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Silvester im Hohen Dom St. Peter

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Der Regensburger Dom  war am späten Silvesternachmittag gefüllt mit Hunderten von Menschen, die dem Pontifikalamt zum Jahresabschluss, das Bischof Rudolf Voderholzer zusammen mit dem Domkapitel zelebrierte, beiwohnen wollten. Der Ferienchor der Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Roland Büchner sowie Domorganist Professor Franz-Josef Stoiber an der Orgel gestalteten die Messe musikalisch. Bischof Rudolf ermahnte die Gläubigen, an diesem letzten Tag im Jahr Rückschau zu halten, sich zu besinnen und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

In seiner Predigt erinnerte der Bischof an die wichtigsten Geschehnisse des Jahres 2014. Er nannte den Katholikentag, der im Jahr 2014 in Regensburg stattgefunden habe und ein großer Erfolg gewesen sei. Er erinnerte daran, dass höchste Vertreter aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Geistlichkeit nach Regensburg gekommen sein, um in der Gemeinschaft der Gläubigen einer „Welt ohne Hoffnung“ entgegenzuwirken. Auch viele junge Menschen seien gekommen, sagte der Bischof. „Es ist meine Hoffnung, dass sich die jungen Menschen als Christen in Staat und Gesellschaft engagieren“, stellte er fest. Auch wies er auf die wichtigen Jubiläen hin, die im Jahr 2014 begangen worden seien: Der Beginn des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren und damit verbunden das „beschämende Versagen eines christlichen Kontinents“, der Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren, aber auch das schöne Jubiläum „25 Jahre Öffnung des Eisernen Vorhangs“. Auch die Heiligsprechung des Papstes Johannes Paul II. am Weißen Sonntag 2014 sprach Bischof Rudolf an. Dieser Papst habe viel für die Wiedervereinigung getan.

Christen als Lobbyisten des Lebens beim Katholikentag

Der Höhepunkt des Katholikentages sei für ihn die grenzüberschreitende Wallfahrt am 31. Mai 2014 in Neukirchen beim Heiligen Blut gewesen. Hier habe man sich der Wurzeln des christlichen Glaubens versichern können. Beim Katholikentag hätten sich die Christen als Lobbyisten des Lebens gezeigt. Die Resonanz auf dieses große Veranstaltungsereignis sei überaus positiv gewesen, stellte der Bischof fest. Sowohl die entspannte Atmosphäre als auch der geistliche Charakter des Katholikentages in Regensburg seien gelobt worden.

Gegen etwaige Kritik, wonach Reformen ausgeblieben seien, wandte sich Bischof Rudolf. Der Katholikentag sei kein Reformkonzil gewesen, außerdem stelle sich die Frage, welche Kriterien von denen, die Reformen forderten, zu Grunde gelegt würden. Manche der geforderten Reformen seien als „Aufforderung zur Selbstabschaffung“ zu verstehen, sagte Bischof Rudolf. Er erklärte, dass ihn das Taizé-Treffen in Prag mit 35.000 jungen Christen hoffnungsfroh stimme, ebenso wie die Sternsingeraktion, die die Heilsbotschaft hinaus in die Welt trüge. Dies alles sei ein Zeichen für die „Lebendigkeit der Kirche in unseren Tagen“.

Von Gastfreundschaft kann niemals Gefahr ausgehen

Die zweite Hälfte des Jahres 2014 sei vor allem von der Asyl- und Flüchtlingsproblematik geprägt gewesen, sagte der Bischof. Es gelte Werke der Barmherzigkeit zu tun, um die vielen unschuldig in Not geratenen Menschen, die aus ihren Heimatländern flüchten müssten, zu unterstützen und ihnen zu helfen. Es gäbe keinen Grund, den Bestand des Abendlandes zu fürchten, weil zu viele Flüchtlinge in unser Land kämen, sagte der Bischof. Von Gastfreundschaft könne niemals Gefahr ausgehen.

Ebenfalls gebe es keinen Grund, eine „Islamisierung“ zu fürchten. „Die Gefahr ist größer, dass eine Entchristlichung stattfindet“, sagte der Bischof. Als Beispiel nannte er die „Verzipfelung und Banalisierung von Weihnachten“. Im Christentum drohe keine Gefahr von außen, jedoch eine durch innere Aushöhlung, auch durch den um sich greifenden Genderismus. Bischof Rudolf wies darauf hin, dass das Jahr 2015 von Papst Franziskus zum „Jahr des geweihten Lebens“ ausgerufen worden sei. Er forderte die Gläubigen dazu auf, geweihte Personen durch das Gebet zu unterstützen. Am Ende der Messe zog Bischof Rudolf Voderholzer mit dem Allerheiligsten in einer eucharistischen Prozession durch den Dom.