Gruppenfoto vor der Kapelle

Seit 40 Jahren Ort der Hoffnung

Marienkapelle in Tegernheim


Tegernheim, 13. Mai 2026 

Mit einem Festgottesdienst bei der Marienkapelle am Tegelweg haben Pfarrei, Vereine und die polnische katholische Mission Regensburg am Samstag den 40. Jahrestag der Errichtung des Andachtsortes gefeiert und zugleich dem 100. Geburtstag des Erbauers Kasimir Sobolewski gedacht.

Seit vier Jahrzehnten, so Pfarrer Andreas Kuniszewski in seinen einleitenden Worten, versammeln sich Menschen in Tegernheim vor dem Bild der Schwarzen Madonna von Tschenstochau mit Sorgen, Gebeten und stillen Bitten. Viele Beter, seien es Einzelpersonen, Gruppen oder Vereine, hätten Kraft gefunden und gespürt, dass Gott sie nicht allein lässt. Eine weitere Intention des Gottesdienstes sei zudem, dass auch kommende Generationen diesen Ort des Glaubens aufsuchen, um Trost, Hilfe und Hoffnung zu erfahren.

In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Kuniszewski, der der Eucharistiefeier zusammen mit Pater Józef Maziarz und Pfarrvikar Laban Nanduri vorstand, an Kasimir Sobolewski, der sich vor 40 Jahren in schwerer Krankheit der Gottesmutter anvertraut und im Falle seiner Heilung versprochen hatte, eine Kapelle zu Ehren Mariens zu errichten. Nach der gelungenen Operation habe der behandelnde Arzt geäußert: „Wir haben zwar alles medizinisch Mögliche getan, aber es scheint, dass Sie auch Hilfe von oben hatten.“ Dieses Zeugnis stelle nicht Wissenschaft gegen Glauben, es zeige aber deutlich, dass der Mensch handeln und forschen dürfe, aber letztlich alles Leben Geschenk Gottes bleibe. Nach seiner Genesung entstand mit großer Arbeitsleistung und viel Herzblut die Gnadenstätte, die im gleichen Jahr vom damaligen Pfarrer Franz Listl eingeweiht wurde. Kapellen, so Pfarrer Kuniszewski, gehören insbesondere in Bayern zum Landschaftsbild und erzählen vom Glauben der Vorfahren, dass Gott auf diese Weise einen Platz mitten im Alltag der Menschen finden soll. Die Schwarze Madonna von Tschenstochau, die als Königin Polens verehrt wird, zeige in ihren Wunden die Verbundenheit sowohl mit dem polnischen Volk als auch mit ihrem Sohn, der am Kreuz für die Sünden der Menschen gelitten habe. 

Das Vertrauen eines einzelnen Menschen und seine Tat, so der Geistliche, trage in Tegernheim noch nach Jahrzehnten Früchte. Orte wie diese würden gebraucht, da man hier Gott näher als im Alltag sei. Pfarrer Kuniszewski dankte abschließend Hanna Sobolewski, die das Vermächtnis ihres Ehemannes weiterführt, und ihrer gesamten Familie für die Pflege der Kapelle. Eingeschlossen wurden auch alle Personen und Institutionen, die die Jubiläumsfeier ermöglicht hatten, besonders die MMC mit Obmann Herbert Ettle, die Vereine, die mit ihren Fahnen erschienen waren und die Blaskapelle, die den Gottesdienst musikalisch würdevoll gestaltet hatte.

Text: Martin Jäger
Fotos: Martin Jäger und Herbert Ettle
(chb)



Nachrichten