Bischof betrachtet Ausstellung

Ausstellung in St. Emmeram mit Werken von Axel Neumann

Farbe des Lichts


Regensburg, 02. November 2026  

Manche Gäste erkennen sakrale Motive in den abstrakten Bildern, andere sogar Krippen. Seit Mitte September läuft "Farbe des Lichts" mit Arbeiten des Künstlers Axel Neumann in der Basilika St. Emmeram. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer besuchte die Ausstellung am Samstagabend. Kuratorin Patrizia Neumann erklärte das Werk, die Hintergründe und Darstellungen. An der Führung nahmen Roman Gerl, Weibischof Josef Graf und Dompropst Dr. Franz Frühmorgen teil. Bischof Rudolf feierte anschließend in der Basilika das Hochfest des Heiligen Wolfgang.

Die besondere Kunstinstallation des Berliner Künstlers Axel Neuman trägt den Untertitel "Bilderwelten einer Grenzerfahrung." Vor über 35 Jahren begab sich der erst kürzlich verstorbene Künstler für drei Wochen in absolute Dunkelheit und Stille. "Er wollte dadurch ein noch besserer Schauspieler werden", beschrieb Patrizia Neumann. Danach brachte er die so entstandenen innerern Bilder zu Papier. Die Witwe des Künstlers entschied sich, die Bilder nach seinem Tod zu zeigen, um sein Lebenswerk damit zu ehren und sichtbar zu machen.

Axel Neumann wurde 1966 geboren und arbeitete zunächst als Schauspieler, später beim Film. Er spielte unter anderem in Tatort-Folgen. Früh begann er zu malen. In der Dunkelheit entstanden in ihm intensive, abstrakte Bilder. Diese brachte er seither mit einem Patronenfüller, den er mit Acrylfarbe füllte, auf Papier. So entstanden Monumentalgemälde, wie etwa die "Rote Symphonie". Teile daraus werden in Regensburg gezeigt. "Kein Strich ist größer als ein bis zwei Millimeter", erklärte die Kuratorin. So entstand Kunst, die an mittelalterliche Malerei und Stickerei erinnert. Neumann malte einfach auf weißes Papier. Die zusammengesetzten Blätter wirken und strahlen wie Kirchenfenster. "Es ist Kunst, die mit Schönheit arbeiten möchte," informierte Patrizia Neumann. Insgesamt schuf der Künstler fünf monumentale Werke, die größten davon 40 Meter hoch.

Selbst der hohe Westchor der Basilika St. Emmeram ist zu klein für das Gesamtwerk. Besucher erhalten eine Ahnung von den Dimensionen in den verkleinerten seitlichen Darstellungen sowie in den beiden Filmen. Bischof Rudolf und seine Begleiter betrachteten interessiert die Bilder und die beiden Filme und folgten der Führung durch die Kuratorin.

Die Ausstellung ist Donnerstag bis Montag von 13 bis 18 Uhr geöffnet und läuft noch bis zum 10. Dezember dieses Jahres. Der Eintritt ist frei. Eine Vortragsreihe durch die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) und der Univeristät Regensburg begleitet die Ausstellung.

Text und Fotos: Claudia Erdenreich
(jas)



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