Papst Leo XIV. in Äquatorialguinea

Papst Leo XIV. besucht Äquatorialguinea

Glauben stärken und aufbauen


Ciudad de la Paz / Regensburg, 22. April 2026. 

Vor Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft sowie vor Mitgliedern des diplomatischen Korps hat Papst Leo XIV. am Dienstagnachmittag seine erste öffentliche Ansprache in Äquatorialguinea gehalten. Er sei gekommen, „um das Volk dieses Landes, das sich in raschem Wandel befindet, im Glauben zu stärken und aufzubauen“, sagte Leo.

Der Pontifex, selbst Augustiner, ging auf den heiligen Augustinus und seine Unterscheidung zwischen der Stadt Gottes und der irdischen Stadt ein: „Ich weiß, dass Sie das beeindruckende Projekt in Angriff genommen haben, eine Stadt zu errichten, die seit wenigen Monaten die neue Hauptstadt Ihres Landes ist. Sie haben ihr einen Namen gegeben, in dem der Name des biblischen Jerusalem anzuklingen scheint: Ciudad de la Paz. Möge diese Entscheidung einen jeden zum Nachdenken anregen, welcher Stadt er dienen will!“

„Wie ich bereits dem beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomatischen Korps in Erinnerung gerufen habe, ist die irdische Stadt für den großen Kirchenvater Augustinus auf die stolze Eigenliebe (amor sui) ausgerichtet, auf die Gier nach weltlicher Macht und Herrlichkeit, die zur Zerstörung führen“, so der Pontifex. „Demgegenüber ist Augustinus der Ansicht, dass die Christen von Gott dazu berufen sind, in der irdischen Stadt zu leben, dabei aber Herz und Sinn auf die himmlische Stadt auszurichten, die ihre wahre Heimat ist.“

Leo verwies auf die Soziallehre der Kirche, die „eine Hilfe für alle, die sich den ‚neuen Herausforderungen‘ stellen wollen, die unseren Planeten und das menschliche Zusammenleben bedrohen, indem sie vor allem das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit suchen. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil der Sendung der Kirche: zur Gewissensbildung beizutragen durch die Verkündigung des Evangeliums, durch das Aufzeigen moralischer Maßstäbe und echter ethischer Grundsätze, durch Achtung der Freiheit eines jeden Einzelnen und der Selbstbestimmung der Völker und ihrer Regierungen.“

„Das Ziel der Soziallehre ist es, dazu zu befähigen, die immer neuen Probleme anzugehen, weil jede Generation anders ist, mit neuen Herausforderungen, neuen Träumen und neuen Fragen“, betonte Papst Leo. Es sei „eine unumgängliche Aufgabe der staatlichen Verantwortungsträger und einer guten Politik, die Hindernisse für eine ganzheitliche menschliche Entwicklung zu beseitigen, zu deren Grundprinzipien die allgemeine Bestimmung der Güter und die Solidarität gehören“.

Deutliche Worte fand der Pontifex zum Zusammenhang von Rohstoff-Spekulation mit Krieg und Gewalt: „Tatsächlich ist es heute noch offensichtlicher als vor einigen Jahren, dass die Ausbreitung bewaffneter Konflikte eine ihrer Hauptursachen in der Kolonisierung von Öl- und Mineralvorkommen hat, ohne Rücksicht auf das Völkerrecht und das Selbstbestimmungsrecht der Völker.“

Leo mahnte, ohne „einen Kurswechsel bei der Übernahme politischer Verantwortung und ohne Achtung vor den internationalen Institutionen und Abkommen droht eine tragische Beeinträchtigung der Zukunft der Menschheit. Gott will das nicht. Sein heiliger Name darf nicht durch den Willen, andere zu beherrschen, durch Anmaßung und Diskriminierung entweiht werden; vor allem darf er niemals zur Rechtfertigung todbringender Entscheidungen und Handlungen herangezogen werden.“

Text: CNA Deutsch

(sig)



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