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Zur Neuigkeit
Lourdes: Papst Leo XIV. mahnt und macht zugleich Hoffnung
„Umkehr und Buße“
Lourdes / Regensburg, 27. September 2026
Leo XIV. hat am Sonntag, den 27. September 2026 im südfranzösischen Wallfahrtsort Lourdes eine heilige Messe gefeiert, die zusammen mit dem nachfolgenden Angelus-Gebet als sprituelles Herzstück seiner Apostolischen Reise nach Frankreich gesehen werden kann. Im Einklang mit der Botschaft Mariens bei ihren Erscheinungen von 1858 rief er zu Umkehr und Buße auf.
„Dieses Erfordernis der Bekehrung betrifft auch die Kirche selbst auf ihrem irdischen Pilgerweg“, so der Papst wörtlich. „Sie muss den Mut aufbringen, diese Umkehr als Erste zu vollziehen. Um von den tiefen Wunden, der Untreue und den schmerzhaften Irrwegen, die in ihr begangen wurden, zu genesen, müssen wir uns in Demut dem reinigenden Blick des Herrn stellen. Das Eingestehen unserer Fehler ist für das geistliche Wachstum unverzichtbar…“
Leo hält sich seit Freitag und noch bis Montagabend in Frankreich auf. Während seiner Reise will er sich auch mit Missbrauchsopfern aus dem kirchlichen Bereich treffen. Ähnlich wie in Deutschland hat es auch in der Kirche Frankreichs viele Missbrauchsskandale gegeben; der entsprechende Bericht der sogenannten Sauvé-Kommission von 2021 sorgte in der französischen Gesellschaft für Erschütterung.
Ein einziges Herz, eine einzige Familie
Lourdes ist seit den Marienerscheinungen im 19. Jahrhundert die spirituelle Herzkammer des französischen Katholizismus. An der Messe des Papstes in der Nähe der Erscheinungsgrotte nahmen bei strahlendem Sonnenschein ungefähr 150.000 Menschen teil. Als letzter Papst bislang hatte hier Benedikt XVI. im September 2008 die Eucharistie gefeiert. Die Fürbitten wurden in mehreren Sprachen vorgetragen, darunter auch auf Deutsch.
„Wenn ich euch heute Vormittag hier im Haus unserer Mutter versammelt sehe, blicke ich auf das universale Antlitz der Kirche“, sagte Leo XIV. in seiner Predigt. „Einige von euch haben Kontinente durchquert, Strapazen überwunden und ihre Freuden und Lasten bis zu dieser heiligen Grotte getragen. Was für eine Freude, zusammen zu sein – ein einziges Herz, eine einzige Familie!“
Hauptthema der Papstpredigt: Umkehr und Buße. Gott wolle nicht, „dass seine Kinder verloren gehen“, darum gelte es „heute – nicht morgen – umzukehren“, so Leo. „Ja, Gott möchte, dass der Mensch lebt, dass er die Augen öffnet und sich ihm wieder zuwendet. Sich bekehren bedeutet, die Wege des Irrtums zu verlassen, um den Weg des Lebens einzuschlagen, und so das Herz für die einzige Freude zu öffnen, die nicht vergeht.“ Maria habe in Lourdes eine Gesellschaft, die manchmal „den Horizont der Ewigkeit“ vergesse, „an die Größe und Tragweite unserer Berufung zum Leben – zum ewigen Leben“ erinnert.
„Gegenüber den aktuellen Strömungen, die den Wert des menschlichen Lebens angesichts von Krankheit, Leid oder Alter neu definieren wollen, erscheint die Grotte von Massabielle als ein Heiligtum der christlichen Hoffnung. Hier wird kein Gebrechen zurückgewiesen… Lourdes ist der gesegnete Ort eines Bekenntnisses zum Glauben an die Schönheit und Heiligkeit des Lebens…“
Das ewige Leben in Reichweite
Das ewige Leben sei, wie der Papst bekräftigte, ein festes und sicheres Versprechen, das der Herr uns gibt: „Es ist in unserer Reichweite“, doch müssten wir, wie Maria uns das vorgemacht habe, in voller Freiheit Ja zu Gott sagen. Und das gehe nur mit Umkehr, immer wieder, und durch Buße. „Die Buße ist ein Werk, das der Liebe in Solidarität mit dem Menschengeschlecht entspringt: aus der Liebe zu Gott, dessen von unseren Sünden verwundetes Herz wir heilen wollen; aus der Liebe zu allen unseren Brüdern und Schwestern, die diesem Ruf zur Umkehr nicht folgen und durch ihre Verfehlungen dem Tod entgegengehen.“
Papst Leo fuhr fort: „Die Aufforderung unserer Mutter, unserer Pflicht zum Gebet und zur Bekehrung nachzukommen, erfüllt uns mit großer Hoffnung, denn sie weist uns den Weg, wie wir den Lauf der Dinge ändern können – und dieser Weg besteht in nichts anderem als darin, uns mit dem Leiden Christi zu vereinen.“ In diesem Sinn wandte sich der Papstan die Kranken, die eigentlichen Hauptpersonen von Lourdes: Wenn sie ihre Leiden in einem „Geist der Aufopferung“ lebten, stünden sie „wahrhaftig im Herzen der Kirche“ und sei ihre Rolle unersetzlich.
Eindringlich war der Appell des Papstes, für Frieden in der Welt zu beten, für die Umkehr der Mächtigen, für die Einsicht der Kreigführenden. Er eröffnete damit sein Angelus-Gebet und konkretisierte zugleich seine Aussage, dass das ewige Leben in Reichweite sei, mit diesem Hinweis darauf, wie es zu erlangen sei. Die Gemeinde antwortete dem Pontifex mit spontanem, lebhaftem Beifall.
Text: Vatican News / sig
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