboten – überall sah man strahlende Gesichter. Gerne angenommen wurde auch das bunte Kreuze basteln beim Katholischen Evangelisationswerk. Geduld war gefragt beim beim traditionellen Rosenkranz-Knüpfen mit der Legio Mariae. Für ausgelassene Stimmung und jede Menge Spaß bei Groß und Klein sorgte zudem die stimmungsvolle Karaoke-Bar vom Familienbund. Gut besucht war auch der Upcycling-Workshop, der in Kooperation mit der Jugendstelle Kelheim angeboten wurde; hier lernten die Kinder spielerisch, wie aus vermeintlich alten Verpackungen neue, nützliche Dinge entstehen können.

Ein absoluter Publikumsmagnet war das beliebte Kinderschminken, das in diesem Jahr wieder vom Verein Ghana-Hilfe Pfarrer Renner e.V. angeboten wurde. Binnen kürzester Zeit verwandelte das Schminkteam die Kinder in bunte Tiere und schillernde Fabelwesen. Während die Kleinen geduldig Warteschlange standen, nutzten die Erwachsenen die Gelegenheit, sich am Ghana-Infostand über die wertvollen Hilfsprojekte in Westafrika und die vielfältigen Angebote des Vereins zu informieren. Die Ghana-Hilfe sorgte zudem mit einer großen Auswahl an Kaffee und Kuchen für das leibliche Wohl. Ein wahrer Duftmagnet und überaus beliebt war außerdem das frisch gebackene Crêpes-Backen vom Katholischen Frauenbund. Am dortigen Infostand stand die Diözesanvorsitzende Martha Bauer, die auch zugleich Vorsitzende des gastgebenden Diözesankomitees ist, für anregende Gespräche zur Verfügung.

Generell präsentierte sich die Vielfalt der katholischen Verbände und kirchlichen Gremien des Bistums von ihrer besten Seite. Am Infostand des Sankt Michaelsbundes, der gemeinsam mit den Büchereien St. Wolfgang und St. Bonifaz betreut wurde, gab es neben einer gemütlichen Schmökerecke eine tolle Malaktion und später ein begeistert aufgenommenes Bilderbuchkino. Ein wichtiges und zugleich mitreißendes Zeichen setzte die Stabsstelle Kinder- und Jugendschutz: An ihrem Infostand zog ein abwechslungsreiches, interaktives Programm die Besucher in seinen Bann. Auch die Pueri Cantores präsentierten sich mit einem eigenen Infostand und machten Lust auf die Welt der Chormusik. Ob im Austausch mit der Kolpingsfamilie oder den vielen anderen Vertretern – die ehrenamtliche Arbeit der Diözese wurde an diesem Nachmittag hautnah erlebbar.

Wer es zwischendurch etwas historischer mochte, schloss sich um 15:00 Uhr der interessanten Kinderführung in die nahegelegene Basilika Sankt Emmeram an. Die Entdeckungsreise führte die jungen Forscher bis tief in die geheimnisvolle Krypta, wo sie die Wandmalereien und die Gebeine des heiligen Wolfgang bestaunen durften.

Musikalische Power reißt die Familien mit

Ein besonderes Highlight war im Bereich der Kirchenmusik angekündigt – und die Erwartungen wurden erfüllt. Der Kinderchor St. Laurentius aus Feldkirchen bei Straubing war eigens angereist, um dem Tag seine musikalische Krone aufzusetzen. Unter der engagierten Leitung von Simon Bründl versprühte die junge Sängerschar eine Energie, die sofort auf das Publikum übersprang. Bereits im Vorfeld des Gottesdienstes, lud Bründl zu einem gemeinsamen Singen im Diözesanzentrum ein. Spielerisch und mit viel Humor übte er mit den anwesenden Kindern ein echtes „Mitmachlied“ ein: „Einfach spitze, dass du da bist“. Jedes Kind vor Ort wurde so Teil des großen Musikprogramms – ein Gänsehautmoment, der zeigte, wie verbindend Musik sein kann.

Ein Gottesdienst, der berührt: „Bei Gott darf jeder mitspielen“

Um 17:00 Uhr war es dann so weit: Die Hauskapelle des Diözesanzentrums war bis auf den letzten Platz besetzt,  als Pfarrer Holger Kruschina - - der bischöfliche Beauftragte und geistliche Begleiter für das Diözesankomitee Regensburg - den lang ersehnten Familiengottesdienst zelebrierte. Begleitet von der musikalischen Power des Feldkirchener Kinderchors wurde die Messe zu einem mitreißenden Erlebnis.

In seiner gewohnt nahbaren und lebendigen Predigt griff Pfarrer Kruschina das biblische Gleichnis der Tagelöhner im Weinberg (Matthäus 20) auf und übersetzte es genial in die Lebenswelt der Kinder. Anschaulich erklärte er, wie der Weinbergbesitzer den Arbeitern am Abend keinen gestaffelten Leistungslohn zahlt, sondern jedem exakt einen vollen Tageslohn gibt – genau das, was eine Familie damals brauchte, um satt zu werden. „Gott zahlt nicht nach Leistung, sondern nach unserem Existenzbedarf“, so die Botschaft.

Besonders emotional wurde es, als der Geistliche ein persönliches Beispiel aus seiner eigenen Schulzeit parat hatte: „Im Sportzeugnis hatte ich immer einen Vierer. Wenn in der Schule Mannschaften gewählt wurden, blieben am Ende immer ein paar übrig, die keiner in der Sportmannschaft haben wollte – ich war einer davon. Dieses Gefühl, abgestempelt zu sein, tut weh.“ Doch genau hier schlug Kruschina die Brücke zu Gott: „Bei Gott gibt es keine Ersatzbank. Bei Gott darf jeder mitspielen und jeder gehört fest dazu.“ Er betonte, dass jeder Mensch ein einzigartiges Talent besitzt – sei es im Sport, beim Rechnen, Lesen oder eben beim gemeinsamen Singen. „Gott möchte, dass alle die gleiche Chance haben.“ Und selbst die Kleinsten begriffen: im Sport ist der Pfarrer nicht gut, aber wunderschön singen kann er. 

Gleichzeitig richtete Kruschina ein ernstes Wort an die Erwachsenen und kritisierte den um sich greifenden „Sozialneid“ in der heutigen Gesellschaft. Statt nach unten zu treten und Schwächeren, wie Mindestlohnempfängern oder Kriegsflüchtlingen, ihre Grundsicherung zu missgönnen, müsse die Kirche für die Würde eines jeden Einzelnen kämpfen. „Jeder Mensch hat die gleiche Würde und das Recht, wertvoll zu leben. Das macht uns Gott vor.“

Fürbitten im Zeichen des Weltkindertags

Die feierliche Stimmung fand ihren Widerhall in den liebevoll gestalteten Fürbitten, die einen ganz bewussten Bezug zum Weltkindertag herstellten. Die Kinder beteten gemeinsam für Gleichaltrige auf der ganzen Welt – für jene in Kriegsgebieten, für Kinder auf der Flucht und für alle, die Ausgrenzung oder Armut erfahren müssen. Es war ein kraftvoller Moment des Innehaltens, der das Festmotto „Alle Kinder dieser Welt“ noch einmal tief in den Köpfen verankerte.

Nach dem Segen gab es für die Familien noch spannende Momente: Die prall gefüllten Stempelkarten wurden eingelöst und Manfred Fürnrohr startete die große Tombola mit einer Glücksfee. Dank verschiedener Sponsoren gab es fantastische Preise wie Buchgutscheine oder Gutscheine für das nächste Eis zu gewinnen. 

Am Ende des Tages waren sich alle einig: Das Diözesankomitee hat einen unvergesslichen generationenübergreifenden Familientag auf die Beine gestellt, der gezeigt hat, was katholische Gemeinschaft im Kern bedeutet – füreinander da zu sein, Talente zu feiern und niemanden am Rand stehenzulassen.

Text und Fotos: Irmgard Hilmer 
(chb) 



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