News Bild Beten unter freiem Himmel: Patrozinium vor der St. Anna Kirche in Wernberg-Köblitz

Beten unter freiem Himmel: Patrozinium vor der St. Anna Kirche in Wernberg-Köblitz

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"Mit Trommelschlag und Glockenklang, woll'n wir Sie hier begrüßen, wir alle sind ganz aufgeregt, vom Kopf bis zu den Füßen. Heut ist das Fest der Mutter Anna, sie wird verehrt hier weit und breit. Sie ist die Schutzpatronin unserer Kirche, auch unser Kinderhaus ist ihr geweiht". Mit diesen Zeilen hießen die Mädchen und Buben als Kleinste im Pfarreiengefüge den Regensburger Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer, Fähnchen schwenkend, willkommen. Einen Patroziniumstag, wie aus dem Bilderbuch, erlebten die vielen Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft Oberköblitz-Wernberg mit den Exposituren Glaubendorf-Neunaigen beim diesjährigen Mutter-Anna-Fest am Sonntag.

Kapellenbau vor 500 Jahren

Eine unübersehbar große Ministrantenschar reihte sich mit den Fahnenabordnungen in den Festzug durch den Ort ein, bevor die Patroziniumsfeier auf dem Marktplatz vor der St. Anna-Kirche folgte. Mit dem Besuch wolle er den Weg ins Bistum hinein fortsetzen und was gebe es da für einen schöneren Anlass als ein Patrozinium, sagte der Regensburger Oberhirte. Es sei nachgewiesen 500 Jahre her, dass an diesem Ort eine Kapelle gebaut wurde und eine gottesdienstliche Versammlung stattfand. Sehr bewegt sei er oft hier durchgefahren auf dem Weg zu seiner Mutter und den Großeltern nach Kladrau in Tschechien, ging der Bischof zuerst auf die Verbindung seiner eigenen Lebensgeschichte zu Wernberg-Köblitz ein. "Das heutige Evangelium führt uns in die Mitte hinein in unseren Glauben", unterstrich Bischof Voderholzer. "Wir haben ein Doppelgleichnis gehört, vom Schatz im Acker und von der kostbaren Perle". Jesu stellte diese Gleichnisse zusammen, weil sie zwar eine ähnliche Thematik, aber doch mit einigen Unterschieden aufweisen. Ein Taglöhner entdeckte einen Schatz. Bis heute komme es vor, dass Menschen in Krisenzeiten Schätze in Sicherheit brächten. Er wisse das aus der Heimat seiner Mutter. Oft nähmen sie jedoch das Geheimnis des Ortes, wo der Schatz vergraben sei, mit ins Grab und nur der Zufall könne ihn je wieder ans Tageslicht bringen.

In Jesus Christus empfängt man den Schatz des Lebens

Beim zweiten Gleichnis müsse man sich einen Perlensucher vorstellen, der die schönste Perle findet, die viel schöner war, als alle anderen vorher, die ihm gehörten. Jesus war in diesen Gleichnissen das Verbindende wichtig. Der Bischof sprach vom unvergleichlichen Mehrwert dessen, was die beiden zufällig entdeckt haben und wofür sie bereit waren alles zu geben, was sie besaßen. Er sprach aber auch von der Freude, die beide erfüllte, angesichts des wunderbaren Fundes. "Sie trauern keine Sekunde dem nach, was sie aufgegeben haben. Spontan entscheiden sie sich zuzugreifen und den Schatz ihres Lebens in Empfang zu nehmen". Genauso sei es mit dem Reich Gottes, das "Er" selbst ist. "Das Reich Gottes, das ist der Glaube, den er selbst uns bringt". Jesus erzählte das Gleichnis den Jüngern und den Menschen, die gerade dabei waren ihn zu entdecken. Diese Gleichnisse wurden durch den Evangelisten Matthäus ein, zwei Generationen später niedergeschrieben für die Menschen, die neu zum Glauben gekommen waren. Damit wollte er ihnen deuten: "Ihr habt den Schatz eures Lebens gefunden und ihr habt Grund zur überschwänglichen Freude". Heute werde dieses Gleichnis uns erzählt und aufs Neue gesagt: "In Jesus Christus habt ihr den Schatz eures Lebens empfangen". Dr. Voderholzer weiter: "Wisst ihr überhaupt, welch großes Geschenk ihr durch den Glauben empfangen habt? Er ist mehr wert als alle Reichtümer dieser Welt und er ist es wert, sich darüber überschwänglich zu freuen". Freunde dieses Glaubens haben vor 500 Jahren eine Kapelle an diesem Ort gebaut und eine Messe gestiftet. Das sei der Anlass für das Jubiläum "500 Jahre St. Anna", das im zurückliegenden Jahr gefeiert wurde und vor mittlerweile 58 Jahren konnte die Kapelle in erweiterter Form zur Pfarrkirche erhoben werden.

Bischof kündigt nächsten Besuch an

Eine Hausaufgabe bis zum nächsten Kommen des Bischofs haben die Wernberger jetzt ebenfalls zu erledigen: Die Statue zeige Anna mit einem aufgeschlagenen Buch und darunter Maria, der sie daraus vorliest. Der Künstler verwendete eine Phantasieschrift. Deswegen wünschte sich der Bischof, dass die Pfarrei genau dort hinschreiben lasse, was Joachim und Anna ihrer Tochter erzählten. "Herr Pfarrer, ich übernehme die Kosten und Sie die Initiative", wandte sich der Bischof an Pfarrer Ertl. Mit dem Beginn einiger Psalmen könne man ebenso die Selbdrittdarstellung in der Kirche vervollständigen. Bibelkreis und Pfarrgemeinderat könnten die richtigen Stellen dafür auswählen. Bei seinem nächsten Besuch segne er dann die beiden biblisch noch vertieften Anna-Bilder, versprach Bischof Voderholzer abschließend.