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Zur Neuigkeit
Weihbischof Dr. Josef Graf feiert 380 Jahre MMC Straubing
Bund mit der Gottesmutter
Straubing, 15. März 2026
Die Marianische Männercongregation (MMC) Straubing feierte am Laetare-Sonntag ihr historisches Jubiläum. Weihbischof Dr. Josef Graf mahnt in einer bewegenden Festpredigt unter dem Kunstwerk „Gaia“ zur inneren Einkehr und christlichen Verantwortung.
Es ist ein Jubiläum, das in unserer schnelllebigen Zeit wie ein Fels in der Brandung wirkt: Seit 380 Jahren bekennen sich Männer in Straubing zur Marianischen Männercongregation. Zum diesjährigen Hauptfest in der Basilika St. Jakob verschmolzen jahrhundertealte Tradition und moderne Kunst zu einer kraftvollen geistlichen Botschaft. Unter der gewaltigen Erdkugel des Kunstwerks „Gaia“, das der ZAW Straubing anlässlich seines 50jährigen Jubiläums in die Basilika holte, feierten die Sodalen nicht nur ihre bewegte Geschichte, sondern suchten Antworten auf die brennenden existenziellen Fragen der Gegenwart. Aus 124 Pfarrgruppen waren die Männer aus der gesamten Region zusammengekommen. Der Tag fand seinen spirituellen Höhepunkt im feierlichen Pontifikalamt am Vormittag sowie der andächtigen Marienfeier mit eucharistischer Prozession über den Stadtplatz am Nachmittag – ein öffentliches Zeugnis des Glaubens, das die Stadt in ein tiefes Blau und Weiß tauchte.
Festlicher Einzug und Gemeinschaft im Gebet
Bereits beim Einzug der Banner bot sich ein imposantes Bild: Über 50 weiß-blaue Fahnen der einzelnen Pfarrgruppen schmückten den Altarraum der Basilika St. Jakob. Präfekt Josef Kolbinger begrüßte die versammelte Festgemeinde mit sichtlich bewegten Worten.
Als Hauptzelebrant stand Weihbischof Dr. Josef Graf dem Gottesdienst vor. Ihm zur Seite stand eine große Zahl an Mitbrüdern im priesterlichen Dienst: Zentralpräses BGR Georg Dunst, Stadtpfarrer P. Martin Müller, Schulseelsorger P. Philipp Schmidbauer, Kaplan Naresh Babu Marpu, Monsignore Thomas Schmid (MMC Regensburg), Militärseelsorger Werner Maria Heß (ehemaliger Zentralpräses der MMC Straubing), Ruhestandspfarrer Franz Alzinger sowie Prof. Dr. Johannes Brantl (ein gebürtiger Rinchnacher, jetzt Professor in Trier), assistiert von Diakon Rupert Loichinger. Ein besonderer Ehrenplatz war den Jubelsodalen vorbehalten, von denen einige bereits vor beeindruckenden 80 Jahren ihren Bund mit der Gottesmutter geschlossen hatten – ein lebendiges Zeugnis lebenslanger Treue.
Die Predigt: Vom „Tunnel-Syndrom“ zum Licht Christi
In seiner Festpredigt legte Weihbischof Dr. Josef Graf das Evangelium vom Blindgeborenen aus und schlug eine Brücke zur heutigen Zeit. Er betonte, dass 380 Jahre MMC weit mehr seien als ein bloßes Datum; sie stünden für eine Gemeinschaft, die Kriege, Epochenwechsel und gesellschaftliche Umbrüche im festen Vertrauen auf Gott überdauert hat.
Doch der Bischof blickte nicht nur zurück. Er warnte vor einer modernen „inneren Blindheit“ und Orientierungslosigkeit. Mit Bezug auf eine Erzählung von Franz Kafka beschrieb er das „Tunnel-Syndrom“ unserer Gesellschaft: Wie Verunglückte in einem dunklen Eisenbahntunnel verstricken sich die Menschen in gegenseitige Schuldzuweisungen über die Ursachen des Unglücks, anstatt gemeinsam der Fackel zu folgen, die den Weg zum Licht weist. Die Pharisäer der heutigen Zeit seien jene, die trotz sehender Augen innerlich blind bleiben für das rettende Wirken Gottes.
„Gaia“: Die Schöpfung als Leihgabe Gottes
Ein besonderer Akzent war die Begegnung mit der Installation „Gaia“ des Künstlers Luke Jerram. Die beleuchtete Erdkugel, die derzeit im Kirchenraum schwebt, bot eine faszinierende Kulisse. Basierend auf NASA-Aufnahmen zeigt sie unseren Planeten in seiner ganzen Pracht, aber auch in seiner erschütternden Zerbrechlichkeit.
Weihbischof Graf grenzte die christliche Sicht klar von rein weltlichen Ideologien ab: Für den Gläubigen sei die Erde keine göttliche Mutter, sondern eine uns von Gott „anvertraute Schöpfung“. Der Blick aus der Perspektive des Weltraums müsse zu einem radikalen Perspektivwechsel führen – weg vom kleinlichen Streit, hin zur gemeinsamen Verantwortung für das Ganze. Maria, die in der lauretanischen Litanei als „Mutter des guten Rates“ und „Morgenstern“ verehrt wird, dient hierbei als der entscheidende Leitstern, der uns in den „Dunkelheiten des Lebens“ den Weg weist.
Ein musikalisches und geistliches Vermächtnis
Die feierliche Liturgie wurde durch den kräftigen Volksgesang der Hunderten von Männern getragen, den Kirchenmusiker Marius Herb an der Orgel meisterhaft leitete. Ein besonderer Moment der Andacht war die Gabenbereitung, bei der das Lied „Voll Freude komme ich zu Dir“ erklang, dessen Text der Sodale Heinrich Reif (Pfarrgruppe Perkam) eigens für dieses Jubiläum verfasst hatte.
Das Pontifikalamt zum 380-jährigen Jubiläum der MMC Straubing endete mit einem klaren Auftrag für die Zukunft: Die Sodalen sollen, nach dem Vorbild Mariens, den „Lichtbringer“ Christus in eine oft dunkle Welt tragen. „Lassen wir uns von ihr zu ihrem Sohn führen, der unsere innere Blindheit heilt“, schloss Weihbischof Graf. So wurde das Hauptfest zu einer tiefen Kraftquelle, die den Männern der Congregation half, ihren Auftrag als christliche Wegweiser in einer unsicheren Welt neu anzunehmen.
„Auf Maria schauen, um nicht am Menschen zu verzweifeln“
Nach dem festlichen Pontifikalamt am Vormittag stand der Nachmittag im Zeichen der Treue und des öffentlichen Zeugnisses. Mit einer beeindruckenden eucharistischen Prozession und der Ehrung langjähriger Sodalen setzte die Marianische Männercongregation (MMC) ein starkes Zeichen für die Beständigkeit des christlichen Fundaments.
Am Nachmittag der 380-Jahrfeier stand die feierliche Aufnahme von 13 Neusodalen im Mittelpunkt. Ein bewegender Moment war die Ehrung der Jubelsodalen durch Zentralpräses BGR Georg Dunst. Die Zahlen sprechen für sich und zeugen von einer tiefen, lebenslangen Verwurzelung im Glauben: für 81 Jahre Treue wurden 3 Männer geehrt, für 80 Jahre zwei Männer, für 75 Jahre sechs Männer und zwischen 70 und 50 Jahren 100 Männer für ihr jahrzehntelanges Zeugnis.
Christus sichtbar in der Stadt: Die eucharistische Prozession
Den krönenden Abschluss bildete das öffentliche Glaubenszeugnis auf dem Straubinger Stadtplatz. Angeführt vom Kreuz und begleitet von über 50 wehenden weiß-blauen Bannern der Pfarrgruppen, bewegte sich ein imposanter Zug durch das Herz der Stadt. Inmitten der mehreren hundert Männer trug Weihbischof Dr. Josef Graf das Allerheiligste unter dem Baldachin. Flankiert von zahlreichen Priestern, Ministranten und Ehrengästen – darunter MdL Josef Zellmeier und Altlandrat Alfred Reisinger – wurde Christus buchstäblich „in die Welt hineingetragen“. Mit dem gemeinschaftlichen Gebet um den Frieden und dem feierlichen eucharistischen Segen endete dieser geschichtsträchtige Tag. Die Männer der MMC nehmen den Auftrag mit nach Hause: Das Licht, das sie in der Basilika entzündet haben, nun in ihre Familien und an ihre Arbeitsstätten zu tragen.
Text und Fotos: Irmgard Hilmer
(jas)










