Ein kleines Mädchen hält einen Apfel mit einem ausgeschnittenen Herz in der Hand, Fokus auf den Apfel

Weltkindertag: Hilfsorganisationen warnen vor drohenden Kürzungen

Globale Kindergesundheit unter Druck


Würzburg/Berlin/Aachen, 18. September 2026

Im Bundeshaushalt 2027 drohen erhebliche Kürzungen bei der Finanzierung globaler Kindergesundheit. Die vier Hilfsorganisationen medmissio, Misereor, das Aktionsbündnis gegen AIDS und das Kindermissionswerk Die Sternsinger haben zehn Haushaltstitel untersucht, die unmittelbar für die globale Kindergesundheit relevant sind. Für acht davon sind gegenüber 2026 Kürzungen vorgesehen. Über alle zehn Titel hinweg sinken die Mittel netto um 500 Millionen Euro. Die vier Organisationen fordern den Bundestag auf, jetzt gegenzusteuern.

Mit den geplanten Kürzungen drohen medizinische Leistungen für die grundlegende Gesundheitsversorgung wegzufallen: Impfungen gegen Kinderkrankheiten, Vorsorgeuntersuchungen, die Behandlung von Krankheiten, notwendige Medikamente und therapeutische Spezialnahrung. Die Folgen beginnen bereits vor der Geburt: Risiken wie Schwangerschaftsdiabetes könnten unentdeckt bleiben, eine mögliche HIV-Übertragung von der Mutter auf das Baby nicht rechtzeitig erkannt und die Entwicklung des ungeborenen Kindes schlechter überwacht werden. Besonders gefährdet sind Kinder in Krisenländern wie dem Südsudan, Pakistan, dem Tschad oder der Demokratischen Republik Kongo. Die Kürzungen gefährden die Chance der Kinder auf ein gesundes Aufwachsen – das hat Folgen weit über die Kindheit hinaus. 

Vermeidbare Todesfälle und Krankheiten verhindern

Deutschland trägt über verschiedene Programme, internationale Organisationen und Fonds zur Finanzierung von Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheit bei. Bereits in den vergangenen Jahren mussten die Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe erhebliche Einschnitte hinnehmen. Mit weiteren Kürzungen wächst das Risiko, dass weniger Kinder erreicht werden und vermeidbare Erkrankungen und Todesfälle nicht verhindert werden. Die Hilfsorganisationen fordern daher eine verlässliche Finanzierung der globalen Kindergesundheit. Auch zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten wie beispielsweise Schuldenumwandlungen sollten genutzt werden. 

Entwicklungsetat von Kürzungen besonders betroffen

Besonders von Kürzungen im insgesamt stark anwachsenden Bundeshaushalt betroffen ist nach den bisherigen Planungen der Entwicklungsetat. Allein acht der untersuchten, für die Kindergesundheit bedeutsamen Haushaltstitel sollen im Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gekürzt werden. Die beiden übrigen Titel gehören zum Auswärtigen Amt und zum Bundesgesundheitsministerium.

Zum Hintergrund:

Ihre Analyse zum Bundeshaushalt 2027 und die Folgen für die globale Kindergesundheit werden medmissio, Misereor, das Aktionsbündnis gegen AIDS und das Kindermissionswerk Die Sternsinger am 23. September bei einem parlamentarischen Frühstück in den Bundestag einbringen. Im Gespräch mit Abgeordneten werben sie dafür, die geplanten Kürzungen zu überprüfen und dort zu korrigieren, wo sie die Gesundheit von Kindern gefährden.


Text: Bischöfliches Hilfswerk Misereor

(kw)

Weitere Infos

Der Weltkindertag am 20. September 2026 steht unter dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft“. Infos bieten das Deutsche Kinderhilfswerk und Unicef.

Das Diözesankomitee Regensburg veranstaltet zum Weltkindertag einen Familientag im Diözesanzentrum Obermünster.

Auch interessant: Die OTV-Sendung Gott und die Oberpfalz vom 20. September 2025 unter anderem zu Kinderrechten, dem Thema des letztjährigen Weltkindertags.



Nachrichten