Kirche in Mariaort

Pontifikalmesse zum 250. Jubiläum der Weihe der Wallfahrtskirche Mariaort

Die Gottesmutter Maria als leuchtende Verheißung


Regensburg/Mariaort, 17. August 2026

„Das Kraut gegen den Tod ist der Glaube“ – beim 250-jährigen Jubiläum der Wallfahrtskirche Mariaort predigte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer über die Auferstehung Christi, Maria als Zeichen der Hoffnung sowie über einen Glauben, der auch in der jungen Generation lebendig bleiben soll.

Bei hochsommerlichem Wetter versammelten sich am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel zahlreiche Gläubige und Pilger um die Wallfahrtskirche Mariaort. Dort gedachten sie der Gottesmutter und des 250-jährigen Bestehens der Wallfahrtskirche in ihrer heutigen Gestalt.

Bischof Rudolf feierte das Pontifikalamt gemeinsam mit Pfarrer Götz und Pater Dr. Innocent aus Nigeria. Den Mesnerdienst versah Herr Ederer, an der Orgel spielte Marianne Ederer. Der Bischof dankte den Mitbrüdern, Wallfahrern und Fahnenabordnungen sowie allen Gläubigen und grüßte ausdrücklich die Vertreter des öffentlichen Lebens. Mariaort bezeichnete er als ein Juwel und als Kraftort im Glauben, für den man dankbar sein dürfe.

Die Auferstehung ist die Mitte des Glaubens

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer stellte die Auferstehung Jesu Christi in den Mittelpunkt seiner Predigt. Sie bilde das Fundament des christlichen Glaubens. Christus habe für die Menschen gelebt und gepredigt, zu ihrem Heil gewirkt, für sie das Kreuz auf sich genommen und sei für sie auferstanden

„Christsein lebt aus der Freude und aus der Dankbarkeit über die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus“, so der Regensburger Oberhirte. In Christus, dem neuen Adam, werde die ganze Menschheit erneuert

Niemand gehöre inniger zu Jesus als seine Mutter Maria. Sie habe ihn in ihrem Leib getragen, ihm zusammen mit Josef ein Zuhause bereitet, ihn mit dem Glauben Israels vertraut gemacht und sei schließlich bis unter das Kreuz an seiner Seite geblieben. Nach dem Glauben der Kirche habe sich das österliche Heilswerk zuerst an Maria vollendet. Mit Leib und Seele sei sie in die Herrlichkeit des Himmels eingegangen. Was mit diesem Himmel gemeint sei, erläuterte Bischof Rudolf unmittelbar anschließend.

„Himmel, das ist vollendete Beziehung zu Gott“

„Himmel, das ist ja nicht in erster Linie ein Ort. Himmel, das ist nicht irgendetwas hinter den Wolken, sondern Himmel – das ist eine Beziehung. Himmel, das ist vollendete Beziehung zu Gott durch Jesus Christus.“

Maria sei, so Bischof Rudolf, „mit Leib und Seele, mit ihrer ganzen Existenz, mit ihrer ganzen Geschichte bei Gott angekommen“ und damit ein Zeichen der Hoffnung. Was an ihr bereits vollendet sei, dürften die Gläubigen auch für sich erhoffen, wenn sie auf Gottes Wort hörten und in ihrer Beziehung zu Gott wüchsen.

Auch die Kräuter und Blumen des Hochfestes bezog Bischof Rudolf in seine Predigt ein. Die ganze Schöpfung dürfe in die Feier hineingenommen werden. „Ja, gegen den Tod ist ein Kraut gewachsen.“ Gemeint seien jedoch nicht allein die Kräuter, die gesegnet würden und der Heilung und Gesundheit dienten. „Das Kraut gegen den Tod ist der Glaube, den Maria in vollendeter Weise gelebt hat in der Kraft des Heiligen Geistes.“ Daraus erwüchsen Hoffnung und Zuversicht über Grab und Tod hinaus.

Eine Wallfahrt über Jahrhunderte

Dieser Glaube werde in Mariaort seit Jahrhunderten gefeiert. Schon im späten Mittelalter habe sich hier die Wallfahrt entwickelt. Im 18. Jahrhundert hätten die Mönche von St. Emmeram sie ausgestaltet. Der heilige Emmeram, der heilige Wolfgang und der heilige Dionysius erinnerten an diese Verbindung. Der Neubau der heutigen Kirche entstand in den Jahren 1774 bis 1776.

„Dass der Glaube hier bei uns lebendig bleibt“

Mit dem Jubiläum verband Bischof Rudolf den Blick auf die Zukunft. Spätestens in 25 Jahren solle wieder ein großes Fest gefeiert werden. Dann seien besonders die Ministrantinnen und Ministranten und die jungen Menschen gefragt. Alle müssten zusammenhelfen, „dass der Glaube hier bei uns, in unserem Land und in unserem christlichen Europa lebendig bleibt“.

Erst in der Nacht war Bischof Dr. Rudolf Voderholzer aus Fatima zurückgekehrt. Dort hatte er mit einer vom Bayerischen Pilgerbüro organisierten Pilgergruppe Weltkirche erlebt. Viele Tausend Menschen waren am 13. August zusammengekommen. Der Rosenkranz wurde abwechselnd in mindestens sieben oder acht verschiedenen Sprachen gebetet. Dabei habe sich gezeigt, „wie der Glaube lebt“ – gerade auch unter jungen Menschen in Spanien, Portugal, Frankreich und Afrika.

Besonders in Frankreich erlebe man eine erstaunliche Hinwendung junger Menschen zum Glauben. Sie fragten neu danach, was Christen eigentlich glaubten, was Europa geprägt habe und was Kunst und Musik über Jahrhunderte inspiriert habe. „Die wollen es wirklich wissen. Die wollen keinen verbesserten Glauben. Sie wollen die Substanz kennenlernen.“

Diese Substanz liege in Jesus Christus. Gott habe sich in ihm der Menschen erbarmt und sei ihnen ganz neu nahegekommen. Christus habe sie aus der Bedrängnis von Sünde, Schuld und Tod herausgeholt, ihnen den Weg des Glaubens erschlossen und „den Himmel neu aufgerissen“. In Maria schaue man „das Urbild des erlösten Menschen als Vorbild und Urbild für uns alle“.

Wenn in der Kirche der Himmel aufgeht

Zum Schluss verwies Bischof Rudolf auf Schönheit und Glanz der barocken Kirchen. Gerade darin liege etwas Wunderbares: Beim Eintreten gehe einem das Herz auf, wenn Farbenpracht und Gold glänzten und spüren ließen, „dass wir für eine andere Welt geschaffen sind“.

In der Feier der Eucharistie und besonders an Mariä Aufnahme in den Himmel solle „der Himmel über uns aufgehen“. Die Gläubigen sollten daraus für ihren Lebensweg gestärkt und getröstet hervorgehen. Bischof Rudolf ermunterte sie, die Kirche auch unter der Woche aufzusuchen, eine Kerze anzuzünden und die Glaubensfreude lebendig zum Ausdruck zu bringen.

Text und Fotos: Simon Färber
(SG)



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