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Zur Neuigkeit
Waidhaus feiert 700jähriges Pfarreibestehen
Glaube, der Generationen verbindet
Waidhaus, 27. September 2026
Unter dem Leitsatz „Glaube verbindet – Glauben leben, Gemeinschaft stärken“ hat die Pfarrei Waidhaus am Sonntag den Höhepunkt ihres Jubiläumsjahres gefeiert. Seit 700 Jahren ist die Pfarrei urkundlich bezeugt – sieben Jahrhunderte voller Gebet, Hoffnung und Dankbarkeit, aber auch voller Umbrüche, Schicksalsschläge und immer neuer Aufbrüche. Zum großen Festtag war Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer aus Regensburg in die frühere Grenzgemeinde gekommen.
Schon am frühen Morgen hatten sich Gläubige aus Miesbrunn, Burkhardsrieth, Pleystein und Moosbach im Rahmen einer Sternwallfahrt der „Pfarreiengemeinschaft um den Ulrichsberg“ auf den Weg nach Waidhaus gemacht. Das Vereinsorchester aus Waidhaus unter der Leitung von Hermann Mack begleitete die feierliche Prozession musikalisch. Gemeinsam mit Bischof Voderholzer zogen die Priester, der Diakon und der Altardienst in das festlich geschmückte Gotteshaus ein. Zahlreiche Fahnenabordnungen gaben der Feier ein farbenprächtiges Bild.
Unter den vielen Gläubigen waren auch die stellvertretende Landrätin Andrea Lang, Bürgermeister Markus Bauriedl und Mitglieder des Marktgemeinderates. Mit dem Bischof feierten Pfarrer Adam Karolczak, Pater Thomas Mühlberger, Pfarrer Udo Klösel, der Ruhestandsgeistliche Wolfgang Häupl sowie Pfarrvikar Dr. Basil Bazir Ngwega den Pontifikalgottesdienst. Mit dabei waren ebenso Diakon Herbert Sturm und Gemeindereferent Benedikt Eckert.
Sieben Jahrhunderte voller Höhen und Tiefen
Bischof Rudolf Voderholzer nahm in seiner Predigt die lange Geschichte der Pfarrei in den Blick. Vor 700 Jahren wurde Waidhaus erstmals urkundlich als Pfarrei erwähnt. Schon oft sei er hier vorbeigefahren, erzählte der Bischof, weil seine Mutter aus Böhmen, aus dem Kreis Kladrau/Mies, stamme.
Er erinnerte an die Hussitenkriege im 15. Jahrhundert und an die wechselvolle Geschichte der folgenden Jahrhunderte. Im Jahr 1592 musste die damalige Kirche einer größeren Reparatur unterzogen werden. Später erhielt der Zwiebelturm der Kirche seine charakteristische Form. Besonders einschneidend waren die Brände von 1782 und 1868, die Zerstörung und Wiederaufbau mit sich brachten. Hinzu kamen der Zweite Weltkrieg, die Ankunft der Amerikaner und schließlich die Entstehung des Eisernen Vorhangs.
Von 1952 bis 1956 wurde das Gotteshaus erweitert. „Gut, dass sie angebaut wurde, damit heute alle Platz haben“, meinte der Bischof schmunzelnd. „Es ist doch schön, wenn eine Pfarreiengemeinschaft so zusammenfindet.“
Dann geschah, wie der Bischof erinnerte, das lange kaum Vorstellbare: 1989 öffneten sich die Grenzen, und vieles wurde wieder anders. Im Jahr 2016 nahm Weihbischof Reinhard Pappenberger die feierliche Konsekration des Volksaltares vor. Zwei Jahre später wurde die Orgel gereinigt, gewartet und überarbeitet.
So ist St. Emmeram nicht nur ein Gebäude aus Stein, sondern ein Stück Heimatgeschichte – ein Ort, an dem Generationen getauft und getraut, verabschiedet und im Glauben begleitet wurden. Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen gab Bischof Voderholzer den Gläubigen mit auf den Weg: „Nützen wir doch die Chance der Pfarreiengemeinschaft, die für alle eine große Bereicherung, Würdigung und Stärkung ist.“
Ein besonderer Blick auf den Kirchenpatron
Auch der Kirchenpatron, der heilige Emmeram, durfte an diesem Festtag nicht fehlen. Der Bischof ging auf die Darstellung des Heiligen mit einer Leiter ein und schlug damit zugleich den Bogen zwischen dem Glauben vergangener Generationen und der Gegenwart.
Er erinnerte an das Leben des heiligen Emmeram, der im 7. Jahrhundert aus dem Westen Frankreichs nach Regensburg kam und von hier aus in Bayern missionarisch wirkte. Nach seinem Märtyrertod wurden seine Gebeine nach Regensburg überführt; sie befinden sich heute in der nach ihm benannten Basilika St. Emmeram. Sein Gedenktag ist der 22. September. Neben dem Hauptpatron der Diözese, dem heiligen Wolfgang, und dem heiligen Erhard wird Emmeram als Nebenpatron des Bistums Regensburg verehrt.
Spenden machen Restaurierungen in der Kirche möglich
8.390 Euro waren bei einer Spendenaktion der Pfarreiengemeinschaft für die Restaurierung von Bildern zusammengekommen, berichtete Pfarrer Karolczak am Ende des Pontifikalgottesdienstes. Damit konnten bereits die Darstellungen des heiligen Antonius von Padua und des heiligen Emmeram restauriert werden. Auch ein Muttergottesbild wurde erneuert. Bischof Voderholzer erbat anschließend den kirchlichen Segen für die restaurierten Heiligenbilder.
Bei herrlichem Spätsommerwetter versammelte sich die Pfarrgemeinde anschließend zum Frühschoppen im Schatten des Rathauses. Frische Weißwürste und frisch gezapftes Bier sorgten für beste Stimmung. Mittendrin war Bischof Rudolf Voderholzer, der sich Zeit für Gespräche nahm und gemeinsam mit den Waidhausern den geselligen Ausklang genoss.
Text und Fotos: Elisabeth Dobmayer
(jas und SG)










