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Zur Neuigkeit
Benediktiner rüsten sich für großes Jubiläum
1.500 Jahre Abtei Montecassino
Montecassino / Regensburg, 24. Juni 2026
2029 jährt sich die Gründung der Abtei Montecassino durch den heiligen Benedikt von Nursia zum 1.500. Mal. Das Kloster in Süditalien gilt als Ursprung des Benediktinerordens und Wiege des abendländischen Mönchtums. Die Benediktiner haben mit den Vorbereitungen auf das Jubiläum bereits begonnen – es ist ein dreijähriges Programm.
Die Feierlichkeiten stehen unter dem Motto „Orte der Hoffnung seit 529“. Geplant sind nicht nur Gedenkveranstaltungen, sondern auch etliche Formate im digitalen Raum. Die Organisatoren möchten dabei die Geschichte des Benediktinertums aufarbeiten und zugleich nach seiner Bedeutung für die Zukunft fragen, weit über den Ordensbereich hinaus.
Abtprimas Jeremias Schröder erinnert im Gespräch mit uns an die Entstehungszeit von Montecassino. Benedikt von Nursia schuf das Kloster im Jahr 529, mitten in einer Umbruchzeit Europas. „Diese Gründung geschah mitten in einer sehr turbulenten und gewalttätigen Zeit, die wir beschönigend Völkerwanderung nennen, aber in der das Römische Reich zusammengebrochen ist, in der die germanischen Völker alles umgestürzt und neu geformt haben in Europa. Und in diese Zeit hinein entsteht in einem kleinen Ort in Süditalien eine Lebensform, die dieses Europa im christlichen Sinn dann ganz neu formen wird.“
Der heilige Papst Paul VI. habe eben diesen Aspekt herausgearbeitet, als er Montecassino, das im Zweiten Weltkrieg zerstört und dann wieder aufgebaut wurde, 1964 wieder einweihte. „Damals hat er den Heiligen Benedikt zum Hauptpatron Europas erklärt und beschrieben, wie die Söhne und Töchter des Heiligen Benedikt eigentlich Europa geformt haben.“
Das Jubiläum beschränkt sich nicht auf das Jahr 2029. Die Benediktinische Konföderation hat einen dreijährigen Vorbereitungsweg eingerichtet. Er begann im April 2026 in Norcia, dem Geburtsort Benedikts und seiner Schwester Scholastika. 2027 steht Rom im Mittelpunkt, 2028 Subiaco und 2029 schließlich Montecassino. Jede Etappe trägt ein eigenes Leitwort: „Erwachen“, „Hören“, „Wachsen“ und „Gedeihen“.
Ein Jubiläum als lebendige Realität
Bewusst haben die Benediktiner sich für eine Reihe dezentral organisierter Veranstaltungen entschieden, eine lebendige, sich entfaltende Realität. „Wir wollen auch forschen, neue Bücher, Publikationen, Videos bereitstellen“, betont der Abtprimas, „es wird auch sehr viele digitale Ressourcen geben, die das Eigentliche des benediktinischen Lebens herausarbeiten und darstellen.“
Klöster, Gemeinschaften, Oblaten, Freunde und Freundinnen der benediktinischen Tradition sind eingeladen, sich auf eine Weise zu beteiligen, die lokal verwurzelt ist und kreativen Ausdruck findet. Die Benediktiner haben eine mehrsprachige Jubiläums-Webseite eingerichtet, auch auf Deutsch. Sie bündelt Informationen, koordiniert Veranstaltungen und verbindet Klöster, Pilger und Interessierte miteinander. Zugleich präsentiert die Seite benediktinische Gemeinschaften und Bewegungen in verschiedenen Ländern. „Wir möchten dabei vor allem auf die Klöster hinweisen“, betont der Abtprimas.
Das Jubiläum soll zeigen, welche Bedeutung sie in Vergangenheit und Gegenwart haben – bis hinein in die Zukunft. Denn Schröder sieht deutliche Parallelen zwischen dem 6. Jahrhundert, in dem Montecassino mit seiner großen Strahlkraft entstand, und der Gegenwart: „Wir leben ja heute auch wieder in einer Zeit des Umbruchs. Wir erleben, wie ganz viel durcheinander gerät. Wir ahnen, dass die Welt anders ausschauen wird in der nahen Zukunft, als wir es gewohnt sind. Und wir lassen uns inspirieren davon, dass Montecassino und diese benediktinische Lebensform wirklich ein Anker geworden ist. Eine Stütze der Stabilität. Und dass in diesen Klöstern Orte der Hoffnung für die Welt entstanden sind.“
Mit dem Jubiläum verbinden die Benediktiner auch Fragen nach der Bedeutung ihrer Lebensform in der Zukunft: „welche Rolle die Klöster haben werden für die Kirche, für die Welt. Wir leben in einer Zeit des unglaublichen Vertrauensverlustes.“ Klöster können helfen, unterstreicht der Abtprimas der Benediktiner: „Unsere Klöster sind Orte, an denen man christliches Leben authentisch erleben und auch mitleben kann. Wir wollen ganz viele Menschen einladen, im Zuge dieses Jubiläums Klöster zu besuchen und aus der Nähe, aus der direkten Anschauung, aus dem Mitleben heraus diese Lebensform kennen und schätzen zu lernen.“
Schließlich sind die Benediktinerklöster seit fast 1500 Jahren Orte des Gebets, der Gemeinschaft und der Gastfreundschaft. 2029 kommt die weltweite benediktinische Familie zusammen, um diese lebendige Tradition zu feiern, darüber nachzudenken, wo sie steht, und hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.
Text: Vatican News
(sig)




