Die Konzelebranten mit den Besucherinnen und Besuchern des Gottesdienstes in der Wallfahrtskirche Mariaort

Requiem mit Weihbischof Graf in der Wallfahrtskirche Mariaort

Gedenken an nigerianische Bischöfe und Priester


Mariaort, 18. Mai 2026

„Die Mitbrüder aus Nigeria sind die zurzeit größte Sprachgruppe der Priester aus der Weltkirche bei uns. Deshalb habe ich aus Dankbarkeit für diesen euren Dienst gerne zugesagt.“ Mit dieser Aussage eröffnete Weihbischof Dr. Josef Graf in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Mariaort das Requiem für den am 10. April im Alter von erst 61 Jahren verstorbenen Bischof Peter Nworie Chukwu. Dieser war das Oberhaupt des Bistums Abakaliki in Nigeria.

Das Gedenken galt ebenso dessen Vorgänger Vincent Valentine Egwuchukwu Ezeonyia (1941-2015) und zehn weiteren Geistlichen, die als Professoren und Dozenten im Priesterseminar Owerri (Owerri ist kirchlich Erzdiözese und staatlich Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Imo) sowie in der Seelsorge im Bistum Abakaliki wirkten.

Der in Deuerling und Waldetzenberg wirkende und im Pfarrhaus Mariaort lebende Pfarrer Dr. Innocent Nwokenna hatte diesen Gedenk- und Trauergottesdienst organisiert und dazu auch im Bistum wirkende Priester aus Nigeria eingeladen. Er dankte in seiner Begrüßung Weihbischof Graf, „dass er sich für uns heute Zeit genommen hat“. Mit Blick auf den erst vor wenigen Wochen verstorbenen Bischof Chukwu meinte Pfarrer Nwokenna: „Ich hoffe, dass unser Bischof schon einen Platz beim Herrn gefunden hat.“

„Ich habe gern zugesagt und komme mit großer Dankbarkeit zu Ihnen“, erwiderte der Weihbischof auf die Begrüßungsworte. Das Gebet für die Verstorbenen gehöre seit jeher zur Tradition in der Kirche, ergänzte er.

„Das letzte Wort gehört Christus“

Die Predigt hielt der in Kelheim St. Pius und Heilig Kreuz wirkende Pfarrvikar Dr. Innocent Chinedu Ezewoko. Die in dieser Messfeier gewürdigten Priester würden „verschiedene Lebenswege an verschiedenen Orten“ kennzeichnen – Bischöfe, Regens, Dozenten im Priesterseminar und aktiv Wirkende in der Seelsorge. Als verbindendes Element nannte er „ihr Leben für den Herrn. Das ist die schönste Beschreibung des Priestertums. Sie gehörten Christus, dienten im Auftrag des Herrn, verkündeten das Wort Gottes und spendeten die Sakramente.“ Der Pfarrvikar stellte außerdem fest, dass Vieles vom Tun des Priesters unsichtbar bleibe. Bezogen auf die im Priesterseminar Owerri wirkenden Geistlichen verwies er auf die Begleitung junger Männer in der Priesterausbildung. „Der Tod hat nicht das letzte Wort, das letzte Wort gehört Christus. Wir alle sind unterwegs und kennen nicht die Stunde unseres Todes“, weitete der Geistliche den Blick und fasste zum Abschluss seinen zentralen Gedanken zum Priesterberuf nochmals zusammen: „Er hat nicht für sich selbst gelebt, sondern für den Herrn.“

Nigerianische und deutsche Kirchenlieder

Auch die Musik und die Lieder beim Gottesdienst waren ausgewogen zwischen solchen aus dem Gotteslob und nigerianischen Beiträgen, die Pfarrer Nwokenna anstimmte und sang. Als Eingangslied erklang „O Chineke Umu Gi Abiawo“ („O Gott, deine Kinder sind zu dir gekommen“), das aus dem Igboland (Südostnigeria) stammt. Den vierten Vers von Psalm 27 – in Nigerianisch „So otu ihe“ – sang der Pfarrer zum Zwischengesang. Das „Vater unser“ heißt dort „Nna anyi no néligwe“. Und nach dem „Lamm Gottes“ intonierte Pfarrer Nwokenna das Lied „Nani Jesus!“ („Nur Jesus!“). Alle Lieder waren übrigens in mehrstimmige Chorsätze gesetzt, denn Pfarrer Nwokenna ist auch in diesem Bereich sehr aktiv.

Beten für die Schwestern und Brüder in Nigeria

Abschließend bedankte er sich bei Ortspfarrer Michael Götz sowie den Vertretern der Gruppen, Vereine und Gremien, mit denen er zusammenarbeitet. Besonders natürlich bei den Mitbrüdern, die diesen Gedenkgottesdienst mitzelebrierten. Dem schloss sich auch Weihbischof Graf an, der Aussagen des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Bischof Heiner Wilmer aufnahm. „Die Welt brennt“ war ein zentraler Satz in dessen Predigt beim Abschlussgottesdienst des Katholikentages in Würzburg. Bischof Wilmer hatte den Sudan vor Augen, Weihbischof Graf weitete die Perspektive auf ganz Afrika. „Wir sollten die Schwestern und Brüder, die katholischen Christen in Nigeria in unser Gebet einschließen“, forderte der Weihbischof.


Text: Markus Bauer

(kw)



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