Bischof Voderholzer segnet ein Kind in Madagaskar

Bildung in den Buschschulen Madagaskars

Hoffnung, die Wege findet


Regensburg/Moramanga, 23. April 2026

Am Dienstag machte sich die Reisegruppe um Bischof Rudolf und missio-Präsident Monsignore  Wolfgang Huber auf den Weg nach Moramanga. Ihr Ziel war eine der sogenannten „Écoles de brousse“ – eine Buschschule im abgelegenen Ambodiriana. Schon die Anreise ließ erahnen, wie weit Bildung hier oft entfernt ist: lange Wege, kaum ausgebaute Straßen, Orte, die nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar sind. Und doch wartete am Ende dieses Weges ein Ort der Hoffnung. Anschließend führte der Besuch in das Dorf der Familie von Zindonat Randrianjatovo. Der 13-Jährige lebt hier mit seiner jüngeren Schwester – und beide haben etwas, das in Madagaskar keine Selbstverständlichkeit ist: die Chance, zur Schule zu gehen. Für ihre Familie bedeutet das Verzicht und Anstrengung, aber auch den festen Glauben daran, dass Bildung eine Tür in eine andere Zukunft öffnen kann.

Denn Zindonats Geschichte ist die Ausnahme. Rund 1,5 Millionen Kinder im Land besuchen laut UN keine Schule – von frühkindlicher Bildung ganz zu schweigen. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie bedrückend: Oft liegt die nächste Schule einen Tagesmarsch entfernt. Die Infrastruktur ist schwach, Straßen sind selten befestigt und verwandeln sich in der Regenzeit in kaum passierbare Schlammwege. Viele Dörfer sind isoliert, abgeschnitten von allem, was Bildung selbstverständlich erscheinen lässt.

Hinzu kommt die große Armut. Bis zu 80 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Familien kämpfen täglich darum, genug Nahrung auf den Tisch zu bringen. In einem Land, in dem Frauen im Durchschnitt vier Kinder bekommen, wird jede helfende Hand gebraucht. Für viele Kinder bedeutet das: arbeiten statt lernen, Verantwortung tragen statt Träume entwickeln.

Doch genau hier setzt eine Idee an, die leise, aber kraftvoll Hoffnung schenkt. Wenn die Kinder nicht zur Schule kommen können, dann muss die Schule zu ihnen kommen. Aus diesem Gedanken heraus entstanden die Buschschulen – einfache Orte des Lernens mitten im Alltag der Menschen. Orte, an denen Wissen wächst, wo Zukunft greifbar wird und wo Kinder wie Zindonat die Chance bekommen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Text: Silke Schötz/Kristina Balbach; Fotos: © Jörg Böthling, missio München

(SSC)



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