Bischof Holub predigt - im Vordergrund der Wolfgangsschrein

Bischof Tomáš Holub feiert in Regensburg die Wolfgangswoche

Der Schatz des Glaubens


Regensburg, 23. Juni 2026

Im Rahmen der Wolfgangswoche feierte der Pilsener Bischof, Dr. Tomáš Holub, mit Generalvikar Dr. Roland Batz, Mitgliedern des Domkapitels, u. a. in der Basilika St. Emmeram ein Pontifikalamt für die Vertreter und Vertreterinnen der Berufe der Kirche. Die Wolfgangswoche gipfelt in der Priesterweihe, die heuer am Samstag, 27. Juni im Regensburger Dom stattfindet.

In seiner Begrüßung betonte Generalvikar Dr. Roland Batz die Verbundenheit der beiden Bistümer. Der Besuch von Bischof Holub stärke nicht nur beide Diözesen, sondern sei auch ein Zeichen der gegenseitigen Freundschaft. Die Kirche, so Batz weiter, veränderte sich – teils müssten neue Wege beschritten werden. Auch der heilige Wolfgang sei neue Wege gegangen, der unter anderem die Gründung des Bistums Prag ermöglichte, aus dem 1993 das Bistum Pilsen hervorgegangen ist. Dieser Schritt war von Klugheit, pastoraler Sorge und Weitblick geprägt. Dafür, dass Bischof Tomáš Holub der Einladung gefolgt war, dankte der Generalvikar herzlich und rief dem Gast aus Tschechien zu: „Willkommen in unserer Mitte“.

Glaube ist ein Geschenk

In seiner Predigt stellte der Pilsener Bischof die Frage, was es bedeute, als Kirche in einer säkularen Welt zu leben. Drei Überlegungen legte er dazu dar: Wir als Kirche, nicht als Institution, sondern als Gemeinschaft aller Gläubigen, müssten voller Freude über das Geschenk, den Schatz des Glaubens sein, den wir besäßen. Persönlich diesen Schatz täglich erleben zu dürfen, sei ein großes Geschenk. Diese Einsichten kollidierten oft mit einer säkularen Welt, die diesen Schatz nicht (mehr) kennt und zu schätzen weiß. Um so mehr, erklärte Bischof Holub, müssten wir als Gläubige diesen Schatz suchen und pflegen. Wer das tue, strahle das auch nach außen aus.


Zweitens befinde sich der Schatz des Glaubens in einem zerbrechlichen Gefäß. Diesen Schatz muss jeder Gläubige schützen. Mit der Freude des Glaubens unterwegs zu sein bedeute, das Gebet immer wieder aufs Neue kennenzulernen und neu zu entdecken. Auch müssten wir Christen die Bereitschaft innehaben, den Glauben in uns immer wieder neu zu suchen und zu festigen. 

Glaube ist wahrer Reichtum

In einem letzten Gedanken erinnerte Bischof Dr. Tomáš Holub an die Erzählung im Evangelium nach Markus (9.38-41), als die Jünger aufgeregt zu Jesus kommen und von einem Mann erzählen, der in seinem Namen Dämonen ausgetrieben habe. Jesus ermahnt seine Jünger aber und erklärt, dass der, der in seinem Namen Wunder tue, sich nicht gegen ihn richten werde. Wesentlich auch für unsere Kirche sei, so der Pilsener Bischof, dass wir selbstlose Freude haben aus dem Guten, was überall um uns herum geschehe. Das sei es auch, was zum Weg der Gemeinschaft der Gläubigen in einer säkularen Welt gehöre. Was in einer säkularen und vom Hedonismus geprägten Welt als erstrebenswert gelte, muss für uns nicht wichtig sein. Wir seien die „Armen“, die aber den Schatz des Glaubens haben. Das sei der wahre Reichtum: „Diese Freude macht stark. Wir stehen hier im Leben, um zu beten“, so der Bischof abschließend, verbunden mit der Bitte, diese Freude stets an andere weiterzugeben und andere Menschen dafür zu begeistern.

Die Wolfgangswoche

Während der Wolfgangswoche wird traditonell der Wolfgangsschrein mit den sterblichen Überresten des Bistumspatrons aus der Wolfgangskrypte vor den Altar in St. Emmeram übertragen. Seit mehreren Jahren wird die feierliche Woche nicht nur in Regensburg, sondern auch dezentral in verschiedenen Dekanaten gefeiert. Heuer eröffnete Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Feierwoche in St. Wolfgang in Landshut.

Das bayerische Bistum Regensburg und das tschechische Bistum Pilsen verbindet als Partnerbistümer eine langjährige Freundschaft. Regelmäßig finden grenzübergreifende Begegnungen statt. 

Text und Fotos: © Jakob Schötz
(jas)



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