Menschen in den Kirchenbänken im Dom bei geöffnetem Portal, durch das Licht scheint

Weihbischof Graf feiert mit jungen Gläubigen Nightfever im Dom

Das Gotteswort kann Herzen erweichen


Regensburg, 11. Juli 2026

Jugendliche und junge Erwachsene kamen am Samstagabend im Regensburger Dom zu Nightfever zusammen. Nach dem Pontifikalamt mit Weihbischof Josef Graf folgten Anbetung, Beichte und Straßenmission. Der Gebetsabend war zugleich Teil des Jubiläums „750 Jahre gotischer Dom St. Peter“.

„Das Gotteswort kann Herzen erweichen“, erklärte Josef Graf in seiner Predigt. Der Weihbischof feierte am Samstagabend zusammen mit der Jugend 2000 ein Pontifikalamt im Dom St. Peter in Regensburg. Zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene kamen zum offenen Gebetsabend, nahmen an der heiligen Messe und der anschließenden Anbetung teil und beteiligten sich an der Evangelisation durch Straßenmission.

„Gott hat Geduld, und Gott ist Geduld“, fuhr Weihbischof Graf in seiner Predigt fort. Diese begann er humorvoll mit einer kleinen Scherzfrage und leitete dann zur Kernbotschaft über. Weihbischof Graf bezog sich dabei direkt auf die Lesung und das Tagesevangelium (Mt 13,1–3), in dem Jesus in Gleichnissen über den Sämann und die Saat sprach.

Mut zum Bekenntnis

Graf ging direkt auf die Zweifel vieler Menschen am Wort Gottes und auf die Frage ein, ob die Kirche jene Aussagen aus dem Evangelium richtig interpretiere. „Es fällt nicht jedes Korn auf fruchtbaren Boden“, führte er aus. Zweifel und Fragen hinsichtlich der Kraft und Wirksamkeit des Wortes hätten schon die Jünger gehabt. Der Weihbischof leitete unmittelbar zur Gegenwart über: „Wir müssen uns fragen: Wo fällt bei mir das Wort auf den Weg?“ Es bestehe die Gefahr, dass alltägliche Sorgen das Leben aus dem Glauben überwucherten.

Christen hierzulande würden zwar nicht unmittelbar verfolgt, viele katholische Christen seien jedoch Anfeindungen, Spott und Unverständnis ausgesetzt. Es brauche Mut zum Bekenntnis, so Graf. „Ich freue mich über euch und bewundere diejenigen von euch, die an diesem Nightfever-Abend wieder hinausgehen auf die Straße.“

Am Ende des Pontifikalamtes spendete Josef Graf den Wettersegen. Es folgte die Anbetung im abgedunkelten und stimmungsvoll mit Kerzen und farbigem Licht erleuchteten Dom. Die jungen Gläubigen hatten danach auch die Gelegenheit zur Beichte an mehreren dafür eingerichteten Stationen in der Kathedrale.

Viele gingen hinaus auf die Straßen zur Evangelisation. Sie luden Passanten ein, mit ihnen in die Kirche zu kommen. Andere Teilnehmer blieben im Dom, beteten und tauschten sich aus. Das Westportal war die ganze Zeit über einladend geöffnet. Weihbischof Josef Graf feierte die Messe zusammen mit Pfarrer Klaus Beck und Hochschulpfarrer Martin Seiberl.

Anbetung, Musik und Begegnungen

Nightfever wird von der Jugend 2000, einer internationalen katholischen Jugendbewegung, organisiert. Sie geht auf den Weltjugendtag 1989 zurück. Die deutsche Niederlassung startete ein Jahr später.

Musikalisch umrahmt wurde die Messe vom Chor AmiCanta. Zur Anbetung spielte die Band der Jugend 2000. Das Nightfever fand heuer direkt nach der Festwoche im Dom statt. Mit der Festwoche feierte das Domkapitel das Jubiläum „750 Jahre gotischer Dom in Regensburg“. Höhepunkte waren die großen Gottesdienste zur Domkirchweihe am 30. Juni sowie eine Pontifikalmesse am 5. Juli. Dazwischen gab es abendliche Konzerte und mit dem „Blühenden Dom“ farbenfrohe Blumenarrangements.

Nightfever war damit Teil des großen Domjubiläums und zugleich eines der verschiedenen Gebetsangebote. Am vergangenen Wochenende fanden Nightfever zeitgleich auch in Kirchen in Augsburg, Erfurt und London statt. Am Samstagabend endete das Nightfever in Regensburg um 21.30 Uhr mit einem Nachtgebet im Dom. Viele junge Gläubige gingen danach gemeinsam zum Pizzaessen und setzten dort ihren Austausch und die Begegnungen fort.

Text und Fotos: Claudia Erdenreich

(SG)



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