Bild HEINRICH UND KUNIGUNDE: Gemeinsam wirksam in Staat und Kirche

HEINRICH UND KUNIGUNDE: Gemeinsam wirksam in Staat und Kirche

  • 13.
    Juli
    2037

Heinrich und Kunigunde haben es als eines der wenigen Ehepaare der katholischen Kirchengeschichte geschafft, zur Ehre der Altäre erhoben zu werden. Sie wirkten gemeinsam – Hand in Hand – in Welt und Gesellschaft und wurden damit der christlichen Berufung für Eheleute gerecht, am Aufbau einer besseren und gerechteren Welt mitzuwirken.

Den weitaus größten Teil der Heiligen machen bis heute Priester und Bischöfe, Ordensleute und Jungfrauen aus. Unter den heiligen Eheleuten gibt es dann einige, die scheinbar nicht wegen ihres Ehelebens, sondern gerade ihm zum Trotz den Weg zur Heiligkeit gefunden haben: Monika etwa, die Mutter des heiligen Augustinus, die sich fortwährend gegen ihren heidnischen Ehemann durchsetzen musste - oder die heilige Elisabeth von Thüringen, die gerade gegen den Willen ihres Ehemannes Werke der Barmherzigkeit vollbrachte.

Kirchliche Reformen

Der heilige Heinrich wurde 973 in (Bad) Abbach vor den Toren Regensburgs geboren. 1002 wurde er ostfränkischer König, wobei diese Bezeichnung im Prinzip mit dem Titel als deutscher König gleichsetzbar ist, obwohl sich das Adjektiv „deutsch“ erst später allgemein durch setzen sollte. 1014 wurde er zum Kaiser des Reiches gekrönt, das später und bis dato als „Heiliges Römischen Reiches Deutscher Nation“ bekannt sein sollte. Die Ehe mit Kunigunde wurde 995 geschlossen. Als Kaiser baute Heinrich seinen Einflussbereich stark aus – und setzte dabei auch kirchliche Schwerpunkte. So intervenierte er bei Papst Benedikt, damit dieser das Credo in das Messordinarium aufnehme. 

Für das Bistum Regensburg von großer Bedeutung ist Heinrichs Engagement für die Alte Kapelle in Regensburg. In einer Urkunde vom 15. Oktober 967 wurde diese Pfalzkapelle als „ganz verfallen“ beschrieben, daher wurde sie damals wohl erstmals als „Alte Kapelle“ bezeichnet. Heinrich II. ergriff Besitz von ihr, ließ sie wiederherstellen und erhob sie zu seiner Pfalzkapelle. Diese Kirche ist bis heute eine glanzvolle Marienstätte und  zählt zu den bedeutendsten Stätten der Christenheit in Bayern.

Klerikale Personalpolitik

Wohl über Wolfgang von Regensburg und die Abtei St. Emmeram kam er in Kontakt mit der Benediktinerabtei Cluny im französischen Burgund., damals noch in engem Kontakt und rechtemäßig verbunden mit dem ostfränkischen Reich. Die dortigen Mönche setzten sich für eine Reform des Klosterlebens und für die Unabhängigkeit des Ordens ein. Später wurde Heinrich sogar Laienbruder dieser Abtei. Gemeinsam mit dem Papst setzte sich Heinrich zudem für eine Synode ein. Er wollte die „Simonie“ – also den Verkauf kirchlicher Ämter und Würden – bekämpfen und trat für einen verpflichtenden Zölibat der Priester ein. 

Um diese Ziele zu untermauern, betrieb er eine aktive Personalpolitik. Mediävisten haben herausgefunden, dass unter den von ihm erhobenen oder geförderten Bischöfen ungewöhnlich viele frühere Mitschüler aus seiner alten Schule St. Emmeram zu finden sind. Auch dieser Bezug zum Bistum Regensburg ist bemerkenswert. Auch seine Ehefrau Kunigunde hinterließ bleibende Spuren. Das Ehepaar gründete etwa das heutige Erzbistum Bamberg und stattete es finanziell aus. Daneben stifteten Heinrich und Kunigunde viele weitere Kirchen und Klöster.

Christliche Berufung als Eheleute

Die Ehe der beiden blieb kinderlos, weshalb sie in der Tradition oft als „Josefsehe“ gedeutet wurden, in der die Eheleute – vergleichbar der Ehe von Maria mit Josef – enthaltsam leben. Damals war die Krankheit Heinrichs, die Nachkommen verhinderte, noch nicht bekannt. Wahrscheinlich handelte es sich um eine missglückte Unterleibsorganisation. Kunigunde war indessen nicht nur Beraterin ihres Mannes Heinrich, sie traf auch in seiner Abwesenheit eigene Entscheidung. Nachdem Heinrich 1024 starb, übernahm sie übergangsweise sogar die Regierungsgeschäfte. Anschließend zog sie sich in das von ihr gegründete Kloster Kaufungen zurück. Dort lebte sie als Nonne.

Heinrich und Kunigunde sind ein Beispiel dafür, wie Eheleute ein heiliges Leben führen können. Sie wirkten gemeinsam – Hand in Hand – in Welt und Gesellschaft. Sie wurden damit der christlichen Berufung für Eheleute gerecht, am Aufbau einer besseren und gerechteren Welt mitzuwirken. Der Ehebund ist als Sakrament ein Realsymbol der Liebe Gottes zu den Menschen – und soll diese Liebe deswegen auch widerspiegeln. Dabei verbanden Heinrich und Kunigunde ihr Engagement in der Welt mit einem dezidiert religiösen Leben und versuchten so ihrer Berufung im Alltag gerecht zu werden.

Die Kirche feiert die Heiligen Heinrich und Kunigunde am 13. Juli.