News Bild „Viele sind wir, doch eins in Christus“ - Weltgebetstag der Frauen

„Viele sind wir, doch eins in Christus“ - Weltgebetstag der Frauen

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Jedes Jahr am ersten Freitag im März beten christliche Frauen rund um den Erdball in den gleichen Anliegen, lesen die gleichen biblischen Texte und wissen sich verbunden in der Hoffnung auf Gott. Die Frauen aller Konfessionen sind stolz darauf, dass ihr Gottesdienst an diesem Tag ununterbrochen gefeiert wird, vom Aufgang der Sonne im Osten bis zum Abend, wenn die Sonne im Westen untergeht.

Auch in Deutschland ist der Weltgebetstag der Frauen für viele Frauengruppen und Pfarrgemeinden zu einem festen Bestandteil ihres Programms geworden. Dabei kann in diesem Jahr ein Jubiläum begangen werden: 1949 griffen erstmals deutsche Frauen die Weltgebetstagsidee auf und begründeten damit eine ständig wachsende ökumenische Gemeinschaft im Gebet. Wurden vor 60 Jahren 10.000 Gottesdiensttexte für Deutschland gedruckt, so sind es heute eine Million.

„Viele sind wir, doch eins in Christus“ – dieser Gedanke aus dem biblischen Römerbrief steht heuer als Motto über den Feiern zum Weltgebetstag. Ausgewählt wurde es von Frauen aus Papua-Neuguinea. Ihre wichtigsten Anliegen sind die Versöhnung zwischen den Völkern ihrer Heimat und die Verbesserung der Situation der Frauen. Die für den Gottesdienst ausgewählten Bibeltexte handeln von der Einheit verschiedener Menschen und ihren Begabungen, mit denen sie die Gemeinschaft stärken und bereichern.

Als „Land of the Unexpected“ – „Land der Überraschungen“ bezeichnen Menschen in Papua-Neuguinea selbst ihre Heimat. In ihrer Gottesdienstordnung ermutigen sie die Frauen der Welt, mit Vertrauen und Neugierde, Interesse und Freude auf ihr Land zuzugehen. Wir begegnen einem Land voller Schönheit und landschaftlicher Vielfalt, in dem Menschen leben, die sich über 800 Sprachen hinweg verständigen. Ein Land in der Spannung zwischen traditionellen Lebensformen und massiven sozialen und wirtschaftlichen Veränderungsprozessen. Frauen wollen sich aktiv einbringen in diese Prozesse und ihre Lebenswelt gestalten.

In den meisten Pfarreien der Diözese Regensburg werden sich am 06. März die Frauen aller christlichen Konfessionen zum Gottesdienst treffen. Die Vorbereitungsveranstaltungen wurden in diesem Jahr vom Katholischen Deutschen Frauenbund durchgeführt. Insgesamt 594 Frauen nahmen daran teil. Sie haben die Informationen in ihre Gemeinden getragen und dort den Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen gemeinsam geplant und vorbereitet.

Eingeladen sind an diesem Tag alle Frauen, zusammenzukommen und sich einzufügen in das Gebet, das die Frauen über Länder und Kontinente hin verbindet: „Liebender Gott, wir sind eins in deinem Geist, obwohl wir rund um die Erde verschiedene Kulturen, Sprachen, Hautfarben und Traditionen haben. Stärke uns, so zu leben, dass Menschen überall in unserer zerrissenen Welt die Einheit sehen und spüren können und dir, Gott, immer näher kommen wollen.“

Die Texte, Lieder und Gebete zum Weltgebetstag werden jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land zusammengestellt. Über die Situation in diesem Land informieren sich die Frauen in der Vorbereitung auf den Gottesdienst, so dass neben dem weltweiten Gebet auch das Wissen um die Lebenssituation von Menschen in einer bestimmten Region und Kultur zu jedem Weltgebetstag gehört. „Informiertes Beten“ lässt so den gemeinsamen Glauben sowie Verbundenheit und Solidarität spürbar werden. Diese Solidarität wird ganz konkret in der Kollekte des Weltgebetstags. Im vergangenen Jahr konnten mit 2,7 Millionen Euro 194 Frauenprojekte in 71 Ländern gefördert werden. Jedes fünfte Projekt unterstützt von Gewalt betroffene Frauen.

Ein thematischer Schwerpunkt des Weltgebetstagsgottesdienstes aus Papua-Neuguinea stellt das Friedensengagement von Frauen dar. Ein Beispiel aus Papua-Neuguinea beschreibt Frauen, die im Bürgerkrieg von Bougainville unter Gefahr für ihr eigenes Leben für den Frieden eingetreten sind und im Jahr 2001 ein Friedensabkommen erreicht haben. Erzählt wird auch von Maria und ihrer Familie, die aus christlicher Überzeugung anderen, die ihnen Gewalt angetan haben, vergeben konnten. Kämpfe zwischen Dorfgemeinschaften, die in Papua-Neuguinea noch häufig sind, können auf diese Weise überwunden werden.

Das Titelbild des diesjährigen Weltgebetstags wurde von der Künstlerin Jane Wena gemalt: Gesichter in festlicher Bemalung stehen für die Vielfalt unter den Menschen und Stämmen, Fische und Palmen für die Leben spendende Fülle der Natur. Tonkrug, Schiff und Trommel erinnern an kulturelle Errungenschaften, im Zentrum des Bildes sind die wertvolle Kina-Muschel und das Wappentier des Landes, der Paradiesvogel zu sehen. Auch die typische Netztasche „Bilum“, in der Frauen Gebrauchsgegenstände und Waren und sogar ihre Kinder tragen, ist im Kreuz abgebildet und erinnert an die Lasten, die gläubige Menschen bei Gott abladen.