zerstörte hütte

Delegationsreise nach Madagaskar: Bistum Regensburg unterstützt missio-Nothilfeprogramm

Regensburger treffen Opferfamilien in Madagaskar


München/Toamasina, 22. April 2026

Nach dem verheerenden Tropensturm „Gezani“ in Madagaskar im Februar hat das Bistum Regensburg die missio-Nothilfe mit 50 000 Euro aus seinem Katastrophenhilfefonds unterstützt. Aktuell macht sich der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer gemeinsam mit missio-Präsident Monsignore Huber vor Ort ein Bild von den Zerstörungen, aber auch vom Fortschritt beim Wiederaufbau. Zehntausende Familien wurden durch den Zyklon obdachlos, noch immer sind Nahrungsmittel und Medikamente knapp.

Durch die Gelder von missio München und dem Bistum Regensburg konnte schnelle Hilfe organisiert werden, die bis heute anhält. Bei ihrem Besuch halfen Bischof Voderholzer und Monsignore Huber im Entwicklungszentrum der Erzdiözese Toamasina mit, Nahrungsmittel an die besonders betroffenen Familien auszugeben und Hilfspakete zu packen, die jetzt über die Struktur der Kirche in die schwer zugänglichen Dörfer weiter verteilt werden.

Bischof Rudolf Voderholzer zeigte sich betroffen und beeindruckt zugleich: „Was wir gesehen haben und was uns erzählt worden ist, hat uns tief erschüttert. Die Region wird immer wieder von Zyklonen heimgesucht, aber dieser war außergewöhnlich heftig. Weniger stabil gebaute Häuser wurden einfach hinweggefegt. Es gab Tote. Es ist ein fürchterliches Elend. Mit unserer Nothilfe aus Regensburg wollten wir ein Zeichen der Solidarität setzen. In all dem Leid war es heute jedoch eine Freude zu sehen, wie die Menschen sich gegenseitig helfen. Ganze Kolonnen von kleinen Lastwagen waren gekommen, um Öl, Reis und Bohnen in die teilweise noch immer stark verwüsteten Gebiete zu bringen, damit die Menschen wenigstens etwas zu essen und Kraft für den Wiederaufbau haben. Diese Tatkraft, dieser Optimismus und die Glaubensfreude der Menschen haben mich tief beeindruckt. Wir kommen als Beschenkte zurück nach Hause.“

 

missio-Präsident Monsignore Huber betonte die Bedeutung kirchlicher Strukturen an den Rändern: „Wir erleben hier, wie unverzichtbar das Netzwerk der Kirche ist – gerade in einem Staat, von dem die Betroffenen keinerlei Hilfe zu erwarten haben. Drei Viertel der Menschen in Madagaskar leben in extremer Armut. Die Folgen des Klimawandels verschärfen die Lage zusätzlich. Nur gemeinsam können wir etwas bewirken. Es ist ein Netzwerk des Glaubens, das trägt und Hoffnung schenkt. Ich freue mich, wenn wir im Oktober unsere Partner aus Madagaskar bei uns in Bayern begrüßen können, um mehr von ihnen zu erfahren und diesen Gedanken weiter mit Leben zu füllen.“

Noch bis 25. April besuchen der Regensburger Bischof Voderholzer und missio-Präsident Monsignore Huber mit einer kleinen Delegation aus beiden Häusern Projektpartnerinnen und Projektpartner in Madagaskar. Die Delegationsreise bereitet den Monat der Weltmission im Oktober vor, die größte Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit. 2026 nimmt missio München die schwierige Situation der Menschen in Madagaskar in den Blick. Zentrale Themen sind die Menschenrechte auf Bildung, auf Schutz und Würde, sowie Perspektiven im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels. Neben der Nothilfe haben Bischof Voderholzer und missio-Präsident Huber unter anderem eine Kapelle in einem der größten Gefängnisse des Landes eingeweiht. Dort sind bereits Kinder inhaftiert. Die Kirche leistet Seelsorge und leitet Bildungs- und Ausbildungsprogramme, um Linderung zu schaffen. 

Der Sonntag der Weltmission, der bundesweite Abschluss des Monats der Weltmission, wird in diesem Jahr im Bistum Regensburg begangen, am 25. Oktober 2026.

Alle Infos unter www.weltmissionsmonat.de

Text: Kristina Balbach, missio München, Fotos: © Bistum Regensburg/missio münchen
(jas)



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