News Bild Pontifikalamt zu Aschermittwoch in der Dompfarrei Niedermünster

Pontifikalamt zu Aschermittwoch in der Dompfarrei Niedermünster

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Am Abend des Aschermittwochs feierte Bischof Rudolf Voderholzer mit zahlreichen Priestern und den Gläubigen in der Dompfarrei Niedermünster die Heilige Messe, die am Beginn der 40tägigen Vorbereitungszeit auf das Osterfest steht. "Bekehre uns, vergib die Sünden, schenke, Herr, uns neu dein Erbarmen". Mit dieser gesungenen Umkehr-Bitte zog der Bischof mit den Konzelebranten, dem Liturgischen Dienst und einem Chor der Domspatzen in die Niedermünsterkirche ein.

"Mit Asche beschmutzt - öffentlich, freiwillig - um mit Gott ins Reine zu kommen" Diesen Satz auf dem aktuellen Pfarrbrief der Niedermünsterpfarrei nahm Bischof Rudolf in seinen Begrüßungsworten in den Blick, um das Paradoxe des Aschermittwochs aufzuzeigen.

"Fasten ist mehr, als nur schlank zu werden"

Zu Beginn seiner Predigt griff Bischof Rudolf eine aktuelle Umfrage auf, nach der mehr als 50 % aller Deutschen eine mehrwöchige Fastenzeit gut finden. Auch Nichtkatholiken könnten sich dem Thema nähern und dem Verzicht etwas abgewinnen. Wenn man diese Nachricht auch nicht überbewerten solle und als Erstarken des Glaubens interpretieren wolle, so der Bischof, zeige es aber doch, das sehr viele Menschen gerne von der Freiheit Gebrauch machten, den sogenannten "inneren Schweinehund" zu überwinden -  theologisch gesprochen: Umzukehren! Dienten Frühjahrsfastenkuren mehr dem Äußeren, der Figur und damit dem eigenen Ego, so sehe das wirkliche Fasten anders aus.

Es sei eine Umkehr weg von der Fixiertheit auf das eigene ich und eine Hinkehr zu Gott und dem Nächsten. Das Aschenkreuz und die Worte die der Priester spreche, wenn er es uns auf die Stirn zeichne, machten uns den Ernst der Lage bewusst, wir haben nur ein Leben - „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“. Im Anschluss an die Predigt bezeichneten Bischof Rudolf und Weihbischof Reinhard Pappenberger sich nacheinander mit dem Aschenkreuz und teilten es dann an alle anwesenden Gläubigen aus.

Stichwort: Aschenkreuz

Die beim Verbrennen der geweihten Palmzweige des Vorjahres gewonnene Asche wird in der Messfeier am Aschermittwoch verwandt, um den Gläubigen ein Aschenkreuz auf die Stirn zu zeichnen als Zeichen der eigenen Vergänglichkeit. Die geschieht mit den Worten aus der 1. Buch Mose, Kapitel 3 Vers 19: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“. Bereits im Alten Testament kennt man den Brauch, sich als Zeichen der Buße mit Asche zu bestreuen, so der König von Ninive im Buch Jona.

Als Bußakt kennt das Christentum diesen Ritus bereits in der Spätantike. Papst Urban II. empfahl auf der Synode von Benevent im Jahre 1091 den Brauch der Aschenbestreuung für die ganze Kirche, der zuvor schon in mancherorts gebräuchlich war. Man unterschied anfänglich den Ritus der Aschenbestreuung nach Geschlechtern, Männer bekamen die Asche aufs Haupthaar gestreut, Frauen das Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Heute sind beide Riten unabhängig vom Geschlecht gebräuchlich.