Weihbischof Reinhard Pappenberger feiert 250-jähriges Jubiläum der Kirchweihe in Geiselhöring

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Die katholische Kirchengemeinde von Geiselhöring (Landkreis Straubing-Bogen) hat am Sonntag zusammen mit Weihbischof Reinhard Pappenberger das 250-jährige Jubiläum der Weihe der Pfarrkirche Sankt Peter und Erasmus gefeiert.

 

Die Geschichte der Stadtpfarrkirche geht aber viel weiter zurück als 250 Jahre. Daran erinnerte auch Pfarrer Ofenbeck. „Wir feiern heute das Jubiläum des heutigen Bauausmaßes“, betonte er. Wann genau allerdings die erste Kirche an diesem Platz errichtet wurde, ist nicht genau überliefert. Gesichert hingegen ist, dass die Pfarrei Geiselhöring bereits in den Anfängen des vorigen Jahrtausends bestand und bereits 1249 in einem Schutzbrief des Paptes Innozenz eine Kirche von „Geislheringe“ erwähnt wird. Fakt ist auch: Ende des 18. Jahrhunderts war die Pfarrkirche definitiv zu klein geworden und obendrein in einem schlechten baulichen Zustand. Deshalb wurde 1761 mit der Errichtung eines Neubaus begonnen. Allerdings wurde der Bau teurer als gedacht. Aber die Geiselhöringer hielten zusammen und so konnte man den Bau weitervorantreiben und 1764 die Weihe der Kirche feiern. Der Abschluss der Ausstattungsarbeiten aber zog sich noch mehrere Jahre hin. Aber die Geduld zahlte sich aus: Bekannte Künstler wie Hofstukkator Franz Xaver Feichtmeier und Matthäus Günther, ein Schüler von Cosmas Damian Asam, sorgten dafür, dass die Kirche zu einem Rokoko-Juwel im Labertal wurde.

Weihbischof Pappenberger ging deshalb in seiner Predigt nicht nur auf das Weihejubiläum ein, sondern erinnerte die Pfarrgemeinde auch daran, wie stolz man auf so eine lange Pfarreitradition sein könne, die gemeinsam eine Kirche gebaut habe. Doch warum nehmen Christen diese Arbeiten auf sich und bauen Kirchen, die in den Himmel ragen? „Unsere Kirchen mit ihren hohen Kirchtürmen sind nicht nur Wegmarken, an denen man sich orientieren kann. Vielmehr erinnern sie uns im irdischen Getriebe, den Himmel über uns nicht zu vergessen.“ Weihbischof Pappenberger rief den Menschen ebenfalls in Erinnerung, was für ein kostbares Geschenk es doch sei, sich hier in Ruhe und Frieden versammeln zu können, fernab von Krieg und Verfolgung. Aber eine Kirche und die gemeinsame Feier der Eucharistie vermögen noch mehr: Frieden unter den Menschen stiften. „Wehe, wenn wir aufhören würden, uns miteinander zu treffen, die Kirche leer bliebe“, so Weihbischof Pappenberger. „Wie wollen wir dann in Frieden zusammenleben?“ Wer aufhöre, sich gemeinsam mit anderen Gemeindemitgliedern zu treffen und vielleicht auch gemeinsam zu beten, der laufe Gefahr, auch den Frieden untereinander zu verlieren. Er appellierte deshalb an die Geiselhöringer, die Einladung zum Gottesdienst nicht auszuschlagen. „Nicht um der Kirche willen, sondern um der Menschen willen.“

 

Als Erinnerung an diese eindringlichen Worte erinnert die Geiselhöringer in Zukunft auch ein kleiner Tonherz-Anhänger mit den eingebrannten Worten „Ich hab ein Herz für meine Kirche“, gestaltet und gesponsert von Künstlerin Claudia Englisch. Sie wurden am Ende des Festgottesdienstes an alle Besucher verteilt. Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet vom Geiselhöringer Kirchenchor unter der Mitwirkung der beiden Organisten Eva-Maria Büttner und Sebastian Greß sowie weiteren Instrumentalisten unter der Gesamtleitung von Eberhard Greß. Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Pfarreimitglieder noch zu einem kleinen Stehempfang ins Pfarrheim eingeladen. Dort signierte Weihbischof Pappenberger einen immerwährenden Engelskalender mit Motiven aus der Kirche St. Peter und Erasmus. Der Erlös des Kalenders fließt in die Kirchenaußenrenovierung der Kirche. Wie vor über 250 Jahren will die Pfarrei auch dieses Mal einen großen Teil der Kosten durch Spenden aufbringen. Von den anvisierten 130 000 Euro Spenden fehlen noch knapp 48 000 Euro.