Suche
Kategorien
Seiten
Nachrichten
Bilder
Videos
{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Seite{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Neuigkeit
Taufboom in Frankreich: Papst ermuntert Gemeinden
„Nicht in seliger Naivität verharren“
Paris / Regensburg, 27. September 2026
In Frankreich steigt seit geraumer Zeit die Zahl der Taufen stark an; mancherorts haben sich die Zahlen binnen weniger Jahre verdreifacht; auffällig groß ist die Zahl der Erwachsenentaufen. Vor wie auch nach dem Empfang des Sakraments sollen Neugetaufte gut begleitet werden: Dazu rät Papst Leo XIV. der Kirche in Frankreich. Bei einem Treffen mit Katechumenen, Neugetauften und Teilnehmern einer kirchlichen Provinzialversammlung sagte er auch, der Glaube jener, die als Erwachsene um die Taufe bitten, sei „ein Schatz, der der Kirche Frankreichs und der Weltkirche geschenkt ist“.
Bei der Apostolischen Reise Leos XIV. nach Frankreich ist eine weitere Parallele zur pästlichen Visite Benedikts XVI. in Regensburg, die 2006 stattfand, zu beobachten. In einem Hörsaal des Institut Catholique de Paris, einer Privatuniversität mit sechs Fakultäten, äußerte sich Papst Leo XIV. zur wahcsenden Kirche in Frankreich. Neben seinen Ausführungen gab es auch die Berichte dreier Erwachsener, die sich auf ihre Taufe vorbereiten oder sie unlängst empfangen haben. In Frankreich stieg die Zahl der Erwachsenentaufen in den Jahren seit der Pandemie nach Angaben der Bischofskonferenz um rund 13.000 auf gut 186.000 im Jahr 2024, auch die Zahl der Firmungen und der kirchlichen Trauungen ging nach oben.
Freude und Dankbarkeit über die Taufen seien vorhanden, aber nicht genug, fuhr Leo fort. „Das Staunen angesichts dessen, was so vielen unserer Brüder und Schwestern widerfährt, darf nicht dazu führen, dass wir bei einer seligen Naivität stehenbleiben; im Gegenteil, wir müssen uns bemühen, suchen, uns Fragen stellen und konkrete pastorale Maßnahmen ergreifen.“ Die Kirche müsse ergründen, wohin der Geist sie führe, um Katechumenen, Neugetaufte und Menschen zu begleiten, die nach längerer Distanz zum Glauben zurückkehrten.
Im Mittelpunkt dieser Begleitung steht für Leo die Zeit nach der Taufe. Neue Christen brauchten auch dann Menschen, die ihnen zur Seite stünden. Zugleich könnten sie bestehende Gemeinden verändern. Leo formulierte eine Chance und eine Aufgabe: „Die Chance liegt darin, dass dank ihnen auch die Gemeinschaft der Gläubigen ihren Glaubensweg erneuern und auf neue Weise die Freude des Evangeliums erleben kann. Die Aufgabe besteht darin, sich um sie zu kümmern und ihnen als Wegbegleiter zur Seite zu stehen, auch nachdem sie die Sakramente empfangen haben.“ Der Papst griff dabei eine Frage aus einem zuvor gehörten Glaubenzeugnis auf. Marielle, eine Frau im vorgerückten Alter, die nach ihrer 20jährigen Tochter die Taufe empfing, wollte von Leo wissen: „Wie lässt sich die Leere nach der Taufe vermeiden?“
Nähe und Bildung
Der Papst schlug als wichtigste Säulen Nähe und Bildung vor. „Es ist von wesentlicher Bedeutung, diese Menschen nach ihrer Taufe in unseren Gemeinden und Gebetsversammlungen zu begleiten und voll zu integrieren, indem wir ihnen einen familiären Rahmen und eine möglichst ganzheitliche Unterweisung bieten, die die verschiedenen Aspekte des christlichen Lebens umfasst und die Einheit von Glauben und Leben fördert.“ Dazu gehörten die Grundlagen des Glaubens und des Gebets ebenso wie eine biblisch und theologisch fundierte Unterweisung. Auch Fragen des christlichen Handelns und namentlich die Einführung in die Liturgie zählte der Papst ausdrücklich dazu: „Mit ihren Rhythmen, ihrer Sprache und ihren Riten ist die Liturgie Teil des Weges der Bekehrung und der Sakramentenvorbereitung.“
Besondere Anforderungen sieht Leo bei jenen, die Neugetaufte und Taufbewerber begleiten. Pastorale Mitarbeiter sollten neben theologischen und geistlichen Kenntnissen auch menschliche Fähigkeiten mitbringen. Denn die Lebenswege der Menschen, die sich heute der Kirche zuwendeten, unterschieden sich stark. „Manche kommen mit einem einfachen spirituellen Hunger, auf der Suche nach Sinn und angezogen vom Evangelium, während andere von schmerzhaften Erfahrungen, Einsamkeit und tiefen Verletzungen gezeichnet sind.“
Die Begleitung müsse deshalb Nähe mit den Anforderungen des Glaubens verbinden. „Genau hier kommt der Stil der Nähe, des Mitleids und der Zärtlichkeit zum Tragen: Es gilt, ein kluges Gleichgewicht zu finden, um sie aufzunehmen, ihnen zuzuhören und sie gleichzeitig zu ermutigen, sich den anspruchsvollen Herausforderungen des Glaubens zu stellen.“ Dabei müsse das persönliche Tempo jedes Einzelnen Beachtung finden. Leo sprach von einem Stil des „Gemeinsam-Gehens“, an dem Priester und Laien, Paten und Katechumenen sowie Gruppenleiter und Neugetaufte beteiligt seien.
Der Papst versteht die Neugetauften zugleich als aktive Mitglieder der Kirche. Sie seien „sind nicht nur dazu bestimmt, etwas zu empfangen: Ihr Glaube ist ein Schatz, der der Kirche Frankreichs und der Weltkirche geschenkt ist.“ Als Beispiel nannte Leo den heiligen Augustinus, dessen Glaube bei seiner Taufe „nur ein kleiner Samen“ gewesen sei und später große Wirkung entfaltet habe.
Text: Vatican News
(sig)




