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Zur Neuigkeit
Wallfahrt, Familienfest und Wetterkapriolen
Gut besuchtes Bruderschaftshauptfest auf dem Eichlberg
Regensburg/Eichlberg, 03. Juni 2026
Am Morgen und Vormittag ein laues, leises Lüftchen – am frühen Nachmittag dann dunkle Wolken, eine brausende Brise und wütend Wind und Wetter zur Wallfahrt: diese Kapriolen gehören inzwischen auch zum Dreifaltigkeitshochfest auf dem Eichlberg – zumindest in den jüngsten Jahren. Zwar bauten viele Fieranten ihre Stände danach ab, dem Ratsch an den Biertischen tat es aber keinen Abbruch. Denn der Dreifaltigkeitssonntag auf dem Eichlberg ist, wie der aus Eckertshof stammende Josef Meier bemerkte, auch ein „Familienfest“.
Zunächst aber ist es das Hauptfest der Bruderschaft von der Heiligsten Dreifaltigkeit, zu dem gut 20 Fußwallfahrergruppen hinauf zum Eichlberg pilgern. Insgesamt waren es am Sonntag zu Fuß 976 Pilger, mit der schon am Samstagabend hierher wallfahrenden Gruppe dürften die rund 1000 wie in den Vorjahren erreicht worden sein. Insgesamt waren es natürlich bei weitem mehr. Zum 50. Mal machten sich heuer – bereits um 3 Uhr in der Nacht – die Gläubigen aus Neuses auf den Weg und hatten zum Jubiläum eine Erinnerungskerze anfertigen lassen und mitgebracht. Pilgerführer Karl Schmidt präsentierte diese am Ende der Eucharistie den Gottesdienstbesuchern. Die stärksten Gruppen kamen aus Breitenbrunn (119) und Hemau (117).
Dank „für die Treue zum Eichlberg“
Zur Wallfahrt gehört auch die alle Sinne ansprechende Atmosphäre. Der in der Kirche gefeierte 8.30 Uhr-Gottesdienst ist zu Ende, das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ erklingt – kräftig von der Orgel begleitet – und die Glocken läuten dazu. Die Nase schnuppert Bratwürstlduft. Dazu Gemurmel von ein paar Männern. „D’Erdäpfl schaua guad aus“, stellen sie unter anderem fest. Andere diskutieren über die Unterschiede zur Bettbrunn-Wallfahrt.
Doch dann ist Ruhe, die Stadtkapelle Hemau, dirigiert von Lucia Riepl, hebt zu spielen an, und schon kommen der Kreuzträger und die Priester mit dem Hauptzelebranten, dem Abt des Benediktinerklosters Ettal Barnabas Bögle, näher. Über die vielen zu Fuß, mit dem Auto, per Bus oder Fahrrad gekommenen Wallfahrer freut sich in seiner Begrüßung Ortspfarrer Shajers Robert und dankt „für die Treue zum Eichlberg“. Zu diesem hat übrigens auch Abt Bögle einen Bezug, war er doch vor vielen Jahren Prediger bei der Primiz von Monsignore Johannes Hofmann, der aus Mungenhofen stammt und zu den Konzelebranten gehörte. Das Totengedenken galt fünf seit dem letzten Hauptfest verstorbenen Mitgliedern der Bruderschaft. „Wir bringen ein ganzes Paket an Sorgen mit. Alle diese Sorgen wollen wir zusammen vor den Herrn hintragen, dass er die Not in Segen verwandle“, meinte der Abt in seiner Begrüßung. Besonders verwies er dabei auf den „Frieden unter den Staaten der Erde“.
„Uns Christen darf die Welt nie egal sein“
Diese Gedanken vertiefte er in seiner Predigt. „Uns Christen darf die Welt nie egal sein“, appellierte er an die Gläubigen. Dies betreffe die Achtung und Ehrung der Schöpfung – also den Natur- und Umweltschutz. Dann den „Schutz allen menschlichen Lebens“ – Achtsamkeit gegenüber dem Leben vom ersten Anfang im Mutterschoß bis zum Tod, kurzum Menschenwürde. Und schließlich die Kirche, die von Jesus gegründet wurde und in der der Heilige Geist wirkt.
„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.“ Das gilt besonders bei Wallfahrten, wo nach einem langen Marsch Körper und Kreislauf Flüssigkeit und Nahrung brauchen. Dafür war beim Alten Wirt sowie an mehreren Ständen und Biertischen und -bänken gut gesorgt. Darüber hinaus gab es bei den vielen Händlern von Töpferwaren über Kleidung und Handwerksgeräten oder Haushaltswaren bis hin zu Kinderspielzeug allerhand Sachen. Ein Rechen für die Gartenarbeit und ein Plastik-Rasenmäher für den kleinen Buben – wer freut sich nicht über solche Utensilien.
Bei der Nachmittagsandacht segnete Abt Bögle die Kinder, zuvor hatten viele im Gotteshaus angesichts des Unwetters Unterschlupf gefunden. Denn – wie erwähnt – auch die Wetterkapriolen gehören zum Eichlberg.
Ehrung für langjährige Wallfahrer und Neuaufnahme
Beim Hauptfest der Bruderschaft von der Heiligsten Dreifaltigkeit werden natürlich immer auch langjährige Wallfahrer geehrt. So erhielten Josef Wendl für 25 Jahre und Michael Pöppl für 15 Jahre – beide aus Duggendorf – entsprechende Urkunden und Medaillen. Pfarrer Shajers Robert dankte für die „Treue und tiefe Verbundenheit mit dem Eichlberg, der Wallfahrt und der heiligen Dreifaltigkeit. Neu in die Bruderschaft aufgenommen wurde Klaus Eichenseer aus Beratzhausen.
Text und Fotos: Markus Bauer











