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Zur Neuigkeit
Patroziniumsgottesdienst in Langquaid
Verabschiedung von Pfarrer Monsignore Johannes Hofmann
Langquaid, 29. Juli 2026
Mit dem Patrozinium der Pfarrkirche Sankt Jakobus, dem Patron des Marktes Langquaid, und der Verabschiedung von Pfarrer Monsignore Johannes Hofmann standen am Samstag gleich zwei bedeutende Anlässe im Mittelpunkt des Pfarrlebens. Als Festprediger konnte Abt Barnabas Bögle OSB aus der traditionsreichen Benediktinerabtei Ettal begrüßt werden.
Das abwechslungsreiche Festprogramm begann mit einem feierlichen Kirchenzug und setzte sich mit dem Patroziniumsgottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Jakobus fort. Im Anschluss folgten ein Festakt im Kirchhof, ein geselliges Beisammensein im Pfarrheim sowie als stimmungsvoller Abschluss des Tages eine kleine Nachtmusik. In seiner eindrucksvollen Predigt stellte Abt Barnabas Bögle heraus, dass alle Getauften zur Nachfolge Jesu und zum Jüngersein berufen sind. Besonders betonte er die bedeutende Rolle von Eltern und Großeltern als erste und wichtigste Glaubenszeugen, die den christlichen Glauben an Kinder und Enkel weitergeben. Beim Festakt im Kirchhof wurde Pfarrer Monsignore Johannes Hofmann im Beisein zahlreicher Ehrengäste für sein dreijähriges, engagiertes Wirken in der Pfarreiengemeinschaft Langquaid–Sandsbach–Semerskirchen herzlich gedankt. Zugleich verabschiedeten ihn die Anwesenden mit den besten Wünschen für seine neue Aufgabe im Bischöflichen Ordinariat Regensburg.
Das Patrozinium von Pfarrkirche und Markt
Mit der Blaskapelle „Heislratzn“ aus Abensberg zog der Kirchenzug vom Rathaus zur Pfarrkirche. Mit im Zug waren auch viele Priester, Fahnen und Banner der Vereine, die gekommen waren, um Pfarrer Monsignore Johannes Hofmann die Ehre zu erweisen. Nach dem Einzug in die Pfarrkirche hatte Pfarrer Monsignore Johannes Hofmann die Herren der Geistlichkeit, allen voran den Hauptzelebranten Abt Barnabas Bögle OSB aus dem Kloster Ettal und Generalvikar Dr. Roland Batz, sowie zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens mit MdB Florian Oßner, den langjährigen Präsidenten Prof. Wolfgang Hermann von der TU München, Bürgermeister Herbert Blascheck vom Markt Langquaid und Bürgermeisterin Ida Hirthammer von der Gemeinde Herrngiersdorf begrüßt. Bei der Feier des Gottesdienstes, so der Abt, wollen wir aber unseren Herrn Jesus Christus die Ehre geben, der die Apostel und uns Gläubige in der Taufe zur Mitarbeit am Reiche Gottes berufen hat.
Beim Patrozinumsgottesdienst in dieser Pfarrkirche wird uns der heilige Jakobus in besonderer Weise vorgestellt. Denn an der Gestalt dieses Apostels können wir ablesen, wie die Jüngerin, wie der Jünger Jesu sein soll. Dabei geht es heute also um uns, denn wir sind seit unserer Taufe doch alle Jünger dieses Jesus von Nazareth. Es ist deshalb gut, wenn wir gemeinsam auf die Gestalt dieses heiligen Jakobus schauen. Das Evangelium sagt uns, dass Jakobus einen ganz normalen Beruf hat und aus einer ganzen gewöhnlichen Fischerfamilie stammt. Das heißt für uns, der Jünger Jesu ist kein abgehobener Typ, der das Leben mit seinen Herausforderungen, mit seinen Höhen und Tiefen nicht kennen würde.
Der Jünger Jesu ist immer ein Mensch, wie jeder von uns, denn wir können uns alle in diese Reihe stellen, um ein Jünger Jesu zu sein. Die einzige Voraussetzung besteht darin, dass dieser Jesus uns ruft. Die Apostel, so Abt Barnabas was, haben vor allem erlebt, dass Jesus jeden Menschen in der Haltung der dienenden Liebe in seinen Wirken begegnet. So ist es auch erklärbar, dass Jesus am letzten Abend seines Lebens den Aposteln der Reihe nach die dreckigen Füße gewaschen hat. Dies ist ein Zeichen, dass der Jesu ein Leben lang die dienende Liebe lernen muss. Wenn einer meint, dass er von Jesus nichts mehr lernen kann und schon alles weiß, dann ist er kein Jünger Jesu mehr, folgerte Abt Barnabas.
Das gilt für uns alle, auch für den Papst, für die Bischöfe und die Pfarrer. Ohne das Hören auf Gottes Wort, ohne das Lesen im Evangelium können wir keine Jünger Jesu sein. Dabei appellierte er an die Eltern und Großeltern, die wunderbaren Geschichten, die im Evangelium erzählt werden, an ihre Kinder und Enkelkinder weiterzugeben. Denn gerade die Eltern und Großeltern sind die wichtigsten Religionslehrer ihrer Kinder und Enkelkinder. Am Apostel Jakobus wird uns vor Augen geführt, dass wir Zeugen für Jesus und sein Evangelium sein müssen. Aber wie die Apostel, so gehören auch wir alle zur Gemeinschaft von Jesus Christus. Deshalb bezeichnete er uns nicht mehr als Knechte, sondern mit den Worten: „Ihr seid meine Freunde!“ Das ist unsere Aufgabe dort wo wir leben, in unseren Familien und an unseren Arbeitsplätzen, in unseren Gemeinden und in unseren Vereinen.
Durch unser Vorleben und mit der Art und Weise, wie wir miteinander umgehen, müssen wir zeigen, dass diese Welt durch Jesus und durch uns als seine Mitarbeiter verändert und umgestaltet werden kann in eine Welt des Friedens und der Menschlichkeit, der Menschenfreundlichkeit und der Gerechtigkeit erklärte der Abt zum Abschluss.
Bei der Feier des Meßopfers standen mit Abt Barnabas, Generalvikar Dr. Roland Batz, Pfarrer Monsignore Johannes Hofmann, Regionaldekan Franz Reitinger aus Deggendorf, Pfarrer i.R. Franz Wiesner, Pfarrer Maximilian Roeb aus Wolnzach, sowie Pfarrvikar Jithin Mathew, assistiert von Diakon Norbert Steger, als Konzelebranten mit am Altar. Der Patroziniumsgottesdienst wurde vom Projektchor der Pfarrei unter der Leitung von Teresa Mark und unter der Orgelbegleitung von Wolfgang Hörlin musikalisch sehr eindrucksvoll umrahmt. Pfarrer Johannes Hoffmann richtete zum Ende des Gottesdienstes seinen Dank an alle, die den Gottesdienst mitgestaltet haben.
Festakt zur Verabschiedung von Pfarrer Monsignore Johannes Hofmann
Im Anschluss an den Gottesdienst hieß Pfarrer Monsignore Johannes Hofmann die Mitfeiernden im Kirchhof willkommen. Der Langquaider Bürgermeister Herbert Blascheck betonte in seiner Rede, dass der heilige Jakobus nicht nur der Patron unserer Pfarrkirche, sondern auch der Schutzpatron des Marktes Langquaid ist. Dieser Apostel steht für das Unterwegssein, für den Aufbruch, aber auch für ein ganz festes Fundament und ist daher einer der populärsten Heiligen, der die Menschen regelrecht mitnimmt und sie anzieht. Als Patron der Pilger macht er deutlich, dass das Leben selbst in gewisser Weise eine Pilgerreise ist.
Pilgern bedeutet aufbrechen und auch den Mut zu haben gewohnte Pfade zu verlassen und sich dann auch voll Vertrauen auf den Weg zu machen. An Pfarrer Monsignore Johannes Hofmann gewandt sagte der Bürgermeister: „So ist es am heutigen Festtag weit mehr als nur eine Symbolik, dass auch Sie, lieber Pfarrer Monsignore Hofmann, zu einer neuen Etappe auf Ihrem Lebens- und Glaubensweg aufbrechen werden. Nach drei Jahren des gemeinsamen Weges müssen wir Sie, lieber Herr Monsignore, heute als unseren Seelsorger und Wegbegleiter verabschieden. Denn Sie, lieber Monsignore Johannes Hofmann, haben in unserer Pfarreiengemeinschaft und in unserem Markt unaufhörlich geschöpft und mit Ihrer Begeisterung für die Botschaft unseres Glaubens die Ihnen anvertrauten Menschen richtig angesteckt. So haben Sie viele Menschen berührt und Sie haben Spuren hinterlassen."
Als symbolisches Zeichen an seinen Abschied überreichte der Bürgermeister an Monsignore Johannes Hofmann eine Pilgermuschel, die sogenannte Jakobusmuschel mit den Worten: „ Alles, was hier bei uns gewachsen ist, das nehmen Sie wie einen kostbaren Schatz in Ihrer persönlichen Pilgermuschel jetzt mit in die Domstadt Regensburg. Auch wenn dort die verantwortungsvolle Aufgabe, die Sie für das ganze Bistum übernehmen, neu sein wird. Eines wird bei Ihnen immer bleiben, nämlich Ihr Herz für die Menschen, Ihre Begeisterung für die frohe Botschaft und Ihre seelsorgerische Leidenschaft. Für diesen neuen Weg, da wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen festen Halt und stets sichere Pfade für jeden neuen Schritt. Dabei wird der heilige Jakobus Sie auf allen Ihren Wegen behüten und die Pilgermuschel Ihnen immer den richtigen Weg weisen!“
Die Bürgermeisterin der Gemeinde Herrngiersdorf Ida Hirthammer hat das Lied „Von guten Mächten, wundergebar geborgen“ von Friedrich Bonhoeffer an den Anfang ihrer Rede gestellt. Sie dankte Pfarrer Johannes Hofmann für seinen Einsatz für die Zusammenführung der Pfarreiengemeinschaft und für sein seelsorgliches Wirken und wünschte ihm Segen, Gesundheit und Lebensfreude unter dem Schutz des heiligen Jakobus an seiner neuen Wirkungsstätte.
Für die Pfarrgemeinderäte der Pfarreiengemeinschaft richtete die Langquaider Sprecherin Eva Stachurski Dankesworte an den Pfarrer. Ihm sei die Zusammenarbeit der Pfarreien in der Pfarreiengemeinschaft von besonderer Wichtigkeit gewesen und er hat alles unternommen um diese Zusammenarbeit zu fördern und zu stärken. Als Zeichen des Dankes überreichte sie Monsignore Hofmann zusammen mit der stellvertretenden Vorsitzenden Veronika Mark und Jutta Oberländer als Vertreterin des Frauenbundes eine wertvolle Stola und eine Kerze mit den Bildern der von ihm betreuten Pfarrkirchen. Die evangelische Pastorin Veronika Marvidis bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und wünschte ihm auf seinem weiteren Weg alles Gute und überreichte zum Abschied einen kleinen Engel aus Südtirol der eine Kerze trägt in der Hoffnung, dass ihn dieses Licht der Kerze auf seinem weiteren Lebensweg begleiten möge.
Der Bundestagsabgeordnete Florian Ossner zeigte sich angetan von der hohen Dichte der Geistlichkeit bei diesem Fest und dankte Abt Barnabas Bögle dafür, dass er die Eltern als die besten Lehrer ihrer Kinder bei der Weitergabe des Glaubens bezeichnete. Ossner dankte Pfarrer Hofmann für die freundschaftliche Verbundenheit und den regelmäßigen Austausch mit ihm. Diesen habe er immer als eine sehr große Bereicherung empfunden, die ihm vielfach eine völlig andere Sichtweise auf die Dinge vermittelte, die er zusammen mit seinen Kollegen im Bundestag tagtäglich zu entscheiden habe. Den heute mitfeiernden Markt Langquaid bezeichnete er als Vorzeigegemeinde im Bereich der Innenmarktentwicklung und in vielen anderen Dingen.
Seine Abschiedsrede begann Pfarrer Monsignore Johannes Hofmann mit einem Rückblick auf den 9. September 2023, als er an einem Samstagabend hier in Langquaid empfangen wurde und seinen ersten Sonntagsgottesdienst hier feiern durfte. Damals hatte er eine Schultüte als Zeichen für einen Neuanfang dabei. In wenigen Tagen geht das alte Schuljahr und damit auch seine gemeinsame Zeit in der Pfarreiengemeinschaft zu Ende. Sein erster Dank gilt natürlich dem Herrgott, der all unsere Wege mitgeht und die unsere Wege führt. Vor allem aber danke er den Menschen, denen er hier begegnet ist und die ihm in diesen drei Jahren Heimat gegeben, zur Heimat geworden und mit denen er unterwegs sein durfte. In Anlehnung an die heurige Erstkommunion in den Pfarreien, die unter dem Motto standen „ihr seid meine Freunde“, wurden Freundschaftsbänder verteilt.
Deshalb habe er heute zu dieser Feier auch solche Freundschaftsbänder mitgebracht. Für alle, die ihn in dieser Zeit begleitet, besucht und beschenkt haben. Namentlich erwähnte er dabei auch Art Barnabas Bögle, seine Haushälterin Elfriede Fischer, den Mitarbeitern der Pfarrei, allen kirchlichen Vereinen und Gremien sowie die Vertreter des öffentlichen Lebens. In guter Erinnerung werden ihm auch das gute Miteinander an der Schule, die schönen Begegnungen in der Tagespflege der Arbeiterwohlfahrt und im Mehrgenerationenhaus bleiben. Seine anwesende Familie bezeichnet er als „einen festen Halt in seinem Leben!“ Seine ausführlichen Dankesworte gipfelten in dem Ausspruch: „Ich war gern ihr Pfarrer!“
Zum Ende des Festaktes wurde die Bayernhymne im Kirchhof gesungen. Anschließend wurde im und um das Pfarrheim weitergefeiert. Der Pfarrgemeinderat hatte mit Bratwürstchen vom Grill sowie der Frauenbund mit Kaffee und Kuchen für eine entsprechende Bewirtung gesorgt. Den ereignisreichen Tag für den bekennenden Musikliebhaber beschloss eine „kleine Nachtmusik“ in der Pfarrkirche.
Text und Fotos: Martin Haltmayer
(chb)









