Suche
Kategorien
Seiten
Nachrichten
Bilder
Videos
{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Seite{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Neuigkeit
Servatius von Tongern: Märtyrer und „Eisheiliger“
Servatius war nach der Legende der Sohn jüdischer Eltern aus Armenien und entstammte der Heiligen Sippe. Er wurde um 340 Bischof von Tongern - der erste dort bezeugte Bischof. Servatius wird allgemein mit dem Mitte des 4. Jahrhunderts als Teilnehmer mehrerer Konzilien erwähnten Servatius / Sarbatios / Aravatius identifiziert; demnach war er ein Hauptgegner der Lehre des Arianismus, Teilnehmer der Synoden von Sardica - dem heutigen Sofia - im Jahr 343, in Köln im Jahr 346 und 348 sowie in Rimini 359.
Eine Gesandtschaft zu Kaiser Constans, die im Jahre 350 stattfand, zeigt Servatius' kirchenpolitische Bedeutung. Zwar sehen manche Forscher Servatius eher in der Mitte des 5. Jahrhunderts lebend, aber die größere Wahrscheinlichkeit liegt in der früheren datierung. Die Servatius allgemein zugeschriebene Verlegung des Bischofssitzes von tongern nach Maastricht erfolgte indesen erst unter einem seiner Nachfolger.
Zahlreiche Heilungen und Wunder werden von Servatius berichtet. Als er predigte, erfüllte ihn der Geist und alle verstanden ihn in ihrer Muttersprache. Ein Adler habe den am Wegrand eingeschlafenen bischöflichen Pilger vor den heißen Sonnenstrahlen mit seinen Flügeln beschattet und geschützt, nach anderer Überlieferung die Servatius bedrohenden Hunnen unter Attila mit Steinwürfen abgewehrt; eine andere Version erzählt, Attila habe sich ob des fürsorglichen Adlers bekehrt. Hunnen und feindlich gesinnte Einwohner vertrieben ihn, er bat in Rom um Asyl. Während einer Reise nach Rom und einem Besuch am Grab von Petrus erschien ihm dieser und reichte ihm einen silbernen Schlüssel, mit dem er allen, die darum bitten, das ewige Leben aufschließen möge.
Aus Quellen geht hervor, Servatius sei mit einem Holzschuh erschlagen worden; andere berichten, dass Servatius, seinen Tod vorausfühlend, nach Maastricht ging, da er dort begraben werden wollte. Tatsächlich ist sein Grab in der dann ihm geweihrten BasilikaSint Servaas in Maastricht, vor den damaligen Mauern der Stadt, an der Straße nach Köln. Gregor von Tours nennt uns die älteste Quelle für Servatius' Leben. Er ist auch der Überlieferer mancher Legenden, darunter das Schneewunder an seinem Grab. Nach dem Vandaleneinfall von 406, den Servatius prophezeit habe, nahm sein Kult in ganz Westeuropa großen Aufschwung, sein Grab war schon im 5. Jahrhundert Wallfahrtsort und wurde einer der bedeutendsten des Mittelalters. Weitere Lebensgeschichten erschienen um 780, im 9. und mehrfach im 10./11. Jahrhundert. Auf dem Höhepunkt seiner Verehrung um 1175 verfasste Heinrich von Veldeke seine in der maasländischen Sprache gehaltene Dichtung Sente Servas. Im 11. Jahrhundert wurde die Servatius-Verehrung auch nach Quedlinburg in den Dom1 übertragen. Ab dem 13. Jahrhundert wird Servatius als Enkel der Emeria, der Schwester von Anna, der Großmutter Jesu bezeichnet; demnach gehört er zur Heiligen Sippe.
Für das Jahr 1496 sind über 100.000 Pilger als Teilnehmer am Servatius-Fest bezeugt. Er gehört zu den Eisheiligen. Die Servatius-Kirche in Maastricht ist die älteste Kirche der Niederlande und dort die einzige über dem Grab eines Heiligen. Seit 1829 findet die Wallfahrt wieder im Sieben-Jahres-Rhythmus statt, zuletzt 2011; dabei werden sein Brustkreuz, seine Abendmahlsgefäße und der Goldschrein mit seinen Gebeinen in der Prozession mitgeführt.
Text: Ökumenisches Heiligenlexikon
(sig)