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Zur Neuigkeit
Brauchtum in Ostbayern: Corona-Wallfahrten in Altbayern
S’Krofrauerl
Regensburg, 14. Mai 2026
Am 14. Mai wird der Gedenktag einer Heiligen gefeiert, die vor allem im Ostbayern früher sehr verehrt wurde: Die Heilige Corona.
Der Legende nach wurde sie um 160 n. Chr. in Ägypten oder Syrien geboren und bereits im Alter von nur 16 Jahren zum Tode verurteilt. Man band sie an den heruntergezogenen Spitzen zweier Palmen fest, die das Mädchen beim Emporschnellen in zwei Teile zerrissen. Um das Jahr 1000 brachte Kaiser Otto III. Reliquien der Heiligen aus Otricoli in Italien in das Aachener Münster, Kaiser Karl IV. ließ Gebeine aus dem italienischen Feltre in den Prager Dom bringen.
Patronin bei körperlichen Leiden
Vor allem in Ostbayern und Österreich entwickelte sich bald eine große Verehrung für die Heilige. Das Krofrauerl, wie die Heilige in Niederbayern genannt wird, wurde auf Grund ihres grausamen Märtyrertodes vor allem bei körperlichen Leiden angerufen. Die Gläubigen opferten ihr kranke Körperteile, meist aus Ton oder Holz gearbeitet. Zahlreiche Corona-Wallfahrten entstanden, so zum Beispiel die Wallfahrt in Handlab im Bistum Passau, die sich im Lauf der Zeit zu einer Marienwallfahrt entwickelt hat, und Altenkirchen oder „Croa“, ein kleiner Weiler in der Nähe von Frontenhausen im Landkreis Dingolfing-Landau.
Überraschender Fund
Hier wurde im Jahr 2002 bei Bauarbeiten ein aufsehenerregender Fund gemacht. Hunderte von Armen und Beinen, Füße, Hände, Augen und Köpfe waren in den Zwickeln des Kreuzgewölbes versteckt. Alles Votivgaben, die von Gläubigen zur Heiligen Corona gebracht worden waren. Über 400 aus Holz oder Horn geschnitzte Löffel, zum Teil mit Mustern verziert, kamen zum Vorschein, vermutlich Opfergaben bei Magenleiden, Zahnschmerzen, Verdauungsbeschwerden oder Sprachproblemen.

Tonkröten und Heiligenbildchen
Das Krofrauerl war nicht nur zuständig für Leiden an den verschiedensten Körperteilen. Bei einem Kinderwunsch brachte man Tonkröten als Symbol für die Gebärmutter. Auch für die Gesundheit der Tiere erbat man die Hilfe der Heiligen. Das beweisen die vielen Tonfiguren von Kühen, Pferden, Hunden und Schweinen, die in Altenkirchen zum Vorschein kamen. Auch Medaillons, Reliefplatten, Heiligenbilder, Rosenkranzperlen, Münzen, ja sogar Schuhe fand man in der kleinen Kirche. Die Blütezeit der Wallfahrt lag etwa zwischen 1600 und 1800. Zu welcher Zeit die Votivgaben in das Gewölbe geräumt wurden, ist nicht bekannt – vermutlich wohl Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts, da man zwischen den Tonmotiven auch Heiligenbildchen aus der Zeit um 1850 gefunden hat.
Patronin der Glücksspieler
Die Heilige Corona wird oft mit Palme, Goldstück und Krone abgebildet. Wegen ihrer Namensverwandtschaft mit der alten Währung, der Krone, glaubte man, dass sie die Bittenden mit Schätzen und Reichtum beschenkt. Noch heute gilt sie deshalb auch als Patronin in Geldangelegenheiten. Sie wurde aber auch beim Schatzgraben und bei Glücksspielen angerufen. Als früheste Darstellung in der Kunst gilt ein Glasgemälde im Straßburger Münster aus dem 14. Jahrhundert.
Text: Judith Kumpfmüller
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