gäste im kreuzgang des ordinariates

Sommerempfang des Diözesankomitees der Katholiken

Ehrenamt macht christliches Fundament sichtbar


Regensburg 7. Juli 2026 

Zu Beginn des diesjährigen Sommerempfangs des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Regensburg feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in der Regensburger Niedermünsterkirche die Heilige Messe. Der festliche Gottesdienst stand ganz im Zeichen des Dankes für das ehrenamtliche Engagement sowie eines aktuellen Blicks auf das Nachbarbistum. Anschließend fand der Sommerempfang des Diözesankomitees im Kreuzgang und Garten statt. 

Bischof Rudolf schlug zu Beginn eine aktuelle Brücke zum Bistum Eichstätt. Exakt an diesem Tag, pünktlich zum Fest des Diözesanpatrons Willibald, ernannte Papst Leo XIV. den bisherigen Freiburger Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz zum neuen Bischof von Eichstätt. Ein zentrales Anliegen war dem Regensburger Oberhirten der ausdrückliche Dank für das unermüdliche ehrenamtliche Engagement in den Verbänden und geistlichen Gemeinschaften. Bischof Rudolf sagte ein herzliches „Vergelts Gott“ und betonte mit Nachdruck, dass die Kirche ohne diesen freiwilligen Dienst viel ärmer wäre.

Einsatz für die Mitmenschen

Der traditionelle Sommerempfang des Diözesankomitees Regensburg im Garten des Bischöflichen Ordinariats stand ganz im Zeichen des Dankes und der Anerkennung für das breite ehrenamtliche Engagement im Bistum. Die Vorsitzende Martha Bauer eröffnete den Abend mit einer feierlichen Ansprache, in der sie die fundamentale Bedeutung des Ehrenamts für das kirchliche Leben an der Basis betonte. Tagtäglich ließen die engagierten Helfer durch ihren Einsatz die Mitmenschen spüren, dass sie wertvoll sind und gesehen werden. Ohne diese unbezahlte Arbeit in den vielen kirchlichen Gemeinden und Verbänden wäre vieles schlichtweg nicht möglich, da dieses Engagement das christliche Fundament vor Ort überhaupt erst sichtbar mache.

Inspiration und Mut vom Katholikentag in Würzburg

Als ein besonderes, persönliches Jahreshighlight hob Bauer in ihrer Rede den Katholikentag in Würzburg hervor. Sie schilderte eindringlich ihre Impressionen beim Schlendern durch die dortige Kirchenmeile, auf der sie von der enormen Fülle der Angebote seitens der Verbände, Orden und geistlichen Gemeinschaften zutiefst beeindruckt war. Dieser intensive Austausch und die tiefgehenden Diskussionen, unter anderem am eigenen Bistumsstand, seien für sie ein unschätzbarer persönlicher Motivator gewesen, im eigenen Engagement niemals nachzulassen. Passend zum dortigen Leitwort „Habt Mut“ rief sie die Anwesenden dazu auf, auch in der eigenen Diözese echten Mut zu beweisen. Diesen Mut brauche es sowohl in der Kirche als auch in der gesamten Zivilgesellschaft immer wieder, um eine zukunftsfähige Weiterentwicklung möglich zu machen und notwendige Veränderungen positiv zu begleiten. 

Abschied von langjährigen Weggefährten

Der feierliche Rahmen des Empfangs bot zudem den passenden Moment, um verdiente Persönlichkeiten gebührend zu verabschieden, die nach den jüngsten Neuwahlen im Frühjahr nicht mehr für das Gremium kandidiert hatten. Mit sehr persönlichen Worten dankte Martha Bauer zunächst Monika Uhl, die bereits seit dem Jahr 2006 im Diözesankomitee aktiv war und über viele Jahre hinweg als Delegierte im Zentralkomitee der deutschen Katholiken wirkte. 

Ebenso herzlich wurde der stellvertretende Vorsitzende Martin König verabschiedet, der sich seit dem Jahr 2021 engagierte. Bauer beschrieb ihn als einen stets verlässlichen, hilfreichen Ratgeber und guten Freund, dessen Unterstützung im Vorstand trotz großer privater und familiärer Herausforderungen in den letzten Jahren sprichwörtlich Gold wert gewesen sei. Auch der hauptamtlichen Sekretärin Renate Rieger, die nach über sechs Jahren engagierter Arbeit in der Dienststelle für eine berufliche Weiterentwicklung in das Kirchensteueramt wechselt, galt ein tiefer Dank. Ein herzliches Danke ging auch an den Geschäftsführer der Diözesanen Räte Manfred Fürnrohr, der immer mit offenem Ohr und zupackenden Händen hilfsbereit zur Seite steht. 

Bischof vergleicht Bistum mit einem Weinberg

Einen weiteren Höhepunkt des Abends stellte das Grußwort von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer dar, der die Gäste mit einem charmanten und symbolischen Vergleich in seinem Garten willkommen hieß. Er bat die Anwesenden scherzhaft, gut auf die noch kleinen Weintrauben im bischöflichen Weinberg aufzupassen. Diese müssten noch wachsen und reifen, damit es am Ende eine gute Ernte geben könne. Der Bischof würdigte den Gerhardinger-Preis, der an diesem Abend bereits zum dritten Mal verliehen wurde, als eine hervorragende Idee und ein schönes Zeichen der Wertschätzung, das den Einsatz der Menschen auch in finanzieller Hinsicht ins Rampenlicht rücke. In seinen Dank schloss er alle ein, die sich tagtäglich in den Dienst der Kirche stellen, und betonte mit Nachdruck, dass dieses ehrenamtliche Engagement heute dringender gebraucht werde, denn je.

Gerhardinger-Preis würdigt soziale Vorbilder

Geprägt von diesem Geist der Anerkennung schritt die Vorstandschaft schließlich zur feierlichen Verleihung des Sozialpreises. Martha Bauer nahm die Ehrung gemeinsam mit ihren Stellvertretern Noah Walczuch und Oswald Zimmer vor. Der im Jahr 2023 ins Leben gerufene und nach der Gerhardinger Schwesternschaft der Armen Schulschwestern benannte Preis zeichnet vorbildliche, nachhaltige und gemeinwohlorientierte Projekte katholischer Gruppen im Bistum Regensburg aus. Insgesamt wurden 1500 Euro vergeben. 

Starke Signale über die Ortsgrenzen hinaus

In der Kategorie der überörtlichen Projekte ging der erste Platz an den Sozialdienst katholischer Frauen Regensburg (SkF) für seine ehrenamtliche Rufbereitschaft im Frauenhaus. Seit über drei Jahrzehnten stellen hier engagierte Frauen sicher, dass von Gewalt betroffene Frauen und Kinder rund um die Uhr Zuflucht und Grundversorgung finden. Die Helferinnen leisten im Verborgenen jährlich Tausende Stunden unbezahlten Dienst im Sinne des Opferschutzes. Den zweiten Platz errang der Frauentreff von In Via Regensburg. Diese barrierefreie Begegnungsstätte wirkt der Einsamkeit entgegen, fördert die soziale Teilhabe von Frauen jeder Herkunft und bietet wertvolle Lotsenberatungen in schwierigen Lebenslagen. Auf den dritten Platz wählte die Jury den CAJ-Diözesanverband Regensburg für das Projekt Alltagsheld/Alltagsheldin. Mit einer herzerwärmenden Weihnachtsaktion besuchten junge Ehrenamtliche an den Feiertagen die Arbeitsplätze von Menschen im Einzelhandel, in der Logistik oder der Pflege, um ihnen mit handgefertigten Lebkuchen direkte Anerkennung zu schenken.

Kreative Nächstenliebe direkt vor Ort

Bei den örtlichen Initiativen errang die Pfarreiengemeinschaft St. Paul und St. Josef Regensburg den Spitzenplatz. Der dortige Sachausschuss Gemeindecaritas entwickelte unter dem Leitwort Gesandte Jesu ein Konzept, um den Kontakt zu älteren Gemeindemitgliedern nach der Coronakrise wiederaufzubauen. Zehn ehrenamtliche Helfer schenken seither Zeit durch Besuche, Telefonate, Einkäufe und Fahrdienste. Der zweite Platz wurde an die Kolpingsfamilie Landshut-St. Nikola verliehen. Deren fortlaufender Gebrauchtwaren-Flohmarkt erwirtschaftete über die Jahrzehnte hinweg immense Spendensummen für caritative Zwecke und schont durch die Weitergabe nicht verkaufter Ware an soziale Einrichtungen wertvolle Ressourcen. Den dritten Platz belegte die Kolpingsfamilie Marktredwitz, die mit ihrem generationenübergreifenden Familienwochenende ein starkes Fundament für die Familienbildung legt. Einmal im Jahr reisen Generationen vom Kleinkind bis zu den Urgroßeltern gemeinsam in den Bayerischen Wald, um unter einem festen Jahresmotto wertvolle Zeit miteinander zu verbringen. Nach der Preisverleihung blieb genügend Zeit und gute Gelegenheit zum gemeinsamen Gespräch bei Essen und Trinken im sommerlichen Garten. 

 Text und Fotos: Irmgard Hilmer 
(jas)



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