Heilige Messe, China

missio: Weltgebetstag für China am 24. Mai

„Korsett wird immer enger gezogen“


St. Augustin / Regensburg, 20. Mai 2026

Zum Weltgebetstag für die Kirche in China am Sonntag, den 24. Mai 2026 erinnert missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber in seiner Rolle als Vorsitzender des China-Zentrums e.V. daran, wie stark das Leben der Christen in China inzwischen vom Staat überwacht und kontrolliert wird. „Das Korsett, in dem Religionen handeln und ihren Glauben leben dürfen, wird immer enger gezogen.“

Im vergangenen Jahr hat sich der Druck auf religiöse Führungspersönlichkeiten deutlich erhöht. Zu diesem Ergebnis kommt das China-Zentrum in Sankt Augustin, das im engen Kontakt zur Kirche in China steht. Seit Dezember 2025 gelten strengere Regeln für Kirchenvertreter, die ins Ausland reisen möchten. „Danach müssen alle Bischöfe, Priester und Ordensleute ihre Pässe zentral (bei ihren Diözesen) abgeben, Reisen – ob offiziell oder privat – vorher beantragen und genehmigen lassen, inklusive detaillierter Reisepläne und Angaben zu den Treffen vor Ort. Nach Rückkehr sind Berichte über die Reisen vorzulegen,“ erläutert der Steyler-Missionar Pater Martin Welling, Direktor des China-Zentrums.

Der Abt des buddhistischen Shaolin-Tempels, Shi Yongxin, hatte sich am 1. Februar 2025 mit Papst Franziskus getroffen, ohne diese Begegnung vorher bei der Regierung angemeldet zu haben. Im Laufe des Jahres kam es zu einer behördlichen Untersuchung, ihm wurde der Status als Mönch entzogen und er wurde aufgrund von „Veruntreuung, Unterschlagung von Geldern und Bestechung“ verhaftet. Das China-Zentrum vermutet einen direkten Zusammenhang mit der nicht genehmigten Papstaudienz.

Hinzu komme die wachsende Zensur im Internet und in den sozialen Medien: Spendenaufrufe im Internet sind verboten. Ebenso wenig ist es erlaubt, religiöse Publikationen über das Internet zu verbreiten oder online Gottesdienste zu feiern. Für den Direktor des China-Zentrums, Pater Martin Welling, verfolgen diese Maßnahmen das Ziel, „dass alle mit ganzem Eifer die Führung der Kommunistischen Partei Chinas unterstützen sowie die sozialistischen Kernwerte Xi Jinpings und die „Sinisierung“ praktizieren und die Gläubigen entsprechend anleiten müssen.“

Die sogenannte Untergrundkirche gibt es praktisch nicht mehr, betont Pater Martin Welling: „Mittlerweile haben es die Religionsbehörden Chinas unter Leitung der Einheitsfront geschafft, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln die meisten „Untergrund“-Bischöfe, Priester und Schwestern zur offiziellen Registrierung zu bringen.“

Text: Barbara Brustlein

(sig)



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