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Richtig schenken – Was Eltern für Weihnachten bedenken sollten

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Weihnachten steht vor der Tür. Und der Einzelhandel lockt mit Geschenkideen für die ganze Familie. Gerade für Kinder ist die Vorfreude auf Weihnachten riesig, denn langgehegte Wünsche nach einem bestimmten Spielzeug , einer Sportausrüstung oder anderem könnten sich am Heiligen Abend endlich erfüllen. Wenn aber Oma, Opa, Onkel, Tanten, Taufpaten den Kleinen mit einem Geschenk Freude machen wollen, ist es keine Seltenheit, dass die Kinder plötzlich mit 15 verschiedenen bunt verschnürten Kartons unter dem Weihnachtsbaum sitzen. Dass wir an Weihnachten eigentlich das Fest der Geburt Jesu Christi feiern, wird dabei gerne vergessen. Melanie Heigl-Birk ist stellvertretende Direktorin in der Regensburger Bischof Manfred Müller Schule und hat selber zwei Söhne großgezogen. Im Vorfeld zu Weihnachten hat sie sich Gedanken gemacht, wie man Kinder auf das große Fest hinführt, mit der Geschenkeflut umgeht und was ein „gutes Geschenk“ eigentlich ausmacht.

 

Überraschen und Wünsche erfüllen

„Die meisten Kinder bekommen wesentlich mehr als sie verarbeiten können. Wird ein Kind an einem Tag mit einer Vielzahl von Geschenken überhäuft, ist es hoffnungslos überfordert. Das einzelne Geschenk, was ansonsten total super ist, geht unter. Dieser Umstand ist für alle Beteiligten unschön“, so Melanie Heigl-Birk. Eltern sollten sich mit den Großeltern und anderen Verwandten absprechen. Nach dem Motto: „Weniger aber zielgerichtet ist immer gut”. Geschenke, die die Kinder bekommen, sollten auch etwas Besonderes sein, über das sie sich wirklich freuen. Ideal ist die Mischung aus Wünsche erfüllen und überraschen. Sollte dann noch Geld übrig sein, kann man es auf ein Extra-Konto geben. Wenn dann später mal der Führerschein ansteht, freuen sich die Kinder sicher über diesen Zuschuss. „So war das zu mindestens bei meinen beiden Söhne“, erklärt die Pädagogin und empfiehlt die Faustregel: „In jedem Alter reicht ein schönes Hauptgeschenk und zwei bis drei kleine Präsente.“

 

Rituale in der Adventszeit

Wichtig, so Heigl-Birk, sei bereits die Vorbereitung auf die Feier des Weihnachtsfestes. Kinder lieben Rituale, wie etwa einen Wunschzettel zu schreiben und diesen an einen bestimmten Ort zu legen. Ein besonderes Ritual für Kinder ist auch der Adventskalender. Er „ordnet“ diese Zeit und hilft den Kindern, den Weg in vielfacher Weise bewusster zu gehen. Christliche Fensterbild-Kalender erzählen täglich ein neues Kapitel der Weihnachtsgeschichte und decken nach und nach das „Weihnachtsgeheimnis“ auf. Zur inneren Vorbereitung auf das Weihnachtsfest hilft Kindern auch das klassische Plätzchenbacken. Es geht nicht nur um die kleinen Süßigkeiten, die entstehen. Es geht darum, die Sinne zu öffnen: Der Duft nach Weihachten. Eltern sollten sich die Zeit nehmen, um gemeinsam mit ihren Kindern die Vorbereitung auf Weihnachten zu zelebrieren: Zum Beispiel beim Schein der Adventskerze ein Bilderbuch lesen.

Heiligabend, wie geht das?


Als Lehrerin an der Bischof Manfred Müller Schule hat Melanie Heigl-Birk auch ihre Schüler gefragt, wie bei ihnen denn Weihnachten gefeiert wird: „Die meisten Familien mit kleineren Kindern gehen zusammen in die Kinder-Christmette. Dann wird zusammen gegessen. Am Abend klingelt es dann zur Bescherung … das Christkind war da! Sind die Kinder schon größer, gehen viele Familien erst nach dem Essen und der Bescherung zusammen in die Christmette.“ Wenn Eltern und Kinder zur Bescherung das Wohnzimmer betreten, sollten sie erst einmal den Christbaum mit seinen Kerzen auf sich wirken lassen. „In meiner Familie ist es üblich, dass der Jüngste von uns aus dem Lukasevangelium vorliest. Im Anschluss singen wir zusammen ‚Stille Nacht‘ “, erklärt Heigl-Birk und rät, den Geschenken ruhig etwas Raum zu lassen. Beispielsweise kann man immer nur ein Geschenk auspacken und sich erstmal damit beschäftigen, bevor man sich gleich an das nächste macht.

Bei fast allen Kindern kommen Geschenke besonders gut an, die sie gleich am Weihnachtsabend ausprobieren können – am besten noch mit den Eltern. Wenn Mama und Papa mit Begeisterung mitmachen, dann hat ein Spiel schon einen dicken Bonus. Insofern ist es oft gar nicht so wichtig, übermäßig viel zu schenken, sondern eher genau das Richtige. Beherzige man das, behalten Kinder und Eltern den Überblick. So bleibt nicht nur jedes einzelne Geschenk, sondern auch der gelungene Heilige Abend in guter Erinnerung. „Auf meine Frage hin, was denn die besten Weihnachtsgeschenke waren, erzählten mir viele unserer Schülerinnen und Schüler von der Zeit, die sie mit ihrer Familie mit Spielen verbracht haben“, berichtet Melanie Heigl-Birk.

Es gibt aber auch Geschenke, die man auf kaum einem Wunschzettel findet. Der Vorschlag von Direktorin Heigl-Birk an die Eltern: „Verschenken Sie Ihre Zeit! Zum Beispiel in Form von Kinogutscheinen oder ähnlichen gemeinsamen Aktionen. Die gemeinsam verbrachte Zeit wird dem Kind sicher viel eher in Erinnerung bleiben als das zehnte aufgerissene Paket unterm Weihnachtsbaum."