News Bild 1500 Gläubige begehen Fronleichnamsprozession in der Regensburger Innenstadt - „Gott ist Ursprung, Sinn und Ziel unserer menschlichen Existenz“

1500 Gläubige begehen Fronleichnamsprozession in der Regensburger Innenstadt - „Gott ist Ursprung, Sinn und Ziel unserer menschlichen Existenz“

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An Fronleichnam, dem Hochfest des Leibes und Blutes Christi, feierten rund 1500 Gläubige zusammen mit Bischof Gerhard Ludwig Müller im vollbesetzten Dom St. Peter ein Pontifikalamt. Im Anschluss zogen die Gläubigen in einer langen Prozession zu den vier geschmückten Altären, die vor St. Josef, St. Kassian, St. Emmeram und vor der Südseite des Doms aufgebaut waren. Aufgrund des Unwetters feierte die große Gemeinschaft der Gläubigen die letzte Station im Innern des Domes. Der Regensburger Oberhirte trug das Allerheiligste Altarsakrament inmitten des feierlichen Zugs durch die Straßen der Regensburger Innenstadt. Anlässlich des kirchlichen Hochfestes hatten die Bewohner Straßen und Häuserfassaden mit Birkenzweigen und Fahnen festlich geschmückt.

Nach dem Gebet für die Stadt und ihre Einwohner spendete der Bischof an den Altären jeweils den eucharistischen Segen. An der Prozession beteiligten sich das Domkapitel Regensburg, die Stiftskapitel, das Priesterseminar, Ordensgemeinschaften, das Ostkirchliche Institut sowie zahlreiche kirchliche Vereine und Verbände, katholische Studentenverbindungen und unzählige Gläubige. Auch Politiker von der kommunalen bis zur Landesebene beteiligten sich an der Prozession. Die Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner gestalteten das Pontifikalamt wie auch die anschließende Prozession musikalisch.

In seiner Ansprache im Innern des Doms St. Peter erinnerte Bischof Gerhard Ludwig Müller an die Stadtmission: „So wie wir nun alle im Haus Gottes angekommen sind, so erging es auch den 300 Missionaren und den vielen Helfern in den Pfarrgemeinden während der Regensburger Stadtmission im vergangenen Monat. Mit ihrer Missionsarbeit kamen sie heim zu Gott“, erklärte der Oberhirte und verwies auf die vielen Gespräche, die er mit den Missionaren geführte hatte und die ihm dabei von ihren Erfahrungen während der zehn Missionstage berichtet hatten. Sei es ein altes und vereinsamtes Ehepaar gewesen, das sich über den Besuch und die Ansprache gefreut hätten oder beispielsweise ein junger Mann, der in seinem bisherigen Leben viel Leid erlebt hatte und verbittert auf die Welt sah, dann aber mit Blick auf den gekreuzigten Jesus, der so viel für die Menschheit getan hat, sich und seiner Umwelt öffnete. All diese Besuche und Begegnungen hätten dasselbe Ziel gehabt: Hingehen zu den Menschen, nicht abschalten und resignieren, sondern sich herausfordern lassen von dem Schicksal der Menschen.

Bei der Stadtmission, so Bischof Gerhard Ludwig Müller, sei es nicht darum gegangen, für die Kirche zu werben. Vielmehr verdeutlichten die Missionare den Menschen die leibhafte Nähe Gottes und dass jeder Mensch erfüllt sei von der Liebe Gottes, durch die wir alle die Erlösung fänden. Gott habe die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn am Kreuz für ihr ewiges Leben hingegeben habe. „Diese Botschaft wollen wir zu allen Menschen bringen. Wir lassen uns nicht aus dem öffentlichen Leben herausdrängen, denn unsere Gesellschaft ist gegründet auf freier Religionsausübung. Hier erleben wir die Gegenwart Christi. Er schenkt sich uns in Fleisch und Blut, vergegenwärtigt in Brot und Wein. In Wahrheit sind wir alle Söhne und Töchter Gottes. Gott ist Ursprung, Sinn und Ziel unserer menschlichen Existenz“, hob der Regensburger Bischof abschließend hervor.

Seit dem 13. Jahrhundert wird das Fronleichnamsfest gefeiert als Hochfest des Leibes und Blutes Jesu Christi, das heißt seine Heil bringende Gegenwart unter den Gestalten von Brot und Wein. Als Ausdruck dieses Glaubens wird das Allerheiligste Sakrament in einer Monstranz feierlich durch die Straßen getragen. Dieses Fest feiern die Katholiken heute als Ausdruck der Freude und Dankbarkeit für die Nähe Gottes, der geheimnisvoll verborgen unter den Gestalten von Brot und Wein anwesend ist und sie auf ihrem Lebensweg begleitet. Die Kirche erlebt sich an Fronleichnam als „pilgerndes Volk Gottes“. Sie bringt Christus an diesem Tag bewusst dorthin, wo die Menschen tagtäglich leben und arbeiten. In diesem Sinn ist die Fronleichnamsprozession auch ein Zeugnis für den Glauben, dass Christus in die Welt gekommen ist und sie verwandeln will.