News Bild "Steh deinem Volk, Sankt Wolfgang, bei, dass Gottes Geist uns schaffe neu in Glaube, Hoffnung, Liebe.“ - Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feiert Pontifikalamt zum Hochfest des hl. Wolfgang

"Steh deinem Volk, Sankt Wolfgang, bei, dass Gottes Geist uns schaffe neu in Glaube, Hoffnung, Liebe.“ - Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feiert Pontifikalamt zum Hochfest des hl. Wolfgang

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Am Vortag von Allerheiligen feiert die Kirche das Fest des hl. Bischof Wolfgang, der als 13. Oberhirte der Diözese Regensburg diese von 972 bis 994 segensreich leitete. Im Bistum ist dieser Tag Hochfest, da der hl. Wolfgang der erste Bistumspatron ist vor dem hl. Emmeram und dem hl. Erhard. An seinem Grab in der altehrwürdigen Basilika St. Emmeram, die Bischof Dr. Rudolf Voderholzer gerne "die Wiege der Kirche von Regensburg" nennt, wurde dieser Festtag feierlich begangen. Neben zahlreichen Gläubigen und Priestern feierten auch zwei kirchliche Einrichtungen mit, die unter dem besonderen Schutz des hl. Wolfgang stehen, der Vorstand und die Seminaristen des Priesterseminares St. Wolfgang (gegründet 1872) und die Ritter und Damen der Komturei des Ordens vom Hl. Grab (gegründet 1975). Zu letzteren gesellten sich auch die Familiaren des Deutschen Ordens in ordensbrüderlicher Verbundenheit. Die Kirchenmusik, eindrucksvoll und stimmgewaltig vom Chor der Basilika dargeboten,  wurde unterstützt von Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters aus Karlsbad. Das gesungene Gotteslob war auch ein Werk eines Wolfgangs, nämlich die "Spatzenmesse" (Missa brevis in C) von Wolfgang Amadeus Mozart.

 

Predigt von Bischof Voderholzer

In seiner Predigt nahm Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die zahlreich erschienenen Gläubigen auf eine zweifache Reise mit, in die Lebensgeschichte des hl. Bischof Wolfgang und in das schwedische Lund bei Malmö. Als Wolfgang 994 auf einer Pastoralreise in Österreich starb, war die Christenheit noch ungeteilt, bei seiner Heiligsprechung 1052 durch Papst Leo IX. stand sie kurz vor dem Morgenländischen Schisma, der ersten Glaubensspaltung in Ost- und Westkirche (1054). Rund 500 Jahre später sollte mit der Reformation (1517) die zweite große Spaltung die Kirche teilen, eine Teilung, die in Kriegen auch viel Leid über die Menschen in Europa brachte. Von der Oberpfalz ging es dann nach Lund in Schweden und zum Besuch von Papst Franziskus anlässlich der Auftaktveranstaltung zum Reformationsjubiläum 2017. In Lund wurde 1947 der Lutherische Weltbund (LWB) gegründet, der heute 145 lutherische Mitgliedskirchen mit weltweit 72 Millionen Lutheranern in fast 100 Ländern der Erde vereint.

So wie Papst Franziskus mit dem LBW-Präsidenten Bischof Munib Younan aus Jordanien an diesem Abend einen Buß- und Versöhnungsgottesdienst feierte, so werden auch Bischof Rudolf und der Evangelisch-Lutherische Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss am 11. März 2017 in der Regensburger Dreieinigkeitskirche einen solchen Gottesdienst feiern. Bischof Rudolf lobte auch das gute Verhältnis zum Regionalbischof, "ich darf an dieser Stelle dankbar vermerken, dass mich mit Herrn Regionalbischof Dr. Weiss eine außerordentlich freundschaftliche und vertrauensvolle Beziehung verbindet." Ein Dreifaches schwinge bei diesem Reformations-Gedenken mit: "Bußfertigkeit angesichts der Schuld, Dank ob des schon Erreichten und unsere hoffnungsfrohe Bitte um baldige Wiedererlangung der sichtbaren Einheit". Der Besuch des Papstes in Schweden sei auch ein deutliches Zeichen dafür, so Bischof Rudolf, dass das Petrusamt ein Dienst an der Einheit der Kirche sei.

 

Laden Sie hier die Predigt von Bischof Rudolf als PDF herunter oder 

hören Sie sich die Predigt des Bischofs in voller Länge an:

„Freund der Slawischen Völker und Missionar des Ostens“

Nach dem Pontifikalsegen zog der Bischof mit allen Konzelebranten, der Seminargemeinschaft und den Mitgliedern der beiden Ritterorden singend in die Wolfgangskrypta an den Schrein des Bistumspatrons. Papst Leo IX. hatte am 7. Oktober 1052 die Gebeine von Bischof Wolfgang und Bischof Erhard in Regensburg feierlich erhoben, was einer Heiligsprechung im heutigen Sinne gleichkam. Seit über 900 Jahren Zeit ruhen die sterblichen Überreste des Hl. Wolfgang nun schon in der gleichnamigen Krypta. Im Jahre 1877 wurden sie in einen vergoldeten Reliquienschrein übertragen. Vor dem Wolfgangsaltar, unter dessen Altartisch der Schrein seinen Platz hat, wurden nun die letzten Worte des Bischofs Wolfgang von einem Seminaristen vorgetragen. In den anschließenden Fürbitten wurde der Heilige Bischof Wolfgang u.a. als „Mann des Gebetes und der Betrachtung“, „Freund der Slawischen Völker und Missionar des Ostens“ bezeichnet sowie als „Schutzpatron vor plötzlichem Tod“ angerufen.

 

"Wir sind Wolfgang"

Von 972 bis 994 war Wolfgang, der wohl um 924 in Schwaben geboren sein soll, der 13. Bischof des Bistums Regensburg. Die Reform der Köster, sein soziales Wirken, die Trennung von Regensburger Bischofsamt und Abtwürde von St. Emmeram sowie die Abtrennung des böhmischen Teils der Diözese, die die Gründung des Bistums Prag ermöglichte, zählen zu seinen großen Verdiensten. So verwundert es nicht, dass er knapp 60 Jahre nach seinem Tod bereits heiliggesprochen wurde. Noch heute ist das Andenken an ihn sehr lebendig in der Diözese. Seit dem 17. Jahrhundert ist er Hauptpatron der Diözese, seit dem Jahre 1964 wird immer in der letzten Juniwoche die „Wolfgangswoche“ feierlich begangen. Verdiente Laien im Bistum werden seit 1973 mit der St. Wolfgangs-Verdienstmedaille ausgezeichnet und bereits 1972 war das St. Wolfgangslied im Regensburger Dom uraufgeführt worden. Dieses erklang auch am 31. Oktober 2016 in der Krypta unter der Basilika St. Emmeram: „Wir rufen dich Sankt Wolfgang an, dass Gottes Heil uns werde.“