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Zur Neuigkeit
Prof. Kreiml über eine kritische Publikation zum Synodalen Weg in Deutschland
Einheit oder Sonderweg?
Regensburg, 15. Dezember 2025
In den vergangenen Jahren haben die Bistümer Deutschlands den Synodalen Weg durchgeführt. Papst Franziskus hat eine Weltsynode zum Thema „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung“ einberufen. Das Schlussdokument dieser Weltsynode wurde am 26. Oktober 2024 veröffentlicht. In Deutschland wurde nach Beendigung des Synodalen Weges ein sogenannter Synodaler Rat, der vom Vatikan abgelehnt wurde, ins Auge gefasst. In einer im Verlag Friedrich Pustet veröffentlichten Publikation wird der Synodale Weg in Deutschland einer massiven Kritik unterzogen.
Der von Christoph Binninger, Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Karl-Heinz Menke und Christoph Ohly herausgegebene Band enthält in acht Kapiteln zahlreiche Beiträge, die sich kritisch mit dem deutschen Projekt des Synodalen Weges auseinandersetzen. Die Artikel sind ursprünglich in den Beilagen „Welt & Kirche“ der Wochenzeitung „Die Tagespost“ erschienen. Mit dem Ende der letzten Synodalversammlung in Frankfurt im März 2023 standen 15 beschlossene Texte im Raum. Wie die weiteren Gespräche zwischen wichtigen vatikanischen Vertretern und deutschen Bischöfen nach dem Ende des synodalen Weltprozesses verlaufen werden, kann – so die Herausgeber des Buches in ihrem Vorwort – „niemand sagen“.
Eindimensionales Freiheitsverständnis beim Synodalen Weg
Markante Aussagen einiger Autoren der vorliegenden Publikation werden im Folgenden aufgegriffen: Im ersten Kapitel, in dem es um einen angemessenen Freiheitsbegriff geht, erläutert der Tübinger Moraltheologe Prof. Franz-Josef Bormann – in seinem Beitrag „Hart umkämpfte Freiheit“ – die Kontroversen um den Freiheitsbegriff in Texten des Synodalen Weges: Freiheit hat – nach dem Verständnis der Mehrheit der Synodalen – „vor allem eine von Selbstbestimmungsinteressen geleitete, gegenüber lehramtlichen Vorgaben emanzipative Stoßrichtung“ (S. 22). Der entsprechende Text ist von einer „simplen Kontrastrhetorik“ bestimmt. Im derzeit fachwissenschaftlich besonders kontrovers geführten Diskurs zum Umgang mit sexuellen Minderheiten (z. B. transgeschlechtlichen Personen) bedient sich der Text einer Strategie, die das individuelle Selbstverständnis der geschlechtlichen Identität jedes Menschen „unabhängig von allen biologisch-naturalen Vorgaben seiner leiblichen Verfasstheit zum alleinigen Maßstab des Richtigen stilisiert“ (S. 23). Damit „unterläuft der Text nicht nur ohne Not die biblisch fundierte Lehre von der Zweigeschlechtlichkeit, sondern propagiert im Namen der Freiheit einen Optionalismus der Geschlechtswahl, der mit der Ganzheitlichkeit des christlichen Menschenbildes kaum mehr zu vereinbaren“ (ebd.) ist. Ein derart eindimensionales Freiheitsverständnis ist „in seiner praktischen Radikalität nicht die Lösung … einer überzeugenden Bestimmung des Freiheitsbegriffs“ (ebd.).
Grundlegende Glaubensinhalte und synodale Prozesse
Im Kapitel „Einsprüche! Appelle an den Synodalen Weg“ ist der Beitrag des Passauer Bischofs Stefan Oster („Die Weiche falsch gestellt“) höchst lesenswert: Papst Franziskus als Ermutiger und Anreger für synodale Prozesse war – so Bischof Oster – „nicht dafür, dass grundlegende Glaubensinhalte durch synodale Prozesse zur Disposition stehen“ (S. 66). Papst Franziskus wörtlich: „Was bei den synodalen Versammlungen diskutiert wird, sind nicht die traditionellen Wahrheiten der christlichen Lehre. Die Synode befasst sich vor allem damit, wie Lehre in den sich wandelnden Kontexten unserer Zeit gelebt und angewendet werden kann.“ Synodalität als geistlicher Weg – als Weg von Gemeinschaft, Teilhabe und fokussiert auf die Sendung – hat in der Sicht von Papst Franziskus mit dem Wie des Kircheseins zu tun. Wie kann der Glaube so bezeugt werden, dass Menschen ihn in seiner heilsamen Kraft lernen und annehmen können? Wie können an dieser Mission der Kirche möglichst viele beteiligt werden? Eine der Krisen in unserem Land besteht in den „dramatischen Säkularisierungsschüben, was mit einem massiven Rückgang der sakramentalen Praxis einhergeht“ (S. 68). Die Glaubensnot ist – so Bischof Oster – nur zu überwinden durch eine persönliche Bekehrung, die lernt, „ihr Herz der Gegenwart des Auferstandenen so zuzuwenden, dass Menschenherzen verändert werden“ (S. 73).
Personale Hingabe in der Ehe
In ihrem Beitrag „Die Logik der Liebe und das ‚tiefe Geheimnis‘ der Ehe“ weist die Dozentin und Präsidentin der Edith-Stein-Gesellschaft Deutschland Dr. Beate Beckmann-Zöller darauf hin, dass der sozio-kulturelle Rahmen für die Ehe in der westlichen Welt heute „schwer beschädigt“ ist. Ehen, die früher durch äußere soziale Strukturen stabilisiert wurden, werden heute oft gar nicht mehr sakramental geschlossen oder zu schnell wieder für gescheitert erklärt. Heute muss die Kraft zur Stabilisierung der fragil gewordenen Ehe „allein von den Individuen kommen“ (S. 154), was oft eine Überforderung bedeutet. Im Originalton des Synodalen Weges sprechen Moraltheologen von „relationaler sexueller Selbstbestimmung“ statt von freiwilliger personaler Hingabe aneinander in der Ehe. Dass weder Mann/Frau noch Vater/Mutter, geschweige denn Kinder/Familie im Text vorkommen, zeigt, dass hier gar nicht von Sexualität und Ehe die Rede ist. „Vielmehr geht es um das Voneinander-affektiv-angezogen-Sein und die gegenseitige Luststimulierung, egal welchen Geschlechts und mit wie vielen“ (S. 155). Dass die Ehe zwar ersehnt, zugleich jedoch fragiler wird – diese Lebenswirklichkeit nehmen die Autoren „nicht in den Blick“. Das Sakrament der Ehe wird – so Beckmann-Zöller – durch den Empfang der Sakramente von Eucharistie und Beichte und die Vergebungsbereitschaft „immer neu gefestigt und vertieft“ (S. 157).
Das Buch enthält viele weitere interessante Beiträge, unter anderem auch von Bischof Rudolf Voderholzer, auf die hier nicht mehr eingegangen werden kann. Dabei stützen sich die Autorinnen und Autoren auf wichtige theologische Argumente, die zeigen, mit welch unglaublichen Einseitigkeiten der Synodale Weg in Deutschland behaftet ist.
Text: Domkapitular Prof. Dr. Josef Kreiml, Leiter der Hauptabteilung Orden und Geistliche Gemeinschaften im Bistum Regensburg
(kw)
Weitere Infos
Christoph Binninger u. a. [Hg.], An den Früchten erkennt man den Baum. Der Synodale Weg als Scheideweg, Regensburg 2025, erschienen im Verlag Friedrich Pustet.




