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Zur Neuigkeit
Bischof Voderholzer weiht Altar in Weihern nach Abschluss der Renovierungsarbeiten
„Gemeinschaft im Heiligen“
Regensburg/Weihern, 2. November 2026
An Allerheiligen versammelten sich die Gläubigen zu einem ganz besonderen Fest in Weihern: Bischof Dr. Rudolf Voderholzer war gekommen, um den neuen Altar zu weihen und das Gotteshaus wieder seiner heiligen Bestimmung zu übergeben. Nach einem mehrmonatigen „Kirchenasyl“ im Dorfheim durften die Pfarrangehörigen endlich wieder in ihrer Kirche Platz nehmen. Dass die Rückkehr ausgerechnet am Hochfest Allerheiligen und auf den Tag genau 160 Jahre nach der ursprünglichen Kirchweihe gefeiert werden konnte, verlieh dem Ereignis eine besondere Symbolkraft.
Der feierliche Pontifikalgottesdienst mit Altarweihe, Segnung des Ambos und Salbung der zwölf Apostelleuchter bildete den Höhepunkt eines besonderen Tages. Musikalisch wurde die Eucharistiefeier neben den Orgelklängen vom Männergesangsverein „Gemütlichkeit“ Weihern festlich gestaltet. Ein Herzstück der Sanierung ist der neue Altar. Dafür konnte der Künstler und Bildhauer Dominik Schleicher aus Wolfring/Fensterbach gewonnen werden.
„Die Kirche wird wieder eine Wohnstatt Gottes“
Pfarrer Hans Spitzhirn bezeichnete die Altarweihe als einen besonderen Moment für die gesamte Pfarrei. Mit diesem Tag werde die Kirche wieder zu einer Wohnstatt Gottes. Der Geistliche hatte während der Bauphase eine Unmenge an zusätzlicher Zeit und Kraft investiert. Dafür erhielt er von Bischof Voderholzer ein ausdrückliches Lob. Besonders freute sich der Bischof über die Teilnahme der zahlreichen Kinder und Jugendlichen sowie über Pfreimds Bürgermeister Florian Reger und mehreren Stadträten. Sein Dank galt allen Handwerkern, Planern, Verantwortlichen und Helfern, die sich für die Erneuerung des Gotteshauses eingesetzt hatten.
Allerheiligen und Altarweihe – eine tiefe Verbindung
In seiner Predigt spannte Voderholzer einen eindrucksvollen Bogen zwischen dem Hochfest Allerheiligen und der Weihe des neuen Altares. Der 1. November sei in Weihern ja zugleich der Kirchweihtag. Ob beides zusammenpasse? Für den Bischof ganz eindeutig ja: Ausgehend vom Begriff „Communio sanctorum“, der Gemeinschaft der Heiligen, erläuterte er das Wesen der Kirche. Sie sei kein Verein, kein moralischer Club und auch keine Gemeinschaft, die lediglich einem bestimmten Zweck diene. Vielmehr seien es die von Gott berufenen Menschen, die durch die Taufe und die Feier der Eucharistie zu einer Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern Jesu Christi würden. Und genau das meine ursprünglich der Bekenntnissatz aus dem Apostolischen Credo: Kirche ist die durch die Feier der Sakramente, vor allem der Eucharistie, aufgebaute Gemeinschaft der Geheiligten.
Deshalb könne der Apostel Paulus im Neuen Testament alle Christen als Heilige bezeichnen. „Alle Getauften sind Heilige“, erklärte Voderholzer. Sie seien hineingetaucht in den dreifaltigen Gott und mit Christus zu einem heiligen Volk verbunden. Genau darin liege die tiefe Verbindung zwischen Allerheiligen und der Altarweihe: „Wenn wir uns heute dem Altar zuwenden und den Ort in aller Feierlichkeit seiner Bestimmung übergeben, von woher wir Christus im Brot des Lebens empfangen“, werde diese Gemeinschaft auf besondere Weise sichtbar. Für den Bischof ein wunderbarer Zusammenfall zweier Festanlässe, die im Glauben untrennbar miteinander verbunden seien.
Zwölf Apostel, zwölf Lichter und das Feuer des Glaubens
Bevor Alfred Armer und Denise Köppl die Lesungen aus der Offenbarung des Johannes und dem Ersten Johannesbrief vortrugen, segnete der Bischof den neuen Ambo mit Weihwasser. Pfarrer Spitzhirn verkündete anschließend das Evangelium mit den Seligpreisungen der Bergpredigt. Gemeinsam mit den Gottesdienstbesuchern richtete der Diözesanbischof den Blick auf „alle Heiligen“ in der Kirche St. Magdalena. Unter ihnen befindet sich der Bistumspatron Wolfgang, dessen Darstellung die Gesichtszüge des damaligen Bischofs Ignatius von Senestrey trägt. Dieser hatte die Kirche vor 160 Jahren geweiht. Auf dem Hochaltarbild ist die Kirchenpatronin, die heilige Margareta, zu sehen. Maria und Josef, der Erzengel Michael, Johannes der Täufer und auch der heilige Sebastian umgeben die Beter als Vorbilder und Fürsprechen. Und am Altar wurden Reliquien der jüngsten Heiligen des Bistums, Anna Schäffer, beigesetzt. Dominik Schleicher versiegelte das Grab.
Besonders feierlich wurde es bei der Salbung der zwölf Segens-Kreuze, die von den Apostelleuchtern herausgehoben werden. Bischof und Pfarrer Spitzhirn setzten die Kerzen mit den Namen und Attributen der Apostel auf. Die Mesner entzündeten sie anschließend an der Osterkerze. Dazu fand Bischof Voderholzer eindringliche Worte: „Wir haben das Feuer des Glaubens von den Aposteln überliefert bekommen und diesen Glauben sollen wir weitertagen und in den anderen Herzen entfachen.“
Danach folgten die zentralen Riten der Altarweihe. Wie bei der Taufe besprengte der Bischof zunächst den Altar mit Weihwasser. Anschließend salbte er die Mensa mit heiligem Chrisam-Öl. An fünf Stellen – in der Mitte und an den vier Ecken, die an die Wundmale Christi erinnern – verbrannte er Weihrauch. Der aufsteigende Rauch erfüllte den Kirchenraum mit seinem wohligen Duft, während die Glocken läuteten. Nach der Reinigung wurde der Altar erstmals für die Eucharistiefeier gedeckt. Damit war er seiner eigentlichen Bestimmung übergeben: als Mittelpunkt des Gottesdienstes und als Ort, an dem die Gläubigen Christus im Sakrament begegnen. Erstmals wurde nach dessen Segnung auch das Ewige Licht entzündet.
Text und Fotos: © Elisabeth Dobmayer
(jas)








